Neues Projekt in Simbabwe schützt Elefanten und ihre Lebensräume

Annabelle und Tulku in der Elefantenkrippe „Zimbabwe Elephant Nursery“ (ZEN).

Die Elefantenkrippe „Zimbabwe Elephant Nursery“ (ZEN) bei Harare bietet sechs jungen Elefanten ein Zuhause, die vor dem Tod gerettet wurden: Annabelle, Matabele, Tulku, Kura, Moyo und Sizi.

Annabelle, Matabale, Tulku und Kura hatten bei ihrer Rettung schwere Verletzungen. Moyo und Sizi wurden zu Waisen, weil ihre Mütter von Wilderern getötet wurden. Bevor die Elefantenkrippe 2013 gegründet wurde, hatten verletzte und verwaiste Elefantenkälber in Simbabwe keine Überlebenschance. Noch auf die Milch der Mutter angewiesen und nicht in der Lage, sich vor Raubtieren zu schützen, sind Elefantenkälber vollkommen hilflos.

Doch dank ZEN und dem IFAW haben die sechs kleinen Elefanten jetzt eine zweite Chance. In den kommenden Monaten und Jahren werden sie ihren Weg zurück in die Freiheit gehen: von ihrer Rettung über die Rehabilitierung bis zur Entlassung in die Wildnis in einem Schutzgebiet.

Tulku war zum Zeitpunkt der Rettung schwer verletzt. Jetzt erholt er sich in der Elefantenkrippe.

ZEN begann als öffentlich-private Partnerschaft zwischen dem „Wild is Life Trust“ und der simbabwischen Nationalparkbehörde. Im vergangenen Jahr wurde der IFAW offizieller Partner. Gemeinsam werden wir das Projekt weiter ausbauen.

Die sechs jungen Elefanten wachsen schnell heran. Sie sind gesund und haben untereinander enge Freundschaften geschlossen. Jetzt sind sie bereit für einen neuen Lebensabschnitt.

Die Elefanten werden nun gemeinsam mit ihren Pflegern der Elefantenkrippe in ein neu erbautes, gesichertes boma (Freiluftgehege) im Panda-Mausie-Nationalpark gebracht. Dort finden sie vorübergehend ein Zuhause, um sich langsam an das Leben in freier Wildbahn zu gewöhnen. Mit der Zeit werden sie anfangen, die neue Umgebung zu erkunden. Sie werden neue Fähigkeiten erlernen und entweder eine eigene Herde bilden oder sich einer wilden Herde anschließen, die durch das Gebiet zieht.

Der IFAW und ZEN haben 34.500 Hektar Land im Waldschutzgebiet Panda-Masuie gepachtet. Dieses wichtige Gebiet grenzt im Norden an den Zambezi-Nationalpark und im Süden an den Kazuma-Pan-Nationalpark und ermöglicht den Elefanten sowie anderen Wildtieren, sicher in diese weitläufigen Schutzgebiete zu gelangen. Unser Pachtvertrag schützt das Land für die nächsten 20 Jahre. Auf diese Weise können wir diesen Lebensraum für die Elefanten und für andere Wildtiere erhalten. Auch die sechs Elefantenwaisen werden wir dort im kommenden Jahr in die geschützte Freiheit entlassen.

Das schrittweise, begleitete Auswildern von einer ganzen Gruppe von sechs Elefanten in die freie Wildbahn ist nicht die Regel. Während der Rehabilitierung finden sich verwaiste Elefanten zwar meist mit der Zeit zu Ersatzfamilien zusammen, doch in die Freiheit entlassen werden sie häufig einzeln oder zu zweit, wenn sie eigenständiger werden. In diesem Fall sollen die sechs Jungtiere aber als Gruppe in die freie Wildbahn entlassen werden. Wir hoffen, dass eine bereits bestehende wilde Herde die jungen Elefanten in ihre Großfamilie aufnehmen wird oder dass sie als eigene Herde in dem Gebiet akzeptiert werden.

Während die Elefantenwaisen sich an die neue Situation gewöhnen, werden wir gemeinsam mit unseren Partnern sowie den simbabwischen Wildtier- und Forstbehörden und den Menschen vor Ort dafür sorgen, dass die Elefanten und das gesamte Gebiet geschützt sind und Menschen und Tiere konfliktfrei zusammenleben können.

Der ganzheitliche Ansatz des IFAW, der den Schutz jedes einzelnen Tieres, die Einbindung der Menschen vor Ort sowie den Schutz von Lebensräumen verbindet, wird dieses Projekt über viele Jahre prägen.

Wir werden die jungen Elefanten mit Halsbändern ausstatten, um sie zu überwachen. Wir werden Einheimische zu Wildhütern ausbilden. Wir werden Initiativen zur Existenzsicherung und zur Förderung der Eigenständigkeit der Gemeinen ins Leben rufen, um dafür zu sorgen, dass auch die Menschen vor Ort vom Naturschutz profitieren. Wir werden Wilderei konsequent bekämpfen und Mensch-Tier-Konflikte bedacht lösen. Und wir werden Tausende Hektar Land für die Tiere schützen.

Gemeinsam mit dem „Wild Is Life Trust“ und unseren weiteren Partnern setzen wir alles daran, dass die sechs Elefantenwaisen wieder in freier Wildbahn leben können. Und wir werden dieses Land schützen, damit Elefanten und andere Tiere sich sicher von einem Schutzgebiet ins nächste bewegen können – innerhalb von Simbabwe und über die Landesgrenzen hinweg in andere Teile der großen Schutzzone „Kavango-Zambezi Trans-Frontier Conservation Area“ (TFCA).

Joseph Okori

Erfahren Sie mehr über die Arbeit des IFAW zum Schutz von Elefanten und ihren Lebensräumen.

Post a comment

Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
Präsident und CEO
Beth Allgood, IFAW Länderdirektorin USA
Länderdirektorin USA
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Cynthia Milburn, Senior-Beraterin Strategieentwicklung
Senior-Beraterin Strategieentwicklung
Dr. Joseph Okori, Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Natursc
Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Naturschutz
Faye Cuevas, Esq., Vizepräsidentin
Vizepräsidentin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
Kelvin Alie, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vizepräsident
Patrick Ramage, Programmdirektor Meeresschutz
Programmdirektor Meeresschutz
Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
Programmdirektor Wildtierkriminalität