Erste Liebe für ein sambisches Elefantenweibchen?

Chamna, ein acht Jahre altes Elefantenweibchen, das in der Auswilderungsstation im Kafue-Nationalpark in Sambia lebt, zeigt deutliche Anzeichen ihrer beginnenden Pubertät. Chamilandu oder Chamma, wie sie auch genannt wird, ist ein acht Jahre altes Elefantenweibchen. Sie hat fast ihr gesamtes Leben im Elefantenwaisenhaus in Sambia verbracht. Jetzt durchläuft ihr Körper „Veränderungen“. Und sie zieht wie jede heranwachsende Frau das Interesse der männlichen Zeitgenossen auf sich.

Chamma ist in der Pubertät. In freier Wildbahn passiert dies selten vor dem zehnten bis vierzehnten Lebensjahr. Wenn Elefanten jedoch nicht in Freiheit aufwachsen, werden sie oft schon mit sieben oder acht Jahren geschlechtsreif.  

Chamma hat Chodoba ihre Geschlechtsreife demonstriert, dem mit zehn Jahren ältesten Elefantenbullen des Waisenhauses. Sie hat sogar mit ihm eine Nacht draußen im Busch verbracht.

Normalerweise statten uns wilde Elefantenbullen nur selten einen Besuch ab. Am Tag nach Chamnas Schäferstündchen mit Chodoba kam jedoch einer dieser wilden Dickhäuter zu unserem Außengehege. Der wilde Elefantenbulle hatte vielleicht Chamnas Duftnote gerochen oder sie gehört. In der Brunst schlagen Elefantenweibchen mit ihrem Schwanz hin und her. Dadurch verteilen sie Pheromone, die ihre Paarungsbereitschaft signalisieren. Außerdem geben sie niederfrequente, für das menschliche Ohr nicht hörbare Rufe ab. Beides kann Elefantenbullen über Kilometer hinweg anlocken.

Chammas Mutter wurde von Wilderern im South Luangwa Nationalpark erschossen. Dadurch wurde sie mit nur 18 Monaten zum Waisenkind. Sie war ein gesundes und ausgelassenes Elefantenkind. Allerdings wurde sie nach dem Verlust ihrer Mutter und dem Rest der Familie von Albträumen heimgesucht. Dank der kontinuierlichen Fürsorge unserer Pfleger konnte sie zur Ruhe kommen. Und seit einiger Zeit zeigt sie ihre mütterlichen Instinkte, indem sie sich liebevoll um jüngere Elefantenkälber kümmert und hilft, sie in die Herde zu integrieren.

Ihr Übergang ins Erwachsensein hat uns vor einige Herausforderungen gestellt. Jeden Tag gehen unsere Pfleger mit den jungen Elefanten in den Busch, damit die kleinen Dickhäuter sich bewegen, den Wald durchstöbern und lernen, sich wie wilde Elefanten zu verhalten. Was wir dabei am Wenigsten brauchen, ist ein hormongesteuerter wilder Bulle, der durch die Elefantenherde rast, weil er zu Chamna will. 

Wir beobachten Chamma sehr genau, um anhand ihres Verhaltens vorzeitig zu erkennen, wenn die Brunst wieder einsetzt (in der Regel alle 15 bis 16 Wochen). Dadurch haben wir die Möglichkeit, rechtzeitig entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

Wir können unsere Spaziergänge mit den Waisen dann auf offenes Gelände beschränken, damit wir einen nahenden Elefantenbullen früh genug sehen. Und wir würden ein Fahrzeug in der Nähe der Herde postieren, sodass sich die Pfleger gegebenenfalls schnell in Sicherheit bringen können.

Weibliche Elefanten in Chammas Alter sind meist recht forsch, um Interesse bei ihren männlichen Artgenossen zu wecken. Wenn dann allerdings ein grauer Riese, der doppelt so alt ist wie sie selbst, über die Savanne gestampft kommt und nur eines im Kopf hat, ist es mit ihrem Mut nicht mehr weit her. Instinktiv flüchten sie dann zu ihren Pflegern, deren Sicherheit daher höchste Priorität hat.

Das Großartige an Chamnas Entwicklung ist, dass sie eines Tages schwanger werden könnte. Nur Elefanten, die gesund sind, kommen in die Brunst. Und wenn Tiere sich fortpflanzen, ist dies ein Zeichen dafür, dass es ihnen gut geht.

Dank der Unterstützung unserer Förderer konnte das Elefantenwaisenhaus im letzten Jahr ein drei Hektar großes Außengehege einrichten. Das Gehege ermöglicht es den älteren Elefantenwaisen, die nicht mehr mit der Flasche gefüttert werden müssen, sich frei zu bewegen, ihren sozialen Umgang untereinander zu üben und nachts selbst nach Futter zu suchen. Dies sind drei wichtige Fähigkeiten die ein Elefantenjunges lernen muss, bevor wir es auswildern können.

Sarah Davies

Erfahren Sie mehr über die Arbeit des IFAW zum Schutz der Elefanten.

Post a comment

Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Faye Cuevas, Esq., Vizepräsidentin
Vizepräsidentin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater für Strategische Partnerschaften und Philanthropie