Verbesserter Schutz für Löwen seit Cecils tragischem Tod

Es ist jetzt ein Jahr her, dass der Löwe Cecil erschossen wurde. Das Leittier aus dem Hwange National Park in Simbabwe wurde Opfer des Pfeiles einer Großkaliber-Armbrust eines US-amerikanischen Trophäenjägers. Cecil starb nicht sofort, sondern flüchtete zunächst schwer verletzt. Doch es kam für ihn noch schlimmer, denn etwa 40 Stunden später wurde der Löwe durch einen Gewehrschuss getötet.

Medien und soziale Netzwerke waren voll von Berichten über Cecil, dessen Schicksal weltweit für Empörung sorgte. Doch rückblickend kann man zumindest sagen, dass Cecil nicht umsonst starb.

Was haben wir aus dieser Tragödie gelernt? Menschen überall auf der Welt wurde die Grausamkeit der Trophäenjagd vor Augen geführt. Daraufhin haben sie ihre Regierungen aufgefordert, diese zu verbieten.

In den Tagen und Wochen nach Cecils Tod kündigten zahlreiche nationale und internationale Fluggesellschaften an, den Transport von Jagdtrophäen zu verbieten. Diese Unterstützung durch bedeutende Vertreter der Tourismusindustrie war ein wichtiges Signal.

Außerdem verbot die französische Regierung die Einfuhr von Löwentrophäen. Seitdem erteilen die dortigen Behörden Jägern keine Genehmigungen mehr, Jagdtrophäen von Löwen zu importieren. (Australien hatte bereits vor Cecils Tod aufgrund einer Initiative des IFAW an den Umweltminister ein solches Verbot verhängt.)

Einen Monat später gab die US-amerikanische Tierschutzbehörde USFWS eine Ausweitung des Schutzes von Löwen im Rahmen des US-Artenschutzgesetzes bekannt. Der IFAW war einer der Initiatoren der Petition zur Aufnahme afrikanischer Löwen in die Liste bedrohter Arten. Seit langem schon kämpfen wir an vielen Fronten für den Schutz von Löwen - angefangen beim Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten (CITES) bis hin zum Übereinkommen zur Erhaltung wandernder Tierarten (CMS).

Obwohl dies großartige Fortschritte sind, fehlten wissenschaftliche Untersuchungen in Bezug auf die Debatte über den Nutzen der Trophäenjagd für den Artenschutz.

Um eine weiterführende Analyse der Argumente der Trophäenjagdbefürworter zu ermöglichen, nahmen wir eine Auswertung von CITES-Daten aus den letzten 10 Jahren über die Ein- und Ausfuhr von Trophäen vor. Unsere Untersuchung Töten für Trophäen: Eine Analyse des weltweiten Trophäenjagdhandels brachte erstaunliche Ergebnisse zutage:

  • Von über 1,7 Millionen Trophäen, die seit 2004 gehandelt wurden, stammen 200.000 von Arten, die laut CITES-Liste als bedroht gelten.
  • 97 Prozent der Nachfrage nach Tiertrophäen verteilen sich auf nur 20 Länder, wobei 71 Prozent der Importnachfrage auf die Vereinigten Staaten als größtem Importeur von Jagdtrophäen entfallen.
  • In den 10 Jahren von 2004 bis 2014 wurden 8.231 Löwen getötet und endeten als Jagdtrophäe.

Wir hoffen, dass diese Erkenntnisse zugleich als Grundlage für weitere Studien dienen werden, die belegen, dass Töten als Sport grausam und absolut sinnlos ist.

Vielleicht erinnern Sie sich, dass Cecil von der Oxford Wildlife Conservation Research Unit mit einem Satellitenhalsband ausgestattet worden war. Jetzt arbeitet der IFAW mit dem Kenya Wildlife Service zusammen, um 35 Löwen im Nairobi National Park mit Satellitenhalsbändern zu versehen. Je mehr wir über die Bewegungen der Löwen innerhalb und außerhalb des Parks wissen, umso besser verstehen wir, wie sie in Kontakt mit Menschen kommen.

Wir haben in diesem einen Jahr viel erreicht. Doch es gibt noch sehr viel zu tun, um mehr Menschen darüber aufzuklären, dass dieser sogenannte „Sport“ grausam und absolut sinnlos ist und eine große Bedrohung für die gesamte Art darstellt.

Azzedine Downes

Erfahren Sie mehr über das Ausmaß der weltweiten Trophäenjagd.

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Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
Präsident und CEO
Beth Allgood, IFAW Länderdirektorin USA
Länderdirektorin USA
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Cynthia Milburn, Senior-Beraterin Strategieentwicklung
Senior-Beraterin Strategieentwicklung
Dr. Joseph Okori, Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Natursc
Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Naturschutz
Faye Cuevas, Esq., Vizepräsidentin
Vizepräsidentin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
Kelvin Alie, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vizepräsident
Patrick Ramage, Programmdirektor Meeresschutz
Programmdirektor Meeresschutz
Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
Programmdirektor Wildtierkriminalität