Wolfsbestand im westlichen Polen wächst weiter

Die Wölfe in Westpolen vermehren sich redlich...
Mittwoch, 15 Juli, 2015
Hamburg

Im Vergleich zum letzten Jahr ist die Zahl der Wolfsrudel im westlichen Polen und nahe der Grenze zu Deutschland weiter angestiegen. Das belegen die Ergebnisse des vom IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) und der Naturschutzstiftung EuroNatur finanzierten Wolfsmonitorings, das die polnische Naturschutzorganisation Association for Nature Wolf (AfN Wolf) durchführt und zu dem nun ein aktueller Bericht vorliegt.

Die Wissenschaftler schätzten aufgrund ihrer Forschungen den Wolfsbestand zum Ende des Monitoring-Jahres 2014/15 westlich der Weichsel auf insgesamt 33 Rudel und vier Wolfspaare. Das sind zwei Rudel mehr als im Monitoringzeitraum davor. Seit 2013 sind insgesamt sieben Wolfsrudel hinzugekommen.

Nach wie vor ist unklar, wie viele der fünf Territorien entlang der deutsch-polnischen Grenze sich sowohl auf deutscher als auch auf polnischer Seite erstrecken. Der IFAW und Wolfswissenschaftler fordern daher weiter ein grenzübergreifendes und koordiniertes Monitoring, um Doppelzählungen von Rudeln zu vermeiden. Ein sich fortpflanzendes Rudel wurde im Koszalin Wald, 80 Kilometer östlich von Stettin, ein weiteres im Goleniów Wald, etwa 30 Kilometer nordöstlich von Stettin und zwei Rudel im Rzepin Wald, 35 Kilometer östlich von Eisenhüttenstadt nachgewiesen. Zwei weitere Rudel leben etwa 30 Kilometer östlich von Eberswalde im Cedynia Wald.

Inzwischen konnten Wissenschaftler dank genetischer Tests nachweisen, dass mehrere Wölfe von Deutschland nach Westpolen in die Niederschlesische Heide gewandert sind, um dort Rudel zu etablieren.

„Die Ergebnisse dieses Wolf-Monitorings sind erfreulich“, so Robert Kless vom IFAW-Deutschland. „Sie zeigen, dass die Schutzmaßnahmen in Polen greifen. Positive Bestandsentwicklungen dort wirken sich auch immer günstig auf die Wölfe in Deutschland aus, da sie mit den westpolnischen Wölfen eine Population bilden.“

Insgesamt konnten sich 2014/15 etwa 80 Prozent der Wolfsrudel in Westpolen erfolgreich fortpflanzen.
„Dennoch gibt es weiterhin Gefahren für die Wölfe.“ so Kless weiter. „Sowohl Abschüsse als auch der Straßenverkehr kosten immer wieder Wölfe das Leben und gefährden den Bestand.“

„In Westpolen ist die Wilderei ein großes Problem. Provoziert wird diese vor allem durch von Wölfen verursachte Schäden an Viehherden. Eine wesentliche Aufgabe ist deshalb die Umsetzung von Präventionsmaßnahmen. Dass ein friedliches Zusammenleben von Wölfen und Menschen möglich ist, konnten wir anderenorts in Europa bereits erfolgreich zeigen“, sagt Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer von EuroNatur.

Post a comment

Pressekontakt

Andreas Dinkelmeyer
Telefon:
040-866 500 15
Mobiltelefon:
0173 – 622 75 39
E-Mail:

Experten

Robert Kless, Leiter IFAW Deutschland
Leiter IFAW Deutschland