Wal-Konferenz: Wissenschaftlicher Walfang erschwert – Schutzgebiet im Atlantik abgelehnt

Japans sogenannter wissenschaftlicher Walfang erschwert.
Donnerstag, 18 September, 2014
Hamburg

Zwei wichtige Entscheidungen fielen heute auf der Konferenz der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) in Podoroz, Slowenien. Zunächst stimmte eine Mehrheit von Ländern für eine Resolution, die den „wissenschaftlichen“ Walfang erschwert. Solcher Walfang muss nun von der alle zwei Jahre stattfindenden Vollversammlung beraten werden. Kurz darauf scheiterte die Einrichtung eines Walschutzgebiets im Südatlantik. Trotz einer Mehrheit von 40 Stimmen dafür gegen 18 Nein-Stimmen, verfehlte das Schutzgebiet die nötige Dreiviertelmehrheit. Japan stellte sich mit befreundeten Nationen seit Jahren gegen ein solches Walschutzgebiet.

Die von Neuseeland eingebrachte Resolution zum wissenschaftlichen Walfang schreibt die zwingende Beteiligung der alle zwei Jahre tagenden Walfangkonferenz bei den Beratungen über wissenschaftliche Walfangprogramme fest. In Zukunft soll die Forschung auch ausschließlich dem Management und Schutz der Wale dienen. 35 Länder stimmten für die Resolution, 20 dagegen.

„Die Annahme der Resolution von Neuseeland durch die IWC ist ein wichtiger Meilenstein für den Schutz der Wale“, erklärt Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) bei der IWC-Konferenz. „Nach dem historischen Urteil des IGH passt die IWC ihre Beschlüsse dem Gerichtsurteil an. Nun sollten sogenannte wissenschaftliche Walfangprogramme in der Walfangkommission im Vorfeld diskutiert und kommentiert werden, bevor der Walfang tatsächlich startet. Wir fordern von Japan, dies nun zu respektieren, befürchten aber, dass Japan diese Resolution ebenso wie das Urteil des Gerichtshofes ignorieren wird und nächstes Jahr mit dem illegalen Walfang weitermacht.“

„Enttäuschend ist die anhaltende Weigerung Japans einem Walschutzgebiet im Südatlantik zuzustimmen“, so Sonntag weiter. „Die Einrichtung des Südatlantischen Walschutzgebiets wurde 1999 zum ersten Mal vorgeschlagen. Es hätte einen Länderübergreifenden Managementplan für die Wale dieser Region bedeutet und den hohen Stellenwert des Whalewatchings anerkannt, das eine zeitgemäße Alternative zum grausamen kommerziellen Walfang von Japan, Norwegen und Island ist.“

Neuseelands Resolutionsentwurf war der zentrale Konfliktpunkt der diesjährigen Konferenz. Tagelang hatten die über 60 anwesenden Delegationen versucht einen Konsens herbeizuführen. Dies ist am Widerstand Japans gescheitert und zwang jetzt zu der Abstimmung.

Im März 2014 hatte der Internationale Gerichtshof geurteilt, dass Japans „wissenschaftliches“ Walfangprogramm in der Antarktis illegal ist und beendet werden muss. Japan hatte zunächst erklärt, sich an das Urteil halten zu wollen und seinen Walfang in der Antarktis eingestellt. Nun ließ Japan verlauten, dass es seinen sogenannten wissenschaftlichen Walfang rund um die Antarktis wieder aufnehmen wolle und entwickelt eigens zu diesem Zweck ein neues Forschungsprogramm.

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