Fingerabdrücke, Lupe und schwarzes Pulver unterstützen Zollbeamte im Einsatz gegen den illegalen Elfenbeinhandel

Daniel Bein vom CeNaK probiert unter Anleitung von Robert Kless, Leiter des deutschen IFAW Büros, das Fingerabdruck-Set aus.

Das ist wie Detektiv spielen: Mit einem geheimnisvollem Pulver die Oberfläche bepinseln und mit der Lupe nach Fingerabdrücken suchen! Dieses Vergnügen hatte ich vor kurzem, als ich ein Set zum Nachweis von Fingerabdrücken auf Elfenbein an Daniel Bein, dem Ausstellungsleiter des Zoologischen Museums im Centrum für Naturkunde (CeNak) in Hamburg, überreichen konnte.

Dieses Set hat es in sich: Es wurde von der Metropolitan Police und dem Kings College London entwickelt und beinhaltet ein besonders Pulver. Durch seine sehr feine und eisenhaltige Beschaffenheit können viel besser Fingerabdrücke auf der Elfenbein-Oberfläche erkannt und erfasst werden als mit herkömmlichen Pulver möglich; denn dieses haftet nur sehr schlecht auf Elfenbein. Zudem zerstört das neue Pulver keine eventuellen DNA-Spuren auf der Oberfläche. 

Der IFAW übergab dem CeNak dieses Set für seine Artenschutz-Schulungen. Regelmäßig schult Daniel Bein Zollbeamte, damit sie Produkte von geschützten Arten besser erkennen können. Mit dem neuen Set üben nun die Vollzugskräfte an praktischen Beispielen, Fingerabdrücke auf illegal gehandeltem Elfenbein zu finden. So können sie hoffentlich kriminelle Händler dingfest machen.

Das Fingerabdruck-Set hat sich bereits in der Praxis bewährt. Der IFAW spendete fünfzehn Sets an die Zentrale der kenianischen Wildschutzbehörde (Kenya Wildlife Service, KWS) und an deren Büro am Internationalen Flughafen Jomo Kenyatta in Nairobi. Dort waren sie bei der polizeilichen Ermittlung und Festnahme von 15 verdächtigen Elfenbeinschmugglern sehr hilfreich. Bei ihnen wurden insgesamt 16 Kilo rohes und bearbeitetes Elfenbein gefunden.

Aber nicht nur in afrikanischen Ländern muss gegen den illegalen Elfenbeinhandel vorgegangen werden, auch in Deutschland, denn auch bei uns wird Elfenbein illegal gehandelt. So wurden 2016 etwa 1,2 Tonnen Elfenbein beschlagnahmt!

Mit der Übergabe eines Fingerabdruck-Sets an das Zoologisch Museum in Hamburg können nun auch Zollbeamte in Deutschland geschult werden, um illegalen Elfenbeinhändlern leichter auf die Spur zu kommen.

Erfahren Sie mehr über die Arbeit des IFAW im Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel.

Robert Kless

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Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
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Dr. Elsayed Ahmed Mohamed, Regionaldirektor Mittlerer Osten
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Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
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Robert Kless, Leiter IFAW Deutschland
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Staci McLennan, Regionaldirektorin Europäische Union
Staci McLennan, Regionaldirektorin Europäische Union
Tania McCrea-Steele, Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel
Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel, IFAW Großbritannien
Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater für Strategische Partnerschaften und Philanthropie