Winter ade – Die Hunde in Nordkanada müssen nicht mehr frieren

 

Sehen Sie in unserer Slideshow, wie die Hundehütten gebaut und an ihren Bestimmungsort gebracht wurden.

Der vergangene Winter war hier in Kanada außergewöhnlich kalt. Die Kanadier sprechen viel über das Wetter, aber diesen Winter gab es kaum ein anderes Gesprächsthema.

In vielen Gemeinden in Nordkanada, denen wir im Rahmen unseres Northern-Dogs-Projekts helfen, herrschten seit November letzten Jahres minus 30 Grad Celsius. Oft leben die Hunde dort draußen. Dadurch wird ihre Fähigkeit zu überleben tagtäglich auf die Probe gestellt. Wir haben uns um diese Hunde große Sorgen gemacht.

In diesem Jahr können wir endlich aufatmen. Dank unserer Unterstützer, sowie der Organisation Habitat for Humanity, der Schulbehörde für den Upper Grand District und einer Gruppe von Schülern der College Heights Secondary School konnten warme, stabile Hütten für die Hunde in drei abgelegenen Gemeinden gebaut werden, die der IFAW mit seinem Northern-Dogs-Projekt unterstützt.

Dank der Hilfe aller war der Bau der Hütten kein Problem. Der Transport in die Gemeinden durch Eis und Schnee war allerdings weniger einfach. Doch dank der Unterstützung der kanadischen Spedition AMJ Campbell konnten wir die ersten Hütten bei minus 32 Grad Celsius bei ihren neuen Bewohnern im Norden Ontarios abliefern.

Bereits nach ein paar Minuten in der eisigen Kälte war ich bis auf die Knochen durchgefroren und konnte mir nur zu gut vorstellen, wie es den Hunden bei solchen Temperaturen ergehen muss.

Diese erste Auslieferung wurde für uns unvergesslich. Empfängerin der Hundehütten war Diane, eine Witwe, die alleine mit ihren vier Hunden in einem kleinen Haus lebt. Schon viele Hunde haben bei Diane ein liebevolles Zuhause für den Rest ihres Lebens gefunden. Auch diese vier hat sie bei sich aufgenommen, weil ihre Vorbesitzer sie nicht mehr haben wollten.

Ihre beiden letzten Neuzugänge Barley und Bear wurden von Nachbarn ausgesetzt, nachdem die Kinder das Interesse an den Hunden verloren hatten. Barley und Bear leben fast ausschließlich draußen und Dianes finanzielle Mittel reichen nicht aus, um den beiden eine Hütte zu kaufen.

Ich hätte den ganzen Tag mit Diane in ihrem kleinen Häuschen verbringen können, um ihre Geschichten zu hören und ihre Hunde zu kraulen. Ich verließ sie mit dem wunderbaren Gefühl, dass sie und die Vierbeiner füreinander da sind und der IFAW einen kleinen Beitrag dabei leisten konnte.

Da mein Mann ein paar Tage Urlaub genommen hatte, kletterten wir – zusammen mit unserem Hund Katie – in einen riesigen, mit Hundehütten beladenen LKW, um die 17-Stunden-Fahrt nach James Bay anzutreten. Dort angekommen fuhren wir von Tür zu Tür und lieferten Hütten aus, während die Menschen vor Ort uns dabei halfen.

Hier trafen wir die kleine Hündin Winter. Sie ist eine von vier Welpen, die jemand mutterseelenallein draußen gefunden hatte.

Dies ist Winter.

Eines von Winters Geschwistern war tot – am Boden festgefroren. Ein weiterer Welpe lebte zwar noch, konnte sich aber wegen der langen Unterkühlung schon nicht mehr bewegen und gab am Ende auf. Nur Winter und ihr viertes Geschwisterchen überlebten.

Mein Sohn gab ihr den Namen Winter. Er fand, dass es etwas Schönes geben müsse, woran wir uns trotz diesen langen, eisigen Winters erinnern können. Während unseres Aufenthalts in James Bay herrschten minus 35 Grad Celsius. Ich konnte mir kaum vorstellen, wie die kleine Winter draußen überhaupt überlebt hatte. Hier hatten wir einmal mehr den Beweis, was unsere Hundehütten für die Vierbeiner in dieser Gegend oftmals bedeuten: nämlich Leben oder Tod.

Ein großes Dankeschön an all unsere Spender sowie an Habitat for Humanity, die Schulbehörde des Upper Grand Districts, die großartigen und einsatzfreudigen Schüler der College Heights Secondary School sowie an Home Depot und AMJ Campbell und an alle Gemeinden, die zum Wohle ihrer Hunde um diese Hütten baten.

Langsam geht der Winter zu Ende und die kleine Hündin Winter wird bei ihrer neuen Adoptivfamilie ein glückliches Leben führen. Lebewohl Winter!

Michelle Cliffe

Erfahren Sie mehr über unser Northern-Dogs-Projekt mit dem wir Hunden im Norden Kanadas wie der kleinen Winter helfen.

Post a comment

Experten

Kampagnenberater
Kampagnenberater
Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Katie Moore, Leiterin Marine Mammal Rescue and Research
Programmdirektorin Tierrettung
Shannon Walajtys, Leiterin IFAW Katastrophenhilfe
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe
Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater für Strategische Partnerschaften und Philanthropie