Hat die Firma Hvalur Hf in Island einen Blauwal getötet?

Am 7. Juli hat der isländische Walfänger Kristjan Loftsson einen Wal gefangen, den Experten anhand von Fotos als Blauwal oder Blau-Finnwal-Hybriden identifiziert haben. Genetische Untersuchungen sollen hier Klarheit bringen.

Blauwale sind nach internationalen Vereinbarungen seit 1966 geschützt. Kommerzieller Walfang hatte diese Walart auch im Nordatlantik extrem reduziert. Es gab immer wieder Nachweise von Kreuzungen (auch Hybriden genannt) zwischen Blau- und Finnwalen. Sie sind aber sehr selten. Auch wenn jetzt unabsichtlich ein Blauwal oder Hybrid getötet wurde, zeigt der Vorfall doch, wie schwierig es für Walfänger ist, sicher festzumachen, welche Walart sie auf See verfolgen und töten. Und es zeigt auch, wie schnell es passieren kann, dass eine seltene und geschützte Art von dem unnötigen und grausamen Walfang betroffen ist. Der IFAW fordert Loftsson auf, den Walfang endgültig zu beenden und der Umwelt und geschützten Arten nicht weiter zu schaden.

Kommerzieller Walfang ist grausam und unnötig. Kristjan Loftsson, Chef von Hvalur hf, der einzigen Firma, die Finnwalfang in Island betreibt, hatte zu Beginn des Jahres seine Absicht bekundet, den Walfang wiederaufzunehmen. Während der Sommersaison 2018 haben die Walfänger eine Quote von 238 Finnwalen,, der zweitgrößten Walart. 2015 wurden zuletzt 155 der Wale in Loftssons Namen getötet, hauptsächlich für den japanischen Markt. Seitdem hatte er seine Fangaktivitäten eingestellt, angeblich aufgrund von Schwierigkeiten beim Handel mit Japan.

Isländische Behörden untersuchen den jetzigen Fall. Genetische Untersuchungen sollen klären, ob es sich um einen jungen Blauwal oder einen Hybriden zwischen Blau- und Finnwal handelt. Sowohl Blauwale als auch Hybride sind durch internationale Konventionen geschützt. Es ist illegal mit den Tieren oder Teilen von ihnen zu handeln.

Der IFAW arbeitet mit Politikern und der Öffentlichkeit in Island daran, den Walfang auf der Atlantikinsel zu beenden. Wir rufen Kristjan Loftsson und seine Firma Hvalur Hf dazu auf ihren Walfang umgehend einzustellen.

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Experten

Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
Patrick Ramage, Programmdirektor Meeresschutz
Programmdirektor Meeresschutz