Fast eine Tonne Elfenbein in Vietnam aufgegriffen

Dienstag, 24 November, 2015
Hamburg

Riesiger Elfenbein-Aufgriff in Vietnam

Vietnamesische Behörden konfiszierten gestern 860 Kilogramm Elefanten-Stoßzähne. Damit wurden in dem südostasiatischen Land seit August 2015 annähernd fünf Tonnen Elfenbein beschlagnahmt. Auch zwei Tonnen Schuppen von Schuppentieren befanden sich in der illegalen Fracht. Sie sind das meist geschmuggelte Säugetier weltweit, alle acht Arten gelten als bedroht.

Zollbeamte in der nördlichen Quang Ninh Provinz griffen die Ladung auf, sie stammte aus Taiwan. Das Schmuggelgut war als „gefrorener Fisch“ deklariert und in Kisten mit gefrorenen Fischköpfen versteckt.

Es handelt sich um den vierten großen Elfenbeinaufgriff in Vietnam seit dem 12. August, als 603 Kilo Elfenbein auf einem aus Mozambik eingelaufenen Schiff in der Hafenstadt Da Nang konfisziert wurden. Es folgten zwei weitere Beschlagnahmungen von 2,3 Tonnen und einer Tonne, ebenfalls in Da Nang.

„Solche Aufgriffe zeigen, dass sich die Effektivität der Strafvollzugsbehörden verbessert hat“, so Robert Kless vom IFAW (International Fund for Animal Welfare) Deutschland. „Aber die Zugriffe der Behörden sind nur ein Indikator für das Ausmaß des Verbrechens, dem jährlich bis zu 50.000 Elefanten zum Opfer fallen. Und es gibt derzeit keine Anzeichen, dass sich die Situation verbessert.“

Laut der Weltnaturschutzunion (IUCN) leben noch etwa 470.000 Afrikanische Elefanten, 2006 waren es noch 550.000.

„Wenn wir die Elefanten retten wollen, müssen wir jedes Glied in der illegalen Elfenbein-Handelskette angehen. Das bedeutet: Das Töten, den Handel und die Nachfrage beenden!“, so Kless weiter.

Britische Behörden meldeten heute, dass sie bereits im Oktober 110 Kilo Elfenbein am Flughafen Heathrow in London sichergestellt haben.  

 

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