Wir werden die Elefantenfamilien im Amboseli-Nationalpark nicht sterben lassen

Einige der Elefanten, die Vicki Fishlock im Amboseli Elefanten-Forschungsprojekts (AERP) beobachtete. Das AERP ist ein Projekt des Amboseli Trust for Elephants (ATE, Amboseli-Elefantenstiftung). Es handelt sich hier um die längste jemals durchgeführte Studie zur Erforschung wildlebender Elefanten. © IFAW-ATE/V. Fishlock

Als Organisation ist der IFAW seiner Mission verpflichtet, Tiere auf der ganzen Welt zu retten und zu schützen. Dieser Aufgabe haben wir uns vor 45 Jahren verschrieben. Seitdem sind die Themen gewachsen und beinhalten neben kanadischen Sattelrobben inzwischen auch zahlreiche andere Arten.

Eine dieser Arten ist der Afrikanische Elefant, der trotz seiner besonderen Intelligenz, seines ausgeprägten Sozialverhaltens und seiner wichtigen Stellung in seinem und unserem Lebensraum ums nackte Überleben kämpft. Die Wilderei nimmt rasant zu und der Lebensraum der Elefanten wird in nie dagewesenem Ausmaß zerstört.

Die vielleicht bekanntesten Afrikanischen Elefanten sind jene Familien, die sich im und um den Amboseli-Nationalpark in Kenia bewegen. Doch es sind nur noch 1.400 Tiere. Diese Elefanten sind direkt bedroht, da wichtige Wandergebiete außerhalb des geschützten Parkgeländes vom Menschen beansprucht werden. So wird den Dickhäutern der Zugang zu lebensnotwendigem Wasser und Futter verbaut.

Ohne einen Zugang zu Futter und Wasser werden bis zu 80 Prozent dieser Elefanten sterben. Der IFAW arbeitet seit Jahren daran, Elefantenfamilien zu schützen. Dafür arbeiten wir mit Gemeinden, Organisationen und Initiativen zusammen. Es ist uns bewusst, dass es noch viele Jahre braucht, bis wir sagen können, dass die Zukunft der Elefanten gesichert ist.

Auch mit der bekannten Wissenschaftlerin Dr. Cynthia Moss vom Amboseli Elephant Research Project (AERP) arbeiten wir seit vielen Jahren zusammen. Gemeinsam haben wir die Auswirkungen der schlimmen Dürreperiode im Jahr 2009 auf zehn Elefantenfamilien zu untersucht. Während dieser Dürre starben bis zu 60 ausgewachsene graue Riesen – darunter 27 Elefantenkühe, die verwaiste Elefantenkälber zurückließen. Eines der Probleme für diese Waisen war, herauszufinden, wie man ohne Hilfe und Anleitung älterer Tiere Führungspositionen innerhalb der Herden besetzt.

Zusätzlich zu dieser Untersuchung hat der IFAW eine Studie initiiert, die mittels Besenderung von Elefantenbullen und älteren Elefantenmüttern in Amboseli die Wanderrouten der Dickhäuter zuverlässig aufzeichnet, um letztendlich die Wanderkorridore der Elefanten erkennen und schützen zu können. Diese Korridore, die den Elefanten den Zugang zu Futtergebieten außerhalb des Parks ermöglichen, sind während der immer wiederkehrenden Dürreperioden lebensnotwendig für die Dickhäuter.  

Darüber hinaus unterstützen wir den Kenya Wildlife Service (KWS) und schulen Ranger im Wildtierschutz und bei der Vermeidung von Mensch-Elefant-Konflikten. Der IFAW hat dem Kenya Wildlife Service Fahrzeuge für die Wildhüter gespendet. Außerdem unterstützen wir den Amboseli-Nationalpark bei der Entwicklung und Umsetzung eines Managementplans, um Mensch-Elefant-Konflikte dauerhaft zu reduzieren.

Elefantenkälber lieben es, gemeinsam herumzutollen. © IFAW-ATE/V. Fishlock

Wir haben die Ausbildung von 20 Wildhütern aus umliegenden Gemeinden finanziert. Ende letzten Jahres trug ein Wildhüter zur Festnahme eines Wilderers bei.

Um die Elefanten zu schützen, müssen wir uns genauso um die Menschen in der Umgebung des Amboseli-Nationalparks wie um die Elefanten selbst kümmern, denn sie sind unsere wichtigsten Verbündeten in diesem Kampf.

Gemeinsam mit dem zuständigen Ausschuss für den Schutz des Kitenden Korridors machte der IFAW den Vorschlag für einen Rahmenplan zum Schutz des Kitenden Korridors. Dieser könnte ähnlich wie andere erfolgreiche Schutzmaßnahmen in Afrika funktionieren.

Die Schutzmaßnahmen würden eine unkontrollierte kommerzielle Nutzung des Gebiets rund um den Park verhindern. Die Wanderrouten der Elefanten würden erhalten bleiben, während ansässige Massai-Gemeinden von der einmaligen Natur mit ihrer reichhaltigen und geschützten Tierwelt und dem damit verbundenem Tourismusgeschäft profitieren könnten. In diesem Zusammenhang hat der IFAW neben den vorgeschlagenen Schutzmaßnahmen einen Investitionsplan zur touristischen Nutzung des Kitenden Korridors ausgearbeitet.

Um den Menschen vor Ort alternative Einkommensmöglichkeiten zur Wilderei zu erschließen, hat der IFAW außerdem einen Bildungsfonds eingerichtet, der 66 Schülern aus der Region über die nächsten vier Jahre den Besuch weiterführender Schulen ermöglicht.

Der IFAW koordiniert seine Arbeit mit anderen Organisationen im Amboseli-Nationalpark. So ergänzen wir uns in unserer Arbeit und können gemeinsam mehr für Menschen und Tiere erreichen.Es ist ein komplexes Projekt, bei dem die Sicherheit für Menschen und Elefanten – die hier seit Jahrtausenden leben, langfristig gewährleistet sein muss.

Die Schutzmaßnahmen verändern sich möglicherweise im Laufe der Jahre, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern, doch unsere Verpflichtung bleibt dieselbe.

Wir werden unsere selbst auferlegte Verpflichtung, gegenüber Elefanten und Menschen im Amboseli-Nationalpark erfüllen, um diese wertvolle Landschaft und diese einzigartigen Individuen zu schützen. Wir werden so lange dort bleiben, wie die Elefanten uns brauchen. Wir werden nicht zulassen, dass dieser Ort verschwindet.

Erfahren Sie mehr über unsere Arbeit zum Schutz der Afrikanischen Elefanten.

Azzedine Downes

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Azzedine Downes, Präsident und CEO
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Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
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Dr. Elsayed Ahmed Mohamed, Regionaldirektor Mittlerer Osten
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Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
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Faye Cuevas, Esq., Vizepräsidentin
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Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
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Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
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Robert Kless, Leiter IFAW Deutschland
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Staci McLennan, Regionaldirektorin Europäische Union
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Tania McCrea-Steele, Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel
Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel, IFAW Großbritannien
Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater für Strategische Partnerschaften und Philanthropie