Weitere Trainings zur Bekämpfung des illegalen Wildtierhandels in Bhutan

Die jeweils eintägigen Workshops waren Teil unserer gemeinsamen Initiative mit dem Wildlife Trust of India und der Forst- und Nationalparkbehörde von Bhutan. Die Zusammenarbeit besteht seit 2011.
 

Den Bericht verfasste Amrit Menon, Mitarbeiter des Wildlife Trust of India.

Er habe zwar schon viele Schuppentiere gesehen, eine einzelne Schuppe habe er allerdings noch nie zu Gesicht bekommen, erzählt ein in Grenznähe stationierter Zollmitarbeiter. Dabei gehören Schuppen von Schuppentieren zu den weltweit am häufigsten geschmuggelten Produkten.

Und genau deshalb fand der Zollmitarbeiter unseren Workshop zum Schmuggel von Wildtierprodukten, den wir in der indisch-bhutanischen Grenzregion ausrichteten, so hilfreich.

Insgesamt fünf Workshops haben wir im Juni in den Grenzstädten Gelephu, Samtse, Phuntsholing und Samdrup Jongkhar veranstaltet. Ausgewählte Vertreter aus Bhutan nahmen teil, darunter 129 Mitarbeiter aus verschiedenen Vollzugsbehörden: Vertreter von Armee, Polizei, Zoll sowie von der Landwirtschafts- und Forstbehörde Bhutan.

Ein Polizeibeamter macht ein Foto von einem Wildtierprodukt.Die jeweils eintägigen Workshops waren Teil einer gemeinsamen Initiative mit dem Wildlife Trust of India sowie der Forst- und Nationalparkbehörde von Bhutan. Die Zusammenarbeit besteht seit 2011.

Ziel dieser Workshops in der Grenzregion war, die Mitarbeiter der Vollzugsbehörden für den illegalen Wildtierhandel zu sensibilisieren und ein effektives Durchgreifen zu fördern, um zu verhindern, dass indische Wildtierprodukte auf die Transitroute gelangen.

"Da wir in der Grenzregion arbeiten, haben wir es mit jeder Menge grenzüberschreitender Straftaten zu tun. Es ist davon auszugehen, dass in dieser Gegend Wildtierprodukte geschmuggelt werden. Da wir nicht über die nötige Expertise verfügen, um Schmuggelware und Schmuggler zu identifizieren, erkennen wir sie oft einfach nicht. Da es zu meinen Aufgaben gehört, Ausländer, die aus beruflichen Gründen ins Land einreisen, genau zu durchleuchten, sollte ich auch mehr über solche Straftaten wissen", so Sonam Tshering, Verbindungsoffizier bei der Einwanderungsbehörde von Bhutan. Er war einer der Teilnehmer beim Workshop in Gelephu.

Ein im Workshop verwendetes Beispiel.An der indisch-bhutanischen Grenze herrscht reger Güter- und Personenverkehr. Aufgrund der schlechten Grenzkontrollen entwickelt sich die Grenze momentan zu einer bevorzugten Route für Schmuggler, die Wildtierprodukte nach China und in andere Länder schmuggeln wollen. Die Anzahl der Beschlagnahmungen von Wildtierprodukten durch die Vollzugsbehörden in diesen Grenzstädten ist in letzter Zeit dramatisch angestiegen. "Es ist strategisch sehr wichtig, das Verbrechen an der Grenze zu bekämpfen, wo bessere Möglichkeiten bestehen, illegale Güter zu entdecken. Wir müssen dafür sorgen, dass alle Vollzugsbehörden in der Lage sind, Wildtierprodukte zu erkennen", so unser Trainer Jose Louies.

Chhoglay Namgyal, Forstbeamter bei der Forstbehörde Bhutan, nahm in seinen Seminaren alle Schritte der Strafverfolgung im Detail durch: von der Festnahme eines Verdächtigen über das Strafmaß, den Umgang mit beschlagnahmten Gütern bis hin zu Belohnungen für Mitarbeiter.

Für die meisten Teilnehmer war es das erste Mal, dass sie sich mit der Untersuchung von echten und gefälschten Wildtierprodukten wie Tiger-, Leoparden- oder Nebelparderfellen beschäftigten. Muster von Elfenbein, Knochen, Schuppen vom Schuppentier, gefälschte und echte Drüsen von Moschustieren, Proben von Bärengalle und mehr wurden ebenfalls vorgeführt.Untersuchung gefälschten Rhinozeros-HornsDie Teilnehmer zeigten großes Interesse an den vorgeführten Gegenständen. Sogar während der Teepausen waren die Workshop-Leiter damit beschäftigt, zu zahlreichen Wildtierprodukten sowie ihrer Herkunft und Verwendung Auskunft zu geben.

Sonam Wangdi, Leiter der Forstverwaltung von Samtse, initiierte kurzerhand ein Netzwerk für den Informationsaustausch zwischen allen Vollzugsbehörden. Eine Zusammenarbeit verschiedener Behörden gab es bislang kaum. Um dem Wildtierhandel die Stirn zu bieten, muss dies jedoch dringend geschehen.

"Da mein Team im ganzen Land Verstöße gegen Tier- und Naturschutzgesetze verfolgt, wird uns die Unterstützung und Einbeziehung anderer Behörden von enormem Nutzen sein. Alle Behörden können Informationen sammeln und an uns weiterleiten und wir können gemeinsam eine Spur verfolgen. So können Schmugglerringe ausgehoben und Schmuggel verhindert werden", so Namgyal. Der bhutanische Polizeibeamte Dorji berichtete, dass dies das erste Mal in seiner fünfzehnjährigen Dienstlaufbahn sei, dass er an einer Schulung zum Schmuggel von Wildtierprodukten teilnehme.Untersuchung verschiedener WildtierprodukteEin weiteres Ziel der Workshops war die Verhinderung des Schmuggels von Wildtierprodukten durch Bhutan. Das Land hat eine vielfältige Tierwelt: Tiger, Leoparden, Elefanten und Schuppentiere sind dort heimisch. Deshalb gilt es als sichere Route für den Transport von Wildtierprodukten von Indien nach China. Dies war die vierte Schulung zur Bekämpfung des Handels von Wildtierprodukten, die der IFAW gemeinsam mit dem Wildlife Trust of India seit 2011 in Bhutan veranstaltet hat.

Amrit Menon

Erfahren Sie mehr über die Arbeit des IFAW zum Schutz bedrohter Arten. 

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Staci McLennan, Regionaldirektorin Europäische Union
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Tania McCrea-Steele, Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel
Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel, IFAW Großbritannien
Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater für Strategische Partnerschaften und Philanthropie