Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Craig, Kenias geliebtem „Big Tusker“. Er war ein Botschafter für den Schutz von Elefanten und ein lebender Beweis dafür, was langfristige Artenschutzarbeit bewirken kann. Mehr als fünf Jahrzehnte durchstreifte Craig die Ebenen des Amboseli-Nationalparks.

Craig wurde im Januar 1972 geboren, in eine Herde, die damals bereits studiert wurde. Bekannt war der Big Tusker nicht nur für seine außergewöhnlichen Stoßzähne, die jeweils über 45 kg wogen und schätzungsweise 2,1 Meter lang waren, sondern auch für seine ruhige, gelassene Art. Dank seiner Sanftmut und seinem würdevollen Verhalten entwickelte sich Craig zu einem Liebling von Forschenden und Filmschaffenden sowie des Tourismus des Nationalparks und der Massai-Gemeinden, die sein Revier teilten. Ihm in freier Wildbahn zu begegnen, war für viele eine prägende Erfahrung.
Als Big Tusker oder auch Super Tusker bezeichnet man Elefanten, deren Stoßzähne mehr als 100 Pfund (rund 45 kg) wiegen. Craig repräsentierte als einer der letzten verbliebenen Big Tusker eine aussterbende Linie dieser tierischen Giganten. In einer Welt, in der Elefanten mit solch außergewöhnlichen Stoßzähnen immer seltener geworden sind, war sein langes Leben ein Beweis dafür, was unerschütterlicher Schutz, konsequentes Engagement der dort lebenden Gemeinden und jahrzehntelange unermüdliche Natur- und Artenschutzarbeit bewirken können. Craig gab seine besonderen Gene an zukünftige Generationen weiter.
Vielleicht besser als jeder andere bekannte Elefant verkörperte Craig, was langfristige Artenschutzarbeit bewirken kann. Als unzählige Male fotografiertes Sinnbild trug der Big Tusker dazu bei, die beeindruckende Schönheit und Verletzlichkeit der Elefanten weltweit ins Rampenlicht zu rücken. Sein Überleben bis ins hohe Alter ist ein Sieg des Artenschutzes und der intensiven Zusammenarbeit mit der Bevölkerung vor Ort.
In Kenia haben nachhaltige Schutzbemühungen wirksam zum Wachstum der Elefantenpopulation beigetragen und damit bewiesen, dass Gemeinden, Lebensräume und Wildtiere koexistieren können. Der anhaltende Rückgang der Big Tusker in ganz Afrika unterstreicht jedoch die Dringlichkeit, zusammenhängende Landschaften und sichere Migrationsrouten für die Tiere zu erhalten. Ein Ziel, das im Mittelpunkt von IFAWs „Room to Roam“-Initiative steht.
Das Jahr begann mit einer traurigen Nachricht: Craig starb am Neujahrstag im Alter von 54 Jahren eines natürlichen Todes. Sein Tod hinterlässt eine Lücke in der Savanne und einen bleibenden Eindruck in den Herzen aller, die ihn kannten.
Sein Vermächtnis lebt weiter im Rhythmus der Elefantenfamilien, in den jungen Bullen, die seinem Weg folgen und in den vielen Menschen weltweit, die sich durch Craig tiefer mit Elefanten verbunden fühlen.
Der IFAW spricht den Menschen in Kenia, dem Amboseli Trust for Elephants, dem Ranger-Team des Kenya Wildlife Service und allen Forschenden, Guides und Gemeindemitgliedern, die Craig zu Lebzeiten begleitet und unterstützt haben, sein tief empfundenes Beileid aus.
Lala salama, Craig. Ruhe in Frieden.
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