Radio rettet Leben: Wie ein altbewährtes Medium Konflikte zwischen Mensch und Elefant verhindert
Radio rettet Leben: Wie ein altbewährtes Medium Konflikte zwischen Mensch und Elefant verhindert
Von Zanji Valerie Sinkala, Autorin aus Lusaka, Sambia
In den abgelegenen Regionen des Luangwa-Tals in Sambia erlebt eine altbewährte Lösung ein lebensrettendes Comeback. Angesichts zunehmender Konflikte zwischen Menschen und Elefanten helfen einfache Radios dabei, sowohl Menschen als auch Elefanten zu schützen.

Der Kasungu–Lukusuzi–Luambe-Korridor, der sich über Sambia und Malawi erstreckt, ist eine entscheidende Wanderroute für Elefanten. Doch eine ungestörte Wanderung wird zunehmend erschwert, da sich Farmen und Siedlungen ausbreiten und sich zugleich die Elefantenpopulationen erholen. Das bedeutet, dass mehr Elefanten näher an von Menschen bewohnte und bewirtschaftete Gebiete kommen.
Neben der Zerstörung von Ernten durch Elefanten starben in dieser Region zwischen 2022 und 2023 zwei Menschen infolge von Begegnungen mit Elefanten, sieben weitere wurden schwer verletzt.
Alte Technologie bringt neue Lösungen
Um Menschen und Elefanten zu schützen, setzen der IFAW und die sambische Behörde für Nationalparks und Wildtiere (DNPW) auf einen effektiven, oft übersehenen Helfer: das Radio. In einer Region mit wenigen Smartphones und begrenztem Internetzugang ist das Gemeinderadio weiterhin das wichtigste Medium. In Sambia gibt es über 70 lokale Radiosender und für die meisten ländlichen Gemeinden ist das die Hauptquelle für Nachrichten. 87 % aller Haushalte in Sambia besitzen mindestens ein Radio, davon 84 % in ländlichen Gebieten.
Dank der weiten Verbreitung des Radios werden auf Chikaya FM nun zweimal im Monat spezielle Sendungen in lokalen Sprachen ausgestrahlt, ergänzt durch tägliche öffentliche Durchsagen. Sie thematisieren, wie Menschen mit Elefanten koexistieren können, wie man Warnsignale erkennt, nicht-tödliche Abschreckungsmittel wie Feuerwerkskörper und Chili-Blaster einsetzt und einen sicheren Abstand zu den Tieren hält.

Laut Simbarashe Chiseva, Community Development Officer beim IFAW, ist die Wirkung erheblich.
„Diese Radiosendungen haben die Menschen wachsamer und informierter gemacht“, sagt er. „Früher gerieten die Gemeinden in Panik oder versuchten gefährliche Taktiken für das Verjagen von Elefanten. Jetzt wissen sie, wie sie solche Situationen vermeiden können. Dieser Wandel rettet Leben.“
Und es funktioniert. Landwirte melden Elefantensichtungen an die DNPW-Behörden, statt ihr Leben zu riskieren. Die Gewalt gegen Wildtiere nimmt ab und unterstützt den Schutz dieser bedrohten Art. Die Gemeinden sind wachsamer, informierter und geeinter.
Eine bessere Zukunft für Menschen und Tiere
Charles Siame, Field and Community Coordinator beim IFAW, sieht das Radio als entscheidend für das Zusammenleben. „Radio erreicht Menschen an unzugänglichen Orten, und vermittelt Botschaften schnell an alle Altersgruppen“, sagt er.
Selbst in unserer hochtechnisierten Welt hilft diese Low-Tech-Lösung, eine der größten Bedrohungen für Elefanten zu verhindern und die Angst in den Gemeinden zu verringern. Wenn Radios im Elefantengebieten von Malawi und Sambia senden, tun sie mehr als nur senden, sie retten Leben.
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