Wichtigste Artenschutz-Konferenz tagt in Südafrika: Es steht viel auf dem Spiel

Mittwoch, 21 September, 2016

Wichtigste Artenschutz-Konferenz tagt in Südafrika: Es steht viel auf dem Spiel

Das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) hält vom 24. September bis 5. Oktober 2016 in Johannesburg seine 17. Vertragsstaatenkonferenz (CoP17) ab. Das Überleben vieler Tier- und Pflanzenarten hängt von den Entscheidungen der Delegierten ab. Betroffene Tierarten sind u.a. Nashörner, Löwen, Elefanten, Schuppentiere, Berberaffen und Graupapageien.

„Illegaler und unnachhaltiger Wildtierhandel ist für viele Tierarten zur Bedrohung geworden. Nur internationale Zusammenarbeit zwischen Regierungen, NGOs und anderen Akteuren kann sie noch retten“, erklärt Azzedine Downes, CEO und Präsident des IFAW (International Fund for Animal Welfare) und Leiter der IFAW Delegation. „Bei allen Entscheidungen, die bei CITES gefällt werden, muss der Artenschutz im Mittelpunkt stehen – und nicht politische oder wirtschaftliche Interessen.“

Wieder einmal werden Elefanten und Elfenbeinhandel stark umstrittene Themen sein. Simbabwe und Namibia planen, den Schutzstatus für ihre Elefantenpopulationen zu senken, um ihre Elfenbeinlagerbestände verkaufen zu können. Im Gegensatz dazu plädiert die African Elephant Coalition, ein Zusammenschluss von 29 afrikanischen Staaten, in fünf gemeinsam eingereichten Anträgen für einen besseren Schutz von Elefanten. In einem Antrag wird sogar gefordert, alle Elefantenpopulationen in Anhang I zu listen. Dadurch würde der internationale Handel vollständig verboten.

„Trotz öffentlicher Empörung und zahlreicher internationaler Initiativen nehmen Wilderei und Elfenbeinhandel weiter zu“, so Jason Bell, Leiter der IFAW Elefantenkampagne. „Wir befürworten deshalb alle Maßnahmen, die zu einem besseren Schutz von Elefanten beitragen und lehnen alle Anträge ab, die ihn schwächen. Wir unterstützen somit alle Anträge der African Elephant Coalition. Wir fordern außerdem alle CITES-Vertragsstaaten dazu auf, ihren Fokus stärker auf den Schutz afrikanischer Elefantenpopulationen zu legen, anstatt über Pro und Contra des Handels zu streiten.“

Eine weitere Tierart, die bei der Konferenz im Fokus steht, ist das Schuppentier – das am meisten illegal gehandelte Säugetier der Welt. In den vergangenen zehn Jahren wurden über eine Million Schuppentiere gewildert. Seine Schuppen werden in der traditionellen asiatischen Medizin verwendet und sein Fleisch gilt als wertvolle Delikatesse. Schuppentierpopulationen leiden besonders stark unter der Übernutzung, weil sie sich nur sehr langsam fortpflanzen.

„Wenn der Raubbau so weitergeht, dann gibt es diese faszinierende Art vielleicht schon bald nicht mehr“, warnt Mark Hofberg, Campaigner des IFAW. „Alle acht Schuppentierarten müssen in Anhang I gelistet werden. Nur so ist maximaler Schutz vor dem kommerziellen Handel mit ihren Körperteilen gewährleistet. Dieser Handel ist unnachhaltig, unnütz und grausam. Es gibt keinen Grund, warum er weiterbetrieben werden sollte.“

Eine weitere wichtige Entscheidung betrifft den Antrag, den Graupapagei auf Anhang I hochzustufen. Aufgrund ihrer außergewöhnlichen Sprachbegabung werden sie teuer als Haustiere gehandelt. Ihre Bestände sind um 50 bis 90 Prozent zurückgegangen. An einigen Orten sind die wilden Populationen bereits ausgestorben. Wissenschaftlichen Schätzungen zufolge wurden zwischen 1975 und 2013 zwei bis drei Millionen Graupapageien aus freier Wildbahn eingefangen.

„In allen Verbreitungsgebieten erleidet die Art bedrohliche Verluste und das wird sich nicht ändern, solange der internationale Handel mit Graupapageien weiter erlaubt ist“, so Kelvin Alie, IFAW Programmdirektor Wildtierhandel. „Es ist daher unbedingt notwendig, dem Graupapagei den höchsten Schutzstatus zu gewähren, wenn wir ihn nicht verlieren wollen.“

IFAW-Experten stehen während der Konferenz in Johannesburg für Interviews und Hintergrundinformationen zur Verfügung.

Eine Auswahl der Anträge und die IFAW-Positionen dazu finden Sie hier.

Fotos und sendefähiges Filmmaterial senden wir gern auf Anfrage zu oder registrieren Sie sich auf ifawimages.org

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