Zehn Jahre nach „Katrina“: Auch für die Tiere muss in den Rettungsbooten Platz sein

44 Prozent der Menschen, die sich während „Katrina“ nicht evakuieren ließen, taten dies, weil sie ihre Tiere nicht mitnehmen durften. Unser Team ist von der Sonne verbrannt und schmutzig – ein ganz normaler Ausbildungstag hier im Katrina-Ausbildungscamp in Gonzales, Louisiana.

Wir freuen uns sehr, hier mit Kollegen so vieler Organisationen und Behörden zusammenarbeiten zu können. Unser Ziel ist es, künftig auf lokaler und landesweiter Ebene besser gerüstet zu sein, um Tieren bei Katastrophen noch effektiver helfen zu können. Acht Tage lang vermitteln Experten aus ganz USA deshalb Rettungshelfern in den Gemeinden zukunftsweisende Tierrettungsmethoden.

 

Gestern Abend erzählte mir eine Teilnehmerin, warum sie sich nach „Katrina“ den Tierrettern anschloss. Im Anschluss an die Überflutungen hatte Pam Tag für Tag Verletzte transportiert. Wieder und wieder hatte sie dabei beobachtet, wie die Menschen ihre Tiere vor dem Einsteigen an Laternen, Bänke oder Pfähle banden, da in den Bussen keine Tiere erlaubt waren. Diese Erlebnisse traumatisierten Pam zutiefst. Deshalb wollte sie helfen, daran etwas zu ändern.

 

Können Sie sich vorstellen, dass Sie entscheiden müssen, ihr Haustier zurückzulassen, um sich medizinisch versorgen zu lassen? Pam und Hunderte andere Menschen aus Louisiana kämpften für neue Gesetze, damit Tierbesitzer ihre Haustiere künftig bei sich behalten dürfen, wenn sie im Zuge von Katastrophen evakuiert und in Notunterkünfte gebracht werden müssen.

 

Durch „Katrina“ verloren Schätzungen zufolge eine Viertelmillion Hunde und Katzen ihr Zuhause oder ihr Leben. In den zehn Jahren seit damals haben wir viel erreicht, was den Zusammenhalt von Familien anbelangt. Doch es liegt noch immer eine Menge Arbeit vor uns.

 

Bei Katastrophen benötigen Tierhalter oft Hilfe von Tierrettern. Aufgrund der ausgezeichneten Ausbildung unseres internationales IFAW Teams geben wir unsere Expertise kontinuierlich an Partnerorganisationen aus aller Welt weiter.

 

Wir freuen uns, dass zwei internationale Tierrettungsexperten bei uns im „Katrina-Ausbildungscamp“ dabei sind, nämlich Dr. Elena Garde vom chilenischen Soforthilfe-Netzwerk IFAW-GAAP und Radhika Bhagat von unserem indischen Soforthilfe-Netzwerk IFAW-WTI.

 

Die Partner in unserem internationalen Soforthilfe-Netzwerk untersuchen in Gemeinden, die besonders stark durch Tornados, Wirbelstürme, Vulkanausbrüche, Erdbeben oder Überflutungen gefährdet sind, wie man die Menschen am besten vorbereiten kann, für den Fall, dass es zu einer Katastrophe kommt.

Elena und Radhika arbeiten in Regionen, die sehr stark durch Naturkatastrophen gefährdet sind. In beiden Ländern sind unsere Teams dabei, Richtlinien zur Tierrettung zu entwickeln und umzusetzen – unter anderem basierend auf denErfahrungen, die wir bei Hurrikan „Katrina“ in den USA gemacht haben.

 

Natürlich ist es wichtig, auf die Ereignisse vor zehn Jahren zurückzublicken, uns an die Menschen zu erinnern, die dort ihr Leben verloren haben, und an jene, die wir retten konnten.

 

Entscheidend ist jedoch, dass wir in die Zukunft schauen – in eine Zukunft, in der alle Länder anerkennen, dass Tiere Teil unserer Gesellschaft sind. In den Rettungsbooten, die nach der nächsten Flut zu Hilfe kommen, sollten auch Tiere einen Platz finden.

 

 

Beim „Katrina-Ausbildungscamp“ sind neben dem IFAW auch unsere Partner von ASPCA, Code 3 Associates, dem Louisiana State Animal Response Team (LSART), der Louisiana State University School of Veterinary Medicine, RedRover, USDA APHIS Animal Care, der American Humane Association und der National Alliance of State Animal & Agriculture Emergency Programs dabei. Trainiert wird unter anderem die Rettung aus Stauwasser, achtsames Vorgehen beim Umgang und Einfangen der Tiere, Erste Hilfe bei Haustieren, Rettung bei Waldbränden, Lagebeurteilung, Notunterbringung der Tiere und Techniken zur Rettung größerer Tieren.

 

Shannon Waljitys

 

Erfahren Sie mehr über die Tierrettung nach "Katrina".

Beim „Katrina-Ausbildungscamp“ sind neben dem IFAW auch unsere Partner von ASPCA, Code 3 Associates, dem Louisiana State Animal Response Team (LSART), der Louisiana State University School of Veterinary Medicine, RedRover, USDA APHIS Animal Care, der American Humane Association und der National Alliance of State Animal & Agriculture Emergency Programs dabei. Trainiert wird unter anderem die Rettung aus Stauwasser, achtsames Vorgehen beim Umgang und Einfangen der Tiere, Erste Hilfe bei Haustieren, Rettung bei Waldbränden, Lagebeurteilung, Notunterbringung der Tiere und Techniken zur Rettung größerer Tieren.
Shannon Walajtys

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Experten

Kampagnenberater
Kampagnenberater
Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Katie Moore, Leiterin Marine Mammal Rescue and Research
Programmdirektorin Tierrettung
Shannon Walajtys, Leiterin IFAW Katastrophenhilfe
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe
Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater für Strategische Partnerschaften und Philanthropie