Auf der Suche nach Kot – Maya, der Koala-Spürhund

Maya, ein Border-Collie, wurde aus einem Tierheim gerettet und ist jetzt ausgebildet, um Koala-Kot zu erkennen.

Wildtiere aufzuspüren und zu schützen, ist keine leichte Aufgabe, vor allem dann nicht, wenn sie selten sind und sich im Wald gut verbergen – wie Koalas.

Mit ihren bis zu 220 Millionen Riechzellen sind Hunde den Menschen beim Fährtenlesen weit überlegen. Die vierbeinigen Duftexperten sind in der Lage, auf achtsame Art und Weise eine breite Palette von Arten aufzuspüren, die für das menschliche Auge nicht sichtbar sind.

Ich durfte eine Woche an der Sunshine Coast in Queensland verbringen, um ein besseres Verständnis vom Projekt „Spürhunde für den Naturschutz“ zu bekommen – ein wichtiges Projekt des IFAW, um eines der bekanntesten Symbole Australiens zu retten – den Koala-Bären. Unter der Leitung von Dr. Romane  Cristescu und Dr. Céline Frère sucht das Programm in Zusammenarbeit mit der University of the Sunshine Coast (USC) in örtlichen Tierheimen nach geeigneten, hochmotivierten Hunden und bildet sie aus, um Koalas aufzuspüren.

Bear ist eine der Erfolgsgeschichten des Programms. Nach einem Jahr Training kann der Border-Collie-Koolie-Mischling den Geruch von Koalas sowohl auf dem Boden als auch in einer Höhe von bis zu 4,6 - 6 Metern ausmachen.

Bear, ein Border-Collie-Koolie-Mischling, spürt Koalas für Forschungszwecke auf und um sie zu retten.

Bears vierbeinige Kollegin Maya allerdings ist der erste Hund, der Koala-Kot aufspüren kann.

Maya wurde aus der Tötungsstation eines Tierheims gerettet und im Jahr 2011 ins USC-Programm aufgenommen. Sie absolvierte das Programm mit einer Trefferquote von 97 Prozent und ist damit beim Aufspüren von Koala-Kot 150-mal besser als ein Mensch.

Das Team arbeitet gewöhnlich in Naturschutzgebieten, um Koalas zu finden und zu zählen oder um private Landbesitzer zu unterstützen, die sich freiwillig für die Arterhaltung engagieren. Ich konnte Mayas Fähigkeiten bei einem Testlauf auf offenem Feld beobachten: Drei Grundbesitzer hatten sich an die Universität gewandt und darum gebeten, dass Maya ihnen hilft, nach Koalas zu suchen, die sich auf ihrem Land befinden.

Sobald sie ihre Spürhund-Weste umgeschnallt bekommen hatte, verstand Maya sofort, dass es Zeit für ihren Einsatz war. Auf ein kurzes Handzeichen ihres Trainers umrundete sie unverzüglich Dutzende von Bäumen und untersuchte jeden einzelnen. Für mich sah es so aus, als ob Maya verzweifelt nach dem ihr nun vertrauten Geruch von Koala-Kot suchen würde.

Maya bekommt ein Lekkerli von Dr. Céline Frère.

Ihre vierjährige Erfahrung kam zum Vorschein: Sobald Maya Exkremente gefunden hatte, bestätigte der Hundeführer schnell, dass sie von einem Koala stammten, bevor er Maya mit einem Ballspiel belohnte. Die Suche nach Koala-Kot ist eine wichtige Schutzmaßnahme, da der Kot nicht nur das Vorhandensein von Koalas zeigt, sondern dessen genetische Analyse auch Informationen über die Gesundheit der Tiere liefert.

Stunden im Wald auf der Suche nach Exkrementen zu verbringen, ist nicht ungefährlich. Dr. Cristescu und Dr. Frère erklärten mir, dass eines der Hauptrisiken für Spürhunde die anderen Waldbewohner seien. Während des Trainings auf offenem Feld tragen die Hundeführer immer einen Erste-Hilfe-Kasten bei sich und lassen sich im Falle eines Schlangenbisses von einem Tierarzt beraten. Die Hunde müssen außerdem nach jedem Einsatz gründlich gebürstet werden, um Zeckenbisse zu vermeiden.

Mayas Talent kam bereits mehrfach bei Beratungsdiensten zum Einsatz, deren Profit in die Forschungsarbeit reinvestiert wurde, die ermittelt, ob ein Gebiet von Koalas bewohnt wird. Diese statistischen Erhebungen helfen nicht nur, eine detailliertere Karte der Koala-Kolonien zu erstellen, sondern sie unterstützen auch die Regierung, fundierte Entscheidungen zu treffen, ob eine Koala-Kolonie Schutz benötigt. Der jüngste Erfolg von Mayas harter Arbeit ist der Bau eines Tunnels, der es den Koalas ermöglicht, eine Autobahn, die durch ihren Lebensraum verläuft, zu überqueren.

Laure Boissat

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Kampagnenberater
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