Wissenschaftler kooperieren weltweit bei der Rettung gestrandeter Meerestiere

Weltweit stranden jedes Jahr hunderte Delfine, Wale, Schweinswale und Robben an den Küsten.

Weltweit stranden jedes Jahr hunderte Delfine, Wale, Schweinswale und Robben an den Küsten. Glücklicherweise existieren an mehreren Orten erfahrene und erprobte Netzwerke von Wissenschaftlern, Tierärzten und Freiwilligen, die den gestandeten Tiere schnell und tatkräftig zu Hilfe eilen. In anderen Teilen der Welt ist die Rettung jedoch weitaus schwieriger.

Um dies zu ändern haben sich Wissenschaftler, Experten und Meeresbiologen mit dem Spezialgebiet Meeressäuger vom IFAW, der US-Wetter- und Ozeanografiebehörde (NOAA), Experten aus der Fischereiwirtschaft und vom Meerestier- Forschungs- und Ausbildungszentrum (TMMC) zusammengetan.

Durch das Studium lebender und toter Tiere haben sich Pflege, Behandlung und Überlebenschancen gestrandeter Tiere entscheidend verbessert. Die langjährigen Bemühungen Tiere zu retten und die Ursachen für die Strandungen zu erforschen, führten auch zu einem besseren Verständnis der Rolle jedes einzelnen Meeressäugers im Meeresökosystem. Durch die intensive Forschung können auch neu entstehende Krankheiten frühzeitig erkannt werden. Die Forschung hilft uns, auch mehr über die Naturgeschichte, Verbreitung, Biologie und Gesundheit endemischer - also nur in einer Region lebender - Populationen von Meeressäugern zu lernen.  All diese Erkenntnisse helfen, den Schutz der Meeressäuger weltweit zu verbessern.

Allerdings gibt es weltweit auch tausende Kilometer Küstenlinie, an denen keine Rettungsteams zur Stelle sind. Die Tiere können dort nicht gerettet werden, ihre Strandung wird nicht untersucht, und die Chance mehr zu lernen, um sie zu retten, geht verloren. 

Dank unsere Erfahrung und den Lehren aus fast zwanzig Jahren Rettungseinsätzen von Meeressäugern steigerten unsere Experten die Überlebensrate gestrandeter Tiere von 14 auf 75 Prozent. Unsere weltweiten Erfahrungen teilen wir natürlich auch mit unseren Partnern NOAA und TMMC. Zudem bauen wir ein Rettungsnetzwerk auf, mit dessen Hilfe wir noch mehr Meeressäuger weltweit retten und unser Wissen über sie erweitern können.

Seit 2014 arbeiten wir gemeinsam mit unseren Partnern an einer Lösung und entwickelten ein Leitfaden zur Schaffung von Netzwerken zur Rettung gestrandeter Meeressäuger. Darin enthalten sind Hilfen für den Start einer Gruppe bis hin zu Tipps für die langfristige Tragfähigkeit und das Wachstum der Gruppe. Mit Hilfe von 34 internationalen Experten aus 12 Ländern hat das Team die erste Phase des Programms abgeschlossen. Entstanden ist weltweit nutzbares Schulungsmaterial zur Rettung gestrandeter Meeressäuger (Global Marine Animal Stranding Training toolkit oder GMAST) .

Dies umfasst in der ersten Phase eine Einführung in die Rettung gestrandeter Meeressäuger und deren Erforschung. Das Schulungsmaterial beinhaltet eine Reihe von Hilfsmitteln, einschließlich Protokolle für Einsätze vor Ort, Einführung in die Rettung gestrandeter großer Wale, Pflege lebender Tiere und Anleitungen für Sterbehilfe und die Untersuchung verstorbener Tiere. Wesentlich ist dabei, dass durch dieses Schulungsmaterial eine Verbindung mit Experten aus aller Welt möglich ist und damit der Ausbau dieses weltumspannenden Rettungsnetzwerks unterstützt wird.

GMAST ist nicht nur ein Hilfsmittel für Ausbildung und Handlungsabläufe während eines Noteinsatzes, sondern gibt auch Tipps für den Aufbau eines effektiven lokalen Netzwerks von Helfern. Unser Ziel ist es, über weltweit anerkannte Vorgehensweisen für die Rettung gestrandeter Meeressäuger zu informieren und Schlüsselpersonen vor Ort auszubilden, damit sie ihrerseits andere ausbilden können. Je besser es uns gelingt, das Netzwerk auszubauen, umso mehr sachkundige und geschulte Experten werden ihr Wissen und ihre Erfahrungen teilen. 

Das IFAW-Team für die Rettung und Erforschung von Meeressäugetieren rettet gestrandete Delfine auf Cape Cod, Massachusetts.

Letztendlich wollen wir mit Hilfe von GMAST eine weltweite Gemeinschaft aufbauen, die gestrandete Meeressäuger rettet und derzeitige und zukünftige Bedrohungen für Populationen von Meeressäugern identifiziert, versteht und versucht diese abzuwenden.

Während wir das aktuelle Schulungsmaterial testen und seine Qualität beurteilen, suchen wir gleichzeitig schon nach Unterstützung für die Entwicklung der zweiten Phase von GMAST. Sie soll aus weiterführenden Schulungsunterlagen bestehen, um die Netzwerke auszubauen. Eine Arbeitsgruppe aus Fachleuten trägt dazu bei, dass das GMAST Schulungsmaterial weltweit schnell zusammen mit örtlichen Partnern zum Einsatz kommen kann und hilft, stabile Netzwerke für die Rettung gestrandeter Tiere aufzubauen.

Zugang zu GMAST-Daten erhalten Sie, indem Sie sich auf der Seite der Woods Hole Wissenschaftsgemeinde registrieren. 

Post a comment