Widerstand gegen kommerziellen Walfang - weltweit
Wir ändern die globale Denkweise und schützen die Wale für die ZukunftHamburg, 12. Februar 2026 – Zum Welt-Wal-Tag am 15. Februar erinnert der IFAW (International Fund for Animal Welfare) daran, dass Wale auch 40 Jahre nach dem globalen Walfangverbot noch immer in großer Gefahr sind. Vierzig Jahre nach Inkrafttreten des internationalen Walfangmoratoriums jagen Island, Norwegen und Japan weiterhin kommerziell Wale. Gleichzeitig bedrohen die Auswirkungen der Klimakrise und die Gefahr tödlicher Schiffskollisionen oder Verstrickungen in Fischfanggeräten die Meeressäuger. Besonders kritisch ist die Lage des Nordatlantischen Glattwals, dessen Bestand auf nur noch rund 380 Tiere geschätzt wird.

„Wale sind weltweit massiv durch menschengemachte Gefahren bedroht“, erklärt Andreas Dinkelmeyer, Kampagnenleiter des IFAW in Deutschland. „Dass immer noch neue Fangquoten vergeben werden, während zugleich immer mehr Tiere durch Schiffskollisionen oder Fischereigeräte verletzt oder getötet werden, ist alarmierend. Das Meer muss endlich wieder ein sicherer Lebensraum für Wale werden.“
Die Verabschiedung des Moratoriums für den kommerziellen Walfang durch die Internationale Walfangkommission (IWC) im Jahr 1982 gehört zu den wichtigsten artenschutzpolitischen Entscheidungen des 20. Jahrhunderts. Dennoch missachten bis heute drei Staaten – Norwegen, Island und Japan – dieses Verbot. Seit Inkrafttreten des Moratoriums haben sie zusammen rund 45.000 Wale im Rahmen des kommerziellen Walfangs getötet.
Der IFAW setzt sich seit Jahrzehnten dafür ein, den kommerziellen Walfang weltweit endgültig zu beenden und die Einhaltung des Moratoriums sicherzustellen. Anlässlich des 40. Jahrestags des globalen Walfangverbots hat der IFAW in einer internationalen Koalition aus Tier- und Artenschutzorganisationen – die End Commercial Whaling Coalition – eine weltweite Petition für die vollständige Abschaffung des kommerziellen Walfangs gestartet: https://endcommercialwhaling.org. Die Petition geht am “Welt-Wal-Tag", 15. Februar 2026 online.
Wale sind entscheidend für die Gesundheit der Meeresökosysteme. Durch ihre Wanderungen verteilen sie Nährstoffe und fördern das Wachstum von Phytoplankton – einem Mikroorganismus, der etwa 50 Prozent des weltweiten Sauerstoffs produziert und große Mengen Kohlenstoff speichert. Wale binden auch in ihrer eigenen Biomasse große Mengen Kohlendioxid. Stirbt ein Wal und sinkt auf den Meeresboden, wird dieser Kohlenstoff oft über sehr lange Zeiträume dort gespeichert. Dadurch tragen Wale messbar zur Kohlenstoffbindung im Ozean und damit auch zum Klimaschutz bei.
„Der kommerzielle Walfang muss endlich aufhören – und zwar sofort“, fordert Dinkelmeyer. „Gleichzeitig müssen wir menschengemachte Gefahren drastisch reduzieren: langsamere Schiffe, umweltverträgliche Routen in der Schifffahrt und moderne Fischereigeräte ohne gefährliche Leinen. Ganze Arten wie etwa der Nordatlantische Glattwal sind sonst unmittelbar vom Aussterben bedroht.“
Hintergrundinformationen:
- Die Petition der End Commercial Whaling Coalition geht zum Welt-Walt-Tag am 15. Februar 2026 online: endcommercialwhaling.org . Unterschriften werden weltweit bis September 2026 gesammelt und anschließend bei der Konferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC) übergeben.
- Der IFAW lehnt kommerziellen Walfang ab. Er ist grausam und unnötig. Es gibt keine humane Art, einen Wal zu töten. Als rentable und nachhaltige Alternative setzt sich der IFAW für eine verantwortungsvolle Form der Walbeobachtung ein, da diese besser für Wale und Bewohner:innen der Küstengemeinden ist.
- Schiffskollisionen und das Verheddern in Fischfangleinen gehören neben Walfang zu den größten Bedrohungen für Wale. Der IFAW versucht deshalb gemeinsam mit örtlichen Fischereiunternehmen nachhaltige Lösungen zu entwickeln, bei denen sich Wale nicht mehr in Leinen verfangen. Nur strengere Regularien für in der Fischerei eingesetzte Fanggeräte und niedrigere Schiffsgeschwindigkeiten können echten Schutz für Wale bieten.
- Das Schicksal des Nordatlantischen Glattwals zeigt exemplarisch, wie massiv die vom Menschen verursachten Gefahren für Meeressäuger sind. Die Art, die vor der kanadischen und US-amerikanischen Ostküste vorkommt, steht auf der Roten Liste der IUCN und gehört mit nur rund 380 verbliebenen Tieren zu den am stärksten bedrohten Säugetierarten der Welt.
- Ein trauriges, aktuelles Beispiel für die dramatische Lage ist der Fall des Nordatlantischen Glattwals „Division“. Das Tier hatte sich im Dezember 2025 in Fischereileinen verheddert und konnte trotz intensiver Rettungsbemühungen nur teilweise befreit werden. Die US-amerikanische Behörde für Ozean- und Atmosphärenforschung NOAA verfolgte den zunehmend geschwächten Zustand mittels eines Satellitensenders durch kanadische und US-Gewässer. Am 27. Januar dieses Jahres wurde „Division“ schließlich tot vor der Küste von North Carolina (USA) entdeckt. Die NOAA stellt Redaktionen hier Fotos zur Verfügung.
Für weitere Informationen oder Interviews kontaktieren Sie bitte:
Raphael Heinetsberger
Pressesprecher
t: +49 (0) 40 866 500 38
e: rheinetsberger@ifaw.org
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