Die Verbreitung der Wölfe in Zahlen

In Polen gibt es laut offiziellen Daten derzeit insgesamt etwa 2.000 Wölfe. Derzeit wird eine neue nationale Bestanderhebung durchgeführt. Sobald es dazu Ergebnisse gibt, werden wir sie auch hier veröffentlichen.

Westlich der Weichsel lebt ein Teil der Zentraleuropäischen Wolfspopulation, zu der auch die Wölfe in Deutschland gehören.

Im westlichen Polen,  nahe der deutsch-polnischen Grenze, führt die polnische Non-Profit-Organisation Association for Nature „Wolf“ um die Biologin Sabina Nowak regelmäßig Bestandsaufnahme durch, die unter anderem durch den IFAW finanziert werden. Die Wissenschaftler schätzten aufgrund ihrer Forschungen den Wolfsbestand im Sommer 2018 westlich der Weichsel auf mindestens 80 Rudel oder Wolfspaaren. Dieses Vorkommen steht in enger Verbindung mit den Wölfen im östlichen Deutschland (vor allem Brandenburg und Sachsen), die als eine Einheit zu sehen ist und als Zentraleuropäische Population bezeichnet wird. Erfreulicherweise ist der Entwicklungstrend dieser Population positiv.

Da manche Rudelterritorien sowohl in Deutschland als auch in Polen verlaufen, fordert der IFAW grenzübergreifende Monitoringmaßnahmen verstärkt zu koordinieren und durchzuführen. So können Doppelzählungen vermieden werden.

Erfolgreicher Nachwuchs

Regelmäßig überprüft die Biologin Sabina Nowak, ob die Wölfe in Westpolen Nachwuchs bekommen haben. In der Zeit von Juni bis Dezember sucht ihr Team Spuren der Wölfe. Hilfreiche Hinweise sind dabei Pfotenabdrücke der Tiere anhand derer auch Aktivität von Jungtieren ausgemacht werden können. Weitere Zeichen von Wolfspräsenz sind Kot oder Reste von Beute. Markierungsplätze liefern zudem Anhaltspunkte dafür, dass sich die Tiere in der Region aufhalten. Eindeutige Indizien für Wolfsnachwuchs sind frische Höhlen, die dem Schutz der Jungtiere dienen. An geeigneten Standorten installierte Fotofallen können zweifelsfreie Belege liefern. Anhand dieser Maßnahmen konnten die Forscher bei den von ihnen beobachteten Rudeln im Monitoring-Jahr 2017/18 beobachten, dass etwa 61 Prozent Nachwuchs gezeugt hatte. Das ist weniger, als in den Beobachtungszeiträumen zuvor. Im Monitoring-Jahr 2016/17 hatten sich etwa 90 Prozent der Wolfsrudel in Westpolen erfolgreich fortgepflanzt.