Wie Kinder zu Botschaftern für die Tiger werden

Der Autor beantwortet die Fragen des wissbegierigen Publikums.

Kinder sind der Schlüssel zur Zukunft unserer Wildtiere. Und sie können heute schon viel bewegen.

Unser Animal Action Education Team in Indien wurde kürzlich eingeladen, um im Rahmen des Global Tiger Day einen kleinen Vortrag in einer Schule in Delhi zu halten.

Allerdings gingen wir nicht ohne Hintergedanken dorthin.

Wir hatten nicht nur vor über Tiger zu sprechen. Wir wollten, dass die Schüler allesamt zu Botschaftern für Tiger und andere Wildtiere in Indien werden und eine Kettenreaktion auslösen. Sie sollten unsere Botschaft unter ihren Freunden und in ihrer Familie weiterverbreiten.

Da standen wir dann also an einem Samstagmorgen: Dr. Mayukh Chatterjee, Achintya Tripathi und ich.

Etwa 100 Leute waren da: Schüler und ihre Eltern und die Lehrer der Meeakshi Public School in Delhi. Nur wenige von ihnen hatten schon einmal einen Tiger gesehen. Und noch weniger unter den Anwesenden hatten in ihrem Leben einen dazu noch wilden Tiger gesehen. Doch alle waren sehr wissbegierig und ihre Begeisterungsfähigkeit war beeindruckend.

Wir begannen zunächst damit, uns und auch die Tiger vorzustellen. Dann stellten wir Fragen. Dabei freuten uns dabei sowohl über richtige als auch über falsche Antworten. Es ging ja schließlich nicht darum, sich mit Wissen gegenseitig zu übertrumpfen. Die Kinder sollten vielmehr etwas lernen und wir wollten sie motivieren, sich für Tiger zu engagieren.

Anschließend führten wir unseren Dokumentarfilm "Born to be Wild: Die Rettung des majestätischen Tigers" vor und veranstalteten dazu ein Quiz. Wir befragten das Publikum über Tiger und ihr Verhalten. Im Anschluss führten wir eine kleine Diskussion zur jeweiligen Frage durch, um die Antwort verständlicher zu machen.

Danach war es Zeit für Fragen von den Schülern an uns. Die waren jedoch gar nicht so leicht zu beantworten: „Wie viele Streifen hat ein Tiger?“, „Warum leben in Indien Königstiger und keine anderen Tigerarten?“, „Wie groß ist der größte Tiger?“, „Können Tiger in der Wüste leben?“, „Warum bekommen Wilderer Bewährungsstrafen, wenn man doch weiß, dass sie weitere Tiger töten werden?“.

So ging es weiter bis die Koordinatoren sagten, dass die Zeit um war. Einige Fragen waren wirklich niedlich! Andere verblüfften uns.

Eine Frage, die mich aufgrund ihrer Einfachheit und ihrer gleichzeitigen Tiefe besonders beeindruckte, war:Warum gelingt es uns nicht, den Tiger zu retten?“ Obwohl es nur noch wenige wildlebende Tiger gibt, obwohl er so berühmt ist, obwohl er für das Ökosystem von so unschätzbarem Wert ist und obwohl er unser Nationaltier ist, wird er getötet. Es war aus der Sicht dieses Kindes unbegreiflich, dass wir das geschehen lassen.

Wir hatten darauf nur eine Antwort: Es gibt zu wenige Menschen, die es versuchen. In einem komplexen und bevölkerungsreichen Land wie Indien gibt es viele Herausforderungen, die bewältigt werden müssen. Doch wenn wir es positiv sehen, haben wir auch die Möglichkeit, mehr für unser Naturerbe zu tun.

„Macht mit. Sprecht Euch für die Tiger aus, werdet zu Ihren Botschaftern.", sagten wir. Die darauffolgende Stille zeigte uns, dass unser Anliegen angekommen war.

Die Veranstaltung endete mit dem lauten und entschlossenen "Lasst uns die Tiger retten!". Diese motivierten Schüler waren zu Botschaftern für die Tiger geworden.

Diese Kinder stehen für die Zukunft. Und sie stehen für einen Wandel, der heute beginnt.

Sheren Shrestha

Erfahren Sie mehr über das Kinder- und Jugendprogramm des IFAW.

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Experten

Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
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Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
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Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater für Strategische Partnerschaften und Philanthropie