11. UN-Artenschutzkonferenz: Großartiger Sieg für Haie und Rochen

Heute wurden bei der 11. Vertragsstaatenkonferenz der Bonner Konvention in Quito, Ecuador, mehrere bahnbrechende Entscheidungen für das Überleben von Haien und Rochen getroffen.

Dabei geht es um die Aufnahme mehrerer bedrohter Arten in die Anhänge der Bonner Konvention: Im Anhang I der Bonner Konvention werden die am stärksten gefährdeten Arten aufgeführt. Länder, in denen diese Arten leben, sind aufgerufen, die Tiere und ihre Lebensräume zu schützen (beispielsweise durch ein Fangverbot) und ihnen die Wanderung zu ermöglichen. In Anhang 2 werden Tierarten aufgeführt, die von internationalen Schutzmaßnahmen erheblich profitieren würden. Die Mitgliedsstaaten sollen regionale Abkommen zum Schutz solcher Arten zu schließen.

Wie beantragt, wurden sechs Hai- und 15 Rochenarten neu in Anhang 2 der Konvention aufgenommen, weil ihr Erhaltungszustand nach Meinung der Mitgliedsstaaten kritisch und unbedingt verbesserungswürdig ist.

Die Vertragsstaaten haben erklärt, dass sie international zusammenzuarbeiten wollen, um für einen besseren Schutz dieser Arten zu sorgen. Die internationale Kooperation ist von großer Bedeutung, da Haie nicht vor Ländergrenzen Halt machen. Es würde daher nicht helfen, die Tiere in einem Land zu schützen, während sie im Nachbarland weiterhin gejagt werden.

Außerdem ist es wichtig, dass die Welt endlich die bedrohliche Lage für Haie und Rochen erkennt – nachdem der starke und anhaltende Populationsrückgang dieser Arten jahrzehntelang von der Öffentlichkeit ignoriert wurde.

Mindestens 74 Haiarten gelten als vom Aussterben bedroht. Wahrscheinlich sind es jedoch weitaus mehr, denn über viele Arten gibt es kaum verlässliche Daten. Viele Populationen sind bis auf 20 Prozent ihres ursprünglichen Bestandes zurückgegangen – mit dramatischen Auswirkungen auf das Ökosystem.

Zumindest sechs Hai- und 15 Rochenarten sind ab jetzt besser geschützt.

Doch noch wichtiger als die Listungen in Anhang 2 der Bonner Konvention ist, dass zusätzlich 15 Rochenarten (Mantarochen, 9 Arten von Teufelsrochen und 5 Sägefischarten) in Anhang 1 der Konvention aufgenommen wurden: Dies bedeutet für sie höchstmöglichen Schutz. Die meisten dieser Rochenarten sind bereits vom Aussterben bedroht, für einige existieren keine zuverlässigen Daten. Es scheint, dass ihre Populationen so rasant abnehmen, dass keine zuverlässigen Schätzungen mehr möglich sind.

Die größte Bedrohung für Rochen ist die Tatsache, dass ihre Kiemenbögen seit einigen Jahren in der traditionellen chinesischen Medizin sehr gefragt sind. Daher hat die Fischerei dramatisch zugenommen.

Da es sich hier um ein globales Problem handelt, kann es auch nur auf globaler Ebene gelöst werden. Deshalb ist die Listung der Rochen auf Anhang 1 der Bonner Konvention so bedeutend für den Erhalt dieser Arten.

Ich bin sehr froh darüber, dass Entscheidungsträger aus der ganzen Welt hier in Quito zugestimmt haben, den Rochen den höchstmöglichen Schutzstatus einzuräumen. Damit besteht Hoffnung, dass sich ihre Populationen von der massiven Abschlachtung der vergangenen Jahre erholen.

Da es bei den Rochen keine „versteckten Reserven“ gibt und ihre Bestände aufgrund der außerordentlich niedrigen Fortpflanzungsrate besonders rapide abnehmen, sind ihre Bestände selbst bei geringer Fischereiaktivität sehr schnell überfischt.

Wir müssen vor allem Fidschi und Kenia dankbar sein, denn sie haben den Schutz der Rochen beantragt. Außerdem danken wir Ecuador, Ägypten, Costa Rica und der EU für alle weiteren Anträge, um bedrohte Arten zu schützen.

Wir werden Sie weiter über die Ergebnisse der 11. UN-Artenschutzkonferenz in Ecuador auf dem Laufenden halten.

Ralf Sonntag

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Staci McLennan, Regionaldirektorin Europäische Union
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Tania McCrea-Steele, Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel
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Senior-Berater Strategische Partnerschaften