Robert Kless
Regionaldirektor Deutschland & Europa
Gefährdete Wildtiere wie Elefanten haben nur dann eine sichere Zukunft, wenn wir Maßnahmen gegen Wilderei fördern, illegalen Handel aufdecken und eindämmen und die Nachfrage senken.
Ein Besuch bei Jenga Mama in Amboseli, Kenia: Ein Projekt, das jungen Massai-Frauen und Wildtieren hilft
Das letzte Mal traf ich die jungen Massai-Frauen des Jenga Mama Projektes bei ihrer festlichen „Graduation Ceremony“ im Jahre 2023. Wie damals schon berichtet, war dies bereits ein sehr berührendes und beeindruckendes Erlebnis für mich, aber was ich jetzt erleben durfte, hat mich noch mehr bewegt. Die weiteren Fortschritte dieser Frauen sind bemerkenswert!

„Jenga Mama“ – das ist Suaheli und bedeutet so viel wie „Frauen befähigen“ – ist ein Projekt zur Stärkung der Position und Rolle von Frauen und lokalen Gemeinschaften, um auf diesem Weg Wildtiere und ihre Lebensräume im südlichen Kenia zu schützen. Das Projekt wird gemeinsam vom IFAW und der Margarete-Breuer-Stiftung (MBS) entwickelt, finanziert und umgesetzt. Diese Initiative gibt jungen und benachteiligten Massai-Frauen die Möglichkeit, eine Berufsausbildung zu absolvieren und einen Beruf zu ergreifen, der ihnen ein eigenes Einkommen sichert. Durch die damit erreichte wirtschaftliche Unabhängigkeit der Massai-Frauen und Familien von der Nutzung und Ausbeutung von Naturressourcen legen wir den Grundstein für die erfolgreiche Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen, die den lokalen Gemeinschaften, der Tierwelt und ihrem gemeinsamen Lebensraum zugutekommen.
Ich war tief beeindruckt von dem, was diese jungen Frauen inzwischen erreicht haben: Nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer Berufsausbildung haben sie nun ihr eigenes Unternehmen gegründet oder eine Anstellung gefunden und etablieren sich als Schneiderinnen, Friseurinnen oder Betreiberinnen des Restaurants und Hotels „Jenga Mama Master Chef's“. Bei meinem Besuch haben sich fast alle Jenga-Mama-Frauen aus der Kleinstadt Namelok in der Nähe des Amboseli Nationalparks dort zum gemeinsamen Mittagessen versammelt. Diese Gelegenheiten zum Zusammenkommen stärken das Gemeinschaftsgefühl und die Lebensfreude, so wurde auch beim gemeinsamen Essen viel gesungen und gelacht.
Die Möglichkeit, ein eigenes Einkommen zu erzielen und damit finanziell unabhängig zu sein, ihren Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen und ihren Familien finanziell helfen zu können, bedeutet diesen Frauen sehr viel und verändert ihr Leben – und das ihrer Kinder – erheblich.
Die Initiative Jenga Mama erreicht jedoch noch viel mehr, und das ist der eigentliche Kern des Projektes: Wenn Frauen und deren Familien wirtschaftliche Alternativen erhalten, die nicht von Natur-Ressourcen wie Wildtier-Fleisch (Bushmeat), Nutztierhaltung oder Holzgewinnung abhängig sind, wird der Druck auf die Landschaft und die Ökosysteme verringert. Darüber hinaus gewinnen die Frauen mit der Verbesserung ihrer finanziellen Situation Ansehen, mehr Einfluss und somit eine Stimme in Foren für Flächen- und Ressourcenmanagement. Sie übernehmen zunehmend Führungsrollen in lokalen Entscheidungsprozessen und sorgen dafür, dass Entscheidungen über Landnutzung und Naturressourcen nachhaltig und fair sind.
Noch bekommen die meisten der Jenga Mama-Betriebe und Geschäfte durch das Projekt Unterstützung durch Mentoring, Fortbildungen und finanzielle Zuschüsse, zum Beispiel bei der Anschaffung von Gerätschaften und der Miete. Das Ziel ist jedoch, dass die Betriebe und Geschäfte bald wirtschaftlich nachhaltig und gewinnbringend arbeiten, sodass sie langfristig eine sichere Einkommensmöglichkeit für die Frauen, deren Familie und Community darstellen. Nur mit dieser ökonomischen Sicherheit der Menschen, die ihren Lebensraum mit den Wildtieren teilen und die wir gemeinsam schützen wollen, können Naturschutzmaßnahmen erfolgreich umgesetzt werden.
Was diese Frauen bisher erreicht haben, verdient größten Respekt.
- Robert Kless, Regional Director Germany & Europe
Robert Kless
Regionaldirektor Deutschland & Europa
Gefährdete Wildtiere wie Elefanten haben nur dann eine sichere Zukunft, wenn wir Maßnahmen gegen Wilderei fördern, illegalen Handel aufdecken und eindämmen und die Nachfrage senken.
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