Elefantenprojekt im Amboseli-Nationalpark in Kenia

Um die Elefanten in Kenia zu schützen, hat der IFAW 2010 das Amboseli-Elefanten-Projekt gestartet.

Das Projekt konzentriert sich auf drei Bausteine. Sie sind entscheidend für den Erhalt des Ökosystems Amboseli und für die Elefanten, die auf diesen Lebensraum angewiesen sind. Die drei Bausteine sind:

  • Unterstützung der kenianischen Wildtierschutzbehörde Kenya Wildlife Service beim besseren Schutz des Amboseli-Nationalparks
  • Unterstützung des Amboseli Elephant Research Projects zur Erforschung von Elefanten
  • Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden, um die Wanderkorridore der Elefanten zu schützen.

Schutz des Amboseli-Nationalparks

Der IFAW hilft der kenianischen Wildtierschutzbehörde bei Anti-Wilderei-Patrouillen und anderen grundlegenden Maßnahmen im Park. Dabei basiert unser Ansatz auf den Erfahrungen, die wir bereits in unseren Projekten zum Schutz der Lebensräume im Meru- (2000-2005) und Tsavo-Nationalpark (2005-2010) in Kenia gesammelt haben.

Unsere gemeinsamen Bestrebungen konzentrieren sich auf folgende Themen: 1) Strafverfolgung, 2) Lösung von Mensch-/Elefant-Konflikten, 3) Einsätze im Nationalpark, 4) gemeinschaftliche Tierschutzmaßnahmen und 5) Aufklärungsarbeit. Diese Schwerpunkte wurden von der kenianischen Wildtierschutzbehörde im Amboseli Ecosystem Management Plan für die Jahre 2008 bis 2018 beschlossen. Der Plan wurde von der kenianischen Regierung und den Interessenvertretern des Amboseli-Nationalparks – zu denen auch die umliegenden Massai-Gemeinden gehören – befürwortet.

Erforschung der Amboseli-Elefanten

Gemeinsam mit dem Amboseli Elephant Research Project hat der IFAW eine Studie über die Auswirkungen der verheerenden Dürre von 2008 bis 2009 auf das Leben und Wohlbefinden mehrerer Elefantenfamilien im Amboseli-Gebiet veröffentlicht.

Die Dürre hat zusammen mit der Wilderei fast 400 von 1.550 aller bekannten und kontinuierlich beobachteten Elefanten im Amboseli-Nationalpark das Leben gekostet. Dabei wurden 95 Prozent der Matriachinnen getötet. Diese erfahrenen Elefantenkühe sind Anführerinnen ihrer Familien. Sie wissen, wo es Futter und Wasser gibt und wo die Familien sicher sind. Und sie haben mehr als 60 Jahre Erfahrung mit der Steuerung von sozialen Elefanten-Netzwerken.

Unsere Forschung zeigt, dass Elefantenfamilien, die mit unerfahrenen Matriarchinnen zurückbleiben, weniger sozialen Zusammenhalt haben und sich zum Teil weniger stark fortpflanzen. Die verbliebenen Familienmitglieder scheinen verunsichert zu sein, was ihr Sozialverhalten betrifft.

Im Rahmen unseres Projekts untersuchen wir, wie sich der unerwartete Verlust der ältesten und erfahrensten Herdenmitglieder auf die soziale Stabilität, die Konkurrenzfähigkeit und die Fortpflanzung innerhalb der Elefantenfamilien auswirkt.

Unsere Erkenntnisse helfen uns, die Zukunft der Amboseli-Elefanten und anderer Elefantenpopulationen in Afrika, die immer stärker durch die Auswirkungen von Klimaveränderungen und Wilderei bedroht sind, besser einzuschätzen.

Zusätzlich zu unserer Studie über die Folgen der Dürre hat der IFAW mehrere Elefanten im Amboseli-Nationalpark mit Satellitenhalsbändern ausgestattet, um ihre Wanderbewegungen zu verfolgen und sichere Elefantenkorridore zu etablieren.

Da diese Korridore den Zugang zu Futter und Wasser außerhalb des Parks sichern, sind sie in Dürreperioden für die Elefanten lebenswichtig. Ohne Elefanten-Korridore kann es wie in den Jahren 2008 und 2009 wieder zu einem Massensterben kommen.

Verbesserung des Zusammenlebens von Menschen und Elefanten

Die dritte Säule der Arbeit des IFAW im Amboseli-Gebiet bildet eine direkte Partnerschaft mit einer Gemeinde außerhalb des Nationalparks.

Der Amboseli-Nationalpark selbst beherbergt nur 10 Prozent der Elefanten des gesamten Amboseli-Ökosystems. Doch die übrigen 90 Prozent des Gebiets sind besiedelt mit insgesamt sechs Farmen der Massai-Gemeinden. Elefanten streifen durch weite Gebiete. Deshalb hängt ihr Überleben auch davon ab, dass die lokalen Gemeinden das Land mit ihnen teilen.

Am 17. Juli 2013 unterzeichnete der IFAW einen Pachtvertrag mit der Massai-Gemeinde, der Olgulului-Ololarashi Group Ranch (OOGR). Mit diesem Vertrag wurde ein 6.400 Hektar großes Gebiet, der so genannte "Kitenden Korridor", unter Schutz gestellt. Er sichert die beliebteste und Jahrtausende alte Reiseroute der Elefanten, die über die tansanische Grenze zu den Hängen des Kilimandscharo führt.