Größte Beschlagnahmung lebender Skorpione in Frankreich

Einige der in Paris am 18. und 22. September 2015 vom Zoll beschlagnahmten Skorpione. © French CustomsAm 18. und 22. September kam es am Flughafen Paris Roissy zur größten Beschlagnahmung lebender Skorpione, die es je in Frankreich gegeben hat. Der Zoll beschlagnahmte insgesamt 119 Tiere. Es handelte sich dabei um die Skorpionart Pandinus dictator. Entdeckt wurden die Tiere im Frachtraum eines Flugzeugs, das aus Kamerun kam und auf dem Weg in die USA war. Die Skorpione waren dort für einen Händler bestimmt, der exotische Tiere vertreibt. Bis dieser Fall vor Gericht kommt, werden die Skorpione in einer Tierhandlung namens La Ferme Tropicale untergebracht. Ihre weitere Zukunft ist noch ungewiss.

Dieser Fall ist ein typisches Beispiel, wie häufig der Zoll auf die Hilfe von Tierhandlungen, Tierheimen und Rettungsstationen angewiesen ist, um beschlagnahmte Tiere unterzubringen. So zum Beispiel auch als der Zoll am 28. September 34 Vögel (darunter vier geschützte Arten) ins Zentrum für Wildtiere in Audenge brachte, nachdem sie in einem Bus beschlagnahmt worden waren.

Diese Beschlagnahmungen demonstrieren einmal mehr, dass Frankreich genauso Transitland wie Zielland für geschmuggelte Tiere ist. In den Jahren 2013 und 2014 beschlagnahmte der Zoll 1.450 beziehungsweise 1.392 Tiere. Am häufigsten Schildkröten und Vögel.

Die große Nachfrage nach „exotischen Tieren“ heizt den Wildtierschmuggel an. Doch viele Tiere überleben den Transport in ihr „neues Zuhause" nicht einmal. Haben sie einen neuen Besitzer gefunden, verlieren diese oft nach einer Weile das Interesse und kümmern kaum noch um ihre exotischen Mitbewohner. Manche werden sogar komplett ihrem Schicksal überlassen und sterben.

Obwohl wir die Arbeit und die Bemühungen des Zolls sehr schätzen, zeigen die zahlreichen Beschlagnahmungen, wie dringend wir einen Europäischen Aktionsplan brauchen, der den Schmuggel mit Wildtieren innerhalb der EU unterbindet. Ein solcher Aktionsplan soll dazu dienen, geschützte Arten sicher zu erkennen und zu schützen. Und er soll helfen, Einrichtungen zu finden, in denen beschlagnahmte Tiere untergebracht werden können. Gleichzeitig müssen Leitlinien erarbeitet werden, um Tiere, wenn möglich, in ihre Heimat zurückzubringen.

Außerdem hoffen wir, dass Sammler und Käufer exotischer Tiere endlich beginnen, ernsthaft über die Konsequenzen ihres Handelns nachzudenken. Jeder Einzelne von uns muss entschieden "Nein" zum illegalen Wildtierhandel sagen.

Der IFAW ist überzeugt, dass Wildtiere in freier Wildbahn leben sollten und nicht als Haustiere gehalten werden dürfen. Viele Tierarten brauchen ihren ursprünglichen Lebensraum, da ihre natürlichen Bedürfnisse in Gefangenschaft niemals erfüllt werden können.

Mia Crnojevic

Erfahren Sie mehr über die Arbeit des IFAW gegen den illegalen Wildtierhandel.

Post a comment

Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
Präsident und CEO
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Dr. Elsayed Ahmed Mohamed, Regionaldirektor Mittlerer Osten
Regionaldirektor Mittlerer Osten
Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
Faye Cuevas, Esq., Vizepräsidentin
Vizepräsidentin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
Kelvin Alie, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vizepräsident
Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
Programmdirektor Wildtierkriminalität
Robert Kless, Leiter IFAW Deutschland
Leiter IFAW Deutschland
Staci McLennan, Regionaldirektorin Europäische Union
Staci McLennan, Regionaldirektorin Europäische Union
Tania McCrea-Steele, Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel
Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel, IFAW Großbritannien
Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater für Strategische Partnerschaften und Philanthropie