Mobile Klinik in Südafrika hilft Tieren in Not

Tierarzt Dr. Eric Mimbi mit einem der Patienten der mobilen Tierklinik und Mitgliedern der Gemeinde.Als ich kürzlich das gemeindeorientierte Tierschutzprojekt unserer Partnerorganisation in Johannesburg besuchte, hatte ich das Glück, Zeit mit der Gründerin Cora Bailey verbringen zu können sowie mit Eric Mimbi, einem Tierarzt, der als Flüchtling aus der Demokratischen Republik Kongo nach Südafrika gekommen war.

Während ich Cora im Auto begleitete, wurde mir schnell klar, dass sie sich nicht nur für notleidende Tiere einsetzt, sondern auch für die Menschen.  Jeder kennt ihr Auto mit dem Schriftzug CLAW, so der Name des Projekts, und dem IFAW-Logo. Und sobald die Menschen Cora erkennen, winken sie ihr erfreut zu. Auf unserem Weg zur Rettung von zwei halbverdursteten Welpen, die auf illegalen Goldminenfeldern herumstreunten, hielten wir vor einer dieser typischen Wellblechsiedlungen, um einer todkranken Frau eine Lebensmittelspende zu bringen. Den ganzen Tag klingelte Coras Handy mit immer neuen Not- und Hilferufen.

An einem anderen Tag begleitete ich Eric und seinen Assistenten, als sie mit ihrer mobilen Tierklinik in die umliegenden Gemeinden fuhren. Die Menschen hier kennen die Sprechzeiten des fahrenden Ärzteteams genau. Schon sehr früh stehen sie geduldig Schlange, um ihre Hunde und Katzen behandeln oder impfen zu lassen. Zum Transport der Tiere wird genutzt, was gerade da ist: Schubkarren, Einkaufswagen oder Sporttaschen.

Eric stellte schnell einen kleinen Tisch im Schatten eines Baumes auf, breitete seine medizinische Ausrüstung aus und begann, ein Tier nach dem anderen gewissenhaft zu behandeln. Manche waren ernsthaft krank und mussten zur weiteren Behandlung in die eigentliche CLAW-Klinik im Stadtteil Durban Deep gebracht werden - ein Schock für die Besitzer, die ihre geliebten Tiere oftmals nicht besuchen können und fürchten, sie vielleicht nie wiederzusehen.

Während meiner Anwesenheit kam ein junger Mann mit einem sehr süßen, jedoch sehr geschwächten Welpen in die Open-Air-Sprechstunde. Erics Diagnose lautete Parvovirus. Er erklärte, dass die Überlebenschance bei dieser Krankheit bei nur 50 Prozent liegt. Der Besitzer war am Boden zerstört und tat mir sehr leid.

Doch kurze Zeit später erfuhr ich, dass der Welpe überlebt hat und mittlerweile wieder zuhause ist. Was für eine Erleichterung - doch für den Besitzer war es auch eine schmerzliche Lektion, die ihm zeigte, wie wichtig Impfungen sind.

Nach vielen arbeitsreichen Stunden unter freiem Himmel fuhren wir schließlich mit sechs Hunden, die dringend in der Klinik weiterbehandelt werden mussten, zurück in die "Zentrale". 

Ein Junge bringt einen Hund zur mobilen Tierklinik

Die vom IFAW geförderte CLAW-Klinik befindet sich in Durban Deep am Rande von Soweto - Johannesburgs größtem Township. Früher, während des Apartheid-Regimes, erlangte Soweto wegen seiner harten Lebensbedingungen traurige Berühmtheit. Nach den Schüleraufständen von 1976 wurde es jedoch auch zum Symbol für den Widerstand gegen die Apartheid.

Cora erkannte bereits vor fünfundzwanzig Jahren, dass es in Soweto viele hilfsbedürftige Tiere gibt, und begann, für diese zu sorgen. Als sie einem Gleichgesinnten begegnete, gründeten beide gemeinsam CLAW. Was als private Initiative begann, entwickelte sich zu einer geschäftigen Tierklinik mit angeschlossenem Tierheim und mobilen Einheiten, mit denen die Mitarbeiter auch die Menschen erreichen, die keine Möglichkeit haben, sich auf den Weg zur Klinik zu machen.

Für mich war dieser Besuch sehr inspirierend und berührend. Die Mitarbeiter von CLAW setzen alles daran, den Hunden und Katzen in Soweto zu helfen. Unter schwierigen Bedingungen und in gefährlicher Umgebung setzen sie sich unermüdlich für die Tiere ein. Menschen wie sie machen diese Welt zu einem besseren Ort.

Dörte von der Reith

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Kampagnenberater
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Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
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Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
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Programmdirektorin Tierrettung
Shannon Walajtys, Leiterin IFAW Katastrophenhilfe
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