Welt-Schuppentier-Tag: Mahnung an eine aussterbende Art

Gnadenlos gejagt - die archaisch aussehenden Schuppentiere (c) IFAW
Freitag, 16 Februar, 2018
Hamburg

Der 17. Februar ist Welt-Schuppentier-Tag. Die skurril aussehenden Schuppentiere oder Pangoline sind das am häufigsten illegal gehandelte Säugetier weltweit und vom Aussterben bedroht. Nach Medienberichten sind 2017 weltweit fast 50 Tonnen Pangolin-Schuppen aufgegriffen worden, dafür mussten mehr als 42.000 Tiere sterben.

Während Pangoline einmal weite Teile Asiens und Afrikas bewohnten, schwinden ihre Populationen heute aufgrund einer massiven und steigenden Nachfrage nach ihren Schuppen, von denen in der ostasiatischen Medizin angenommen wird, dass sie heilende Eigenschaften haben. Schuppentierfleisch gilt außerdem in einigen Kulturen als Statussymbol.

Trotz internationaler Bemühungen, die Schutzmaßnahmen für Schuppentiere zu erhöhen, zeigte eine aktuelle Datenanalyse des IFAW (International Fund for Animal Welfare) eine weltweite Zunahme in Anzahl und Umfang der Aufgriffe geschmuggelter Pangolinprodukte. Die Statistik belegt weiter, dass der Anteil der aus Afrika stammenden Schuppentiere drastisch angestiegen ist und weist eine Verlagerung des Handels von Asien nach Afrika auf. Da die Schuppentiere in Asien immer seltener vorkommen, spüren die Händler ihre Beute nun in afrikanischen Ländern auf. Die dort stattfindende fortschreitende Erschließung u. a. durch Rohstoffabbau ermöglicht heute den Zutritt zu ehemals unzugänglichen Schuppentier-Lebensräumen.

„Diese einzigartigen Kreaturen verschwinden von unserem Planeten, aber ihr stiller Tod kann noch aufgehalten werden“, sagt Robert Kless, Leiter des IFAW-Deutschland. „Es muss noch viel mehr getan werden, um die Nachfrage nach Schuppentier-Produkten zu verringern, vor allem in den Hauptabnehmerländern China, Hongkong und Vietnam. Zusätzlich müssen die afrikanischen Staaten, in denen Pangoline leben, strengere Gesetze zu deren Schutz einführen. Alle Länder entlang der Handelskette müssen zusammenarbeiten, um die Köpfe der Schmuggelsyndikate zu überführen.“

2017 wurden fast 41 Tonnen Pangolin-Schuppen allein aus Afrika aufgegriffen. Während noch in 2012 nur ein Prozent der weltweit beschlagnahmten Schuppentiere aus Afrika stammte oder dort konfisziert wurde, stieg diese Zahl in den letzten zwei Jahren auf 80 bis 90 Prozent an. Am häufigsten wurden als Transit- oder Ursprungsländer Nigeria, Kamerun, Demokratische Republik Kongo und Uganda genannt. Die meisten asiatischen Schuppentiere stammten aus Indonesien oder Malaysia oder wurden dort beschlagnahmt. Hauptzielländer waren China, Hongkong und Vietnam. Dort wurden in den letzten sechs Jahren 79 Prozent der Lieferungen aufgegriffen bzw. waren diese Staaten als Zielort angegeben.

Darüber hinaus stellt die beschlagnahmte Menge nur einen Bruchteil des tatsächlichen Handels dar. INTERPOL schätzt, dass nur 10 bis 20 Prozent aller Schmuggelware tatsächlich von den Behörden entdeckt wird.

Die IFAW initiierte internationale Kampagnen für einen besseren Schutz von Pangolinen. Gemeinsam mit anderen NGOs kämpfte der IFAW erfolgreich für ein vollständiges internationales Handelsverbot aller acht Schuppentierarten durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES), das 2016 beschlossen wurde und den bestmöglichen internationalen Schutzstatus darstellt.

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