International wird einiges getan gegen den Elfenbeinhandel. Schließt sich die EU an?

Wenn führende Staats- und Regierungschefs die Elfenbeinmärkte schließen, wird sich die EU dann anschließen und den Bitten der afrikanischen Nationen um Unterstützung nachkommen? Die Entscheidung der chinesischen Regierung, Anfang 2018 den Verkauf von Elfenbein gesetzlich zu verbieten, ist ein wichtiger Schritt, um das Abschlachten der Elefanten zu stoppen. „Seit der Ankündigung Chinas, den Handel zu verbieten, ist der Preis für Elfenbein in ganz Asien gefallen“, sagt Grace Gabriel, Regionaldirektorin Asien des IFAW. „Die Elfenbeinmärkte zu schließen und die Strafverfolgung zu verschärfen, erhöht die Risiken und verringert den Profit der Kriminellen, Elefanten zu wildern und ihre Stoßzähne zu schmuggeln. Strenge Richtlinien, die den Elfenbeinhandel unter allen Umständen als illegal deklarieren und ihn damit stigmatisieren, tragen zudem dazu bei, die Nachfrage zu senken.“

Chinas Entscheidung wurde auch von Erik Solheim, dem Leiter des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, begrüßt. Er erklärt: „Dies ist ein historischer Schritt und könnte ein Wendepunkt in unserem Kampf sein, Elefanten vor dem Aussterben zu bewahren. Wir brauchen mehr Länder und Regionen, die dem Beispiel folgen.

Nur einen Monat nach Inkrafttreten des Verbots stimmten die Abgeordneten in Hongkong, dem weltweit größten Elfenbeinmarkt, Ende Januar 2018 dafür, den lokalen Elfenbeinhandel bis 2021 allmählich zu beenden und mit Maximalstrafen von 1,3 Millionen US-Dollar bzw.  Haft von bis zu zehn Jahren härtere Sanktionen einzuführen. „Nachdem das chinesische Festland ein vollständiges Verbot des kommerziellen Elfenbeinhandels verabschiedet hat, folgt Hongkong mit einem Verbot auf der Insel und höheren Strafen bei Verstößen“, fährt Gabriel fort. „Das sind großartige Neuigkeiten für Elefanten. Es zeigt, dass mehr Menschen auf der ganzen Welt eine simple Tatsache erkannt haben: Elfenbeinhandel bedroht Elefanten immer und überall.“

 

Die Einführung von Elfenbein-Handelsverboten hat definitiv zugenommen, seit die US-Regierung unter Obama 2016 Verordnungen erlassen hat, die die meisten Im- und Exporte von Elfenbeinprodukten stoppen und den zwischenstaatlichen Verkauf auf antike und bestimmte andere Produkte mit geringen Mengen Elfenbein beschränken. Ein nahezu vollständiges Verbot wurde auch in Frankreich eingeführt, das allerdings bestimmte Ausnahmen vorsieht für den Handel mit Gegenständen aus geschnitztem Elfenbein und Nashorn-Horn, die vor dem 1. Juli 1975, dem Tag des Inkrafttretens des Washingtoner Artenschutzübereinkommen, hergestellt wurden.

Jetzt wird die Zeit zeigen, ob das Vereinigte Königreich eine weitere wegweisende Entscheidung für ein Elfenbeinverbot treffen wird. Die überwältigende Mehrheit der 60.000 Antworten auf die von der Regierung im Jahr 2017 gestartete öffentliche Befragung befürwortet ein Verbot. Im Anschluss daran wurde im Februar 2018 eine neue britisch-chinesische Initiative zur Beendigung des illegalen Wildtierhandels angekündigt. Die endgültige Entscheidung wird definitiv für die nächste Konferenz zum illegalen Wildtierhandel von Bedeutung sein, die im Oktober 2018 von der britischen Regierung ausgerichtet wird.

„Der Kampf gegen den internationalen Handel mit Elfenbein ist ein Kampf, den wir nicht verlieren dürfen“, sagte der Umwelt-Kommissar der EU, Karmenu Vella, im Jahr 2017, als er eine Empfehlung an die EU-Mitgliedstaaten erließ, den Export von altem, unbearbeitetem Elfenbein bis zum 1. Juli desselben Jahres zu beenden. Die EU-Kommission startete zudem 2017 parallel eine öffentliche Befragung zum Elfenbeinhandel und erhielt insgesamt 89.833 Antworten. Diese werden nun analysiert, und eine endgültige Entscheidung darüber, ob weitere Beschränkungen für verarbeitetes Elfenbein notwendig sind, wird im Juli 2018 bekannt gegeben.

Ein legalisierter Binnenmarkt innerhalb der EU, dem größten Exporteur von legalem Elfenbein, schürt nach wie vor die Nachfrage und ermöglicht es den Händlern, illegales Elfenbein in den legalen Markt zu schleusen. Die Elfenbeinmärkte passen sich an und könnten sich aufgrund der Schließung des Handels in China und Hongkong in andere asiatische Länder verlagern. Daher hat die EU, die wichtigste Geldgeberin beim Erhalt der biologischen Vielfalt, jetzt die Chance, die Führung zu übernehmen und sich China anzuschließen, um Elefanten vor dem Aussterben zu bewahren. Afrikanische Staaten mit Elefantenpopulationen drängten die EU dazu. Der IFAW fordert die EU nachdrücklich auf, strengere Maßnahmen zur Beendigung des Elfenbeinhandels zu ergreifen und nur minimalste Ausnahmen zuzulassen. Nur so könnte die EU dazu beitragen, dass der illegale Elfenbeinmarkt endgültig verschwindet.

Bitte helfen Sie uns, die Elefanten zu schützen! Fordern Sie die EU-Kommission und die deutsche Regierung auf, den Elfenbeinhandel endlich komplett zu verbieten. 

Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
Präsident und CEO
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Dr. Elsayed Ahmed Mohamed, Regionaldirektor Mittlerer Osten
Regionaldirektor Mittlerer Osten
Dr. Joseph Okori, Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Natursc
Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Naturschutz
Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
Faye Cuevas, Esq., Vizepräsidentin
Vizepräsidentin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
Kelvin Alie, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vizepräsident
Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
Programmdirektor Wildtierkriminalität
Robert Kless, Leiter IFAW Deutschland
Leiter IFAW Deutschland
Staci McLennan, Regionaldirektorin Europäische Union
Staci McLennan, Regionaldirektorin Europäische Union
Tania McCrea-Steele, Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel
Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel, IFAW Großbritannien
Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater für Strategische Partnerschaften und Philanthropie