Bilanz von zehn Tagen: 8 Strandungseinsätze, 27 gerettete Meeressäuger

Feb. 2017 Dolphin Rescues

Das IFAW Rettungsteam für Meeressäuger hatte im Jahr 2017 schon alle Hände voll zu tun. Es gab in den ersten zwei Monaten des Jahres schon überdurchschnittlich viele Strandungen.

Letzte Woche hatte der IFAW Rettungseinsätze bei acht Massenstrandungen (eine Strandung von zwei oder mehr Meeressäugern).

Am 22. Februar ging der erste Notruf ein. Fünf Gemeine Delfine waren im Naturschutzgebiet Massachusetts Audubon in Wellfleet, Massachusetts gestrandet. Das IFAW Team, Ehrenamtliche und Mitarbeiter der Massachusetts Audubon Society organisierten den Rettungseinsatz.

Vier Delfine wurden untersucht und nach Herring Cove in Provincetown gebracht, wo man sie wieder frei ließ. Leider war eines der kleinsten Tiere stark unterernährt und in einem schlechten Gesundheitszustand. Nach gründlicher Untersuchung traf der IFAW Tierarzt die schwere Entscheidung, das Tier aufgrund seiner schlechten Prognose einzuschläfern.

Zwei Tage später strandeten am Duck Creek zwei Gewöhnliche Schweinswale. Das IFAW Team erlebt nicht oft Massenstrandungen von Schweinswalen, ab und zu stranden sie jedoch als Paar. Eines der Tiere war schon am Ufer gestrandet, das andere schwamm noch in seichtem Wasser. Der IFAW und der Hafenkapitän trieben das schwimmende Tier in tieferes Gewässer. Das größere Tier wurde geborgen und untersucht. Durch einen Ultraschall stellten unsere Mitarbeiter fest, dass es schwanger ist.

Das Schweinswal-Weibchen wurde in Duck Harbor freigelassen, von wo aus es schnell wieder in tiefem Gewässer war.

Stunden später strandete der zweite Schweinswal. Dank des schnellen Einsatzes und Gesundheitschecks des IFAW konnte der Wal in der selben Gegend wie der andere Wal freigelassen werden, in der Hoffnung, dass sich die beiden wiederfinden und zusammen die Gegend verlassen können.

Mitten im Rettungseinsatz für die Wale kam auch schon ein neuer Notruf. Zwei Gemeine Delfine waren am Chapin Beach, Dennis gestrandet. Unser Team eilte dorthin, um den überlebenden Delfin zu versorgen und wieder freizulassen.

Am nächsten Morgen wurden sieben weitere Gemeine Delfine gemeldet, die im seichten Gewässer der Loagy Bay in Wellfleet schwammen. Die Flut ging gerade zurück und das IFAW Team versuchte, die Tiere ins sichere tiefe Wasser zu treiben. Der Versuch war leider vergeblich, die Delfine strandeten im Watt. Leider starben zwei Delfine kurz nach der Strandung, bevor Einsatzkräfte sie bergen konnten. Die anderen fünf Tiere wurden gerettet und auf Verletzungen und Krankheiten untersucht. Unter den geretteten Delfinen war auch eine Mutter mit ihrem Kalb.

Das Team stellte sicher, dass Mutter und Kalb während des Einsatzes immer in der Nähe voneinander blieben. Die anderen Delfine wurden so positioniert, dass sie sich gegenseitig sehen konnten. Die Delfine konnten so während des Einsatzes durch Schnalzen und Pfeifen miteinander kommunizieren. Nachdem sie tierärztlich untersucht und behandelt worden waren, wurden sie alle fünf, einschließlich Mutter und Kalb, wieder ausgesetzt und schwammen wohlbehalten davon.

Am Sonntagmorgen waren vier Delfine vor Dyer Prince in Eastham gestrandet. Einer war bei Ankunft der Rettungskräfte schon tot, die anderen drei wurden gerettet und untersucht. Ein Jungtier hatte durch Angriffe von Möwen so schwere Verletzungen erlitten, dass es zu spät war. Der Delfin wurde eingeschläfert. Der IFAW rät jenen, die gestrandete Delfine finden, Möwen zu verjagen, weil diese die Augen, Atemlöcher und anderes weiches Gewebe der Tiere angreifen. Die zwei überlebenden Tiere wurden am Scusset Beach in Sandwich, Massachusetts freigelassen.

Am Montag gab es schon wieder zwei Rettungseinsätze: Zwei Delfine wurden am Morgen in einem seichten Priel gemeldet und fünf weitere strandeten am Nachmittag. Die zwei Delfine (wieder Mutter und Kalb) im Priel konnten gerettet werden.

Drei der fünf am Nachmittag gestrandeten Delfine starben kurz nach der Strandung. Die beiden Überlebenden wurden zu einem für die Freilassung geeigneten Ort gebracht. Die fünf Tiere von zwei verschiedenen Strandungsorten wurden gemeinsam freigelassen und schwammen auch gemeinsam ins offene Meer. Das IFAW Team hat diese Woche all seine Kapazitäten ausgeschöpft und musste dabei voll auf das Netzwerk von ehrenamtlichen Einsatzkräften zählen.

Am 3. März, dem Welt-Wildtier-Tag, strandeten erneute sieben Delfine in Wellfleet, zwei davon schwanger. Unserem Team gelang es, sie alle wieder erfolgreich ins offene Meer zu entlassen. Wenn das gelingt, ist die Freude bei den erschöpften Rettungskräften groß!

Da so viele Tiere gestrandet sind, untersucht unser Expertenteam nun jeden Vorfall und hofft, Erkenntnisse über die Ursachen zu erlangen, sobald die klinischen Testergebnisse eingehen. Cape Cod war schon immer einer der Orte weltweit mit den meisten Massenstrandungen von Delfinen. Der IFAW verfügt über langjährige Erfahrungen mit Rettungseinsätzen. Doch die jüngsten Strandungen scheinen sich von früheren Vorfällen zu unterscheiden.

Ein entscheidender Unterschied ist, dass diesmal hauptsächlich Weibchen mit Nachwuchs gestrandet sind, während in den letzten zehn Jahren mehr junge Männchen waren. Die Weibchen und ihre Kälber weisen stärkere Anzeichen von Stress und Schock auf. Es sterben auch mehr Delfine an den direkten Folgen der Strandung als in vergangenen Jahren.

Es gibt ganz unterschiedliche Ursachen dafür, dass Delfine stranden und in den jüngsten Fällen liegen die Ursachen noch völlig im Dunkeln.

Brian Sharp

Erfahren Sie mehr über die Arbeit des IFAW zur Rettung und Erforschung von Meeressäugern.

Die Strandungseinsätze des IFAW sind durch ein Abkommen mit der US-Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA gemäß dem Meeressäugerschutzgesetz genehmigt.

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Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
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Beth Allgood, IFAW Länderdirektorin USA
Länderdirektorin USA
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Cynthia Milburn, Senior-Beraterin Strategieentwicklung
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Faye Cuevas, Esq., Vizepräsidentin
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Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
Kelvin Alie, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vizepräsident
Patrick Ramage, Programmdirektor Meeresschutz
Programmdirektor Meeresschutz
Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
Programmdirektor Wildtierkriminalität