Robbenjagd beginnt in Kanada

Die blutige Robbenjagd in Kanada geht auch dieses Jahr weiter. (c) IFAW/S. Cook
Freitag, 6 April, 2018
Hamburg

Am Montag, den 9. April beginnt in Kanada offiziell die diesjährige kommerzielle Robbenjagd an der Ostküste des Landes. Eine Quote hat das kanadische Fischereiministerium (DFO) bisher nicht bekannt gegeben, aber sie wird vermutlich der des Vorjahres entsprechen: Demnach dürften in den nächsten Wochen 400.000 Sattelrobben, 60.000 Kegelrobben und 8.200 Klappmützen getötet werden.

Der IFAW (International Fund for Animal Welfare) geht davon aus, dass die Zahl der erlegten Tiere – wie in den vergangenen Jahren – weit unter der Quote liegen wird, da die Jagd nicht mehr profitabel ist. Die Vereinigung der Robbenjäger kündigt an, 80.000 bis 100.000 Robben töten zu wollen, 2017 waren es 70.000 Tiere.

„Die Robbenjagd ist tot. Es gibt keinen Markt mehr für die Produkte aus dieser extrem grausamen und überflüssigen Jagd“, so Robert Kless, Leiter des IFAW Deutschland. „Die kanadische Regierung muss endlich aufhören, die Steuergelder ihrer Bürger zu versenken und die Jagd ein für alle Mal beenden.“

Trotz jahrzehntelanger Subventionen in Millionenhöhe hat die kanadische Robbenjagd ihren ökonomischen Tiefpunkt erreicht. Nur noch ein paar hundert Jäger nehmen jedes Jahr teil, da die Preise für Felle vor allem wegen des 2009 eingeführten EU-weiten Handelsverbotes für Robbenprodukte eingebrochen sind. Selbst die besten Felle bringen heute nur noch etwa 22 Euro ein, früher konnte man das dreifache damit verdienen.

Unbeirrbar fordern die Robbenjäger trotzdem, die Zahl der Jagdlizenzen zu erhöhen und möglicherweise sogar eine Massentötung der Robben anzuordnen, da sie angeblich die Bestände von Kabeljau und Lodde gefährden würden.

Die kommerzielle Robbenjagd ist eine saisonale Aktivität, die nur für ein paar Wochen Beschäftigung bietet. Der IFAW fordert von der kanadischen Regierung, den Jägern ihre Lizenzen abzukaufen und ein Konzept für nachhaltige Einkommensmöglichkeiten für die betroffenen Gemeinden zu entwickeln, um keinen Anreiz mehr für die Jagd zu bieten.

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