SLIDESHOW: Eindämmung des illegalen Wildtierhandels schützt afrikanische Wildtiere

Freitagnachmittag im Kafue-Nationalpark in Sambia. Es ist heiß. Im Miombo-Wald ertönen Schüsse. Sie sind jedoch kein Anzeichen für Wilderer. Im Gegenteil: Diese Schüsse verheißen Hoffnung.

Die Schüsse wurden von 36 Mitarbeitern einer Spezialeinheit gegen Wilderer und dem Geheimdiensteinheit der Sambischen Wildtierbehörde abgegeben. Es handelt sich dabei um eine Schießübung im Rahmen eines Trainings, das der IFAW gemeinsam mit der niederländischen Van Tienhoven Foundation for International Nature Protection finanziert hat.

Bei diesem Training lernten die männlichen und weiblichen Wildhüter, sich bei Festnahmen besser selbst zu schützen. Außerdem wurden sie im Umgang mit Handfeuerwaffen geschult, probten Einsätze und wurden über wichtige Aspekte des Gesetzesvollzugs informiert. Koordiniert wurde das siebentägige Training, das an der 290 Kilometer westlich der Hauptstadt Lusaka gelegenen Chunga Training School stattfand, von der sambischen Organisation Game Rangers International.

Die Wildhüter (einige von ihnen in Tarnuniform) und die Geheimdienstmitarbeiter zwängten sich sieben Tage lang täglich in ein heißes stickiges Klassenzimmer, um sich Notizen zu machen und ihre Fragen zu stellen, bevor sie sich zu den Praxisübungen auf dem Schulareal und im nahegelegenen Steinbruch aufmachten. Kursleiter Clive Dickinson, ein hochqualifizierter Schusswaffenexperte, und bis vor kurzem noch Mitglied der Elite-Einheit CO19 der London Metropolitan Police wurde von Darrel Cox, einem Schießlehrer aus Lusaka, unterstützt.

Jeden Tag, während die Wildhüter ihre langen Beine unter die Kindertische steckten und über ihren Aufzeichnungen brüteten, durchkämmte eine Truppe Paviane auf der Suche nach Futter das Schulareal. Und auch eine Herde Schwarzfersenantilopen, die jedes Mal verschreckt auseinanderstob, wenn sie Gefahr witterte, wohnte auf dem Schulgelände.

Während die Angst der Antilopen vor einer drohenden Gefahr unbegründet war, sind die Bedrohungen, die Wildhüter während ihrer Arbeit fürchten müssen, keineswegs Einbildung. Sie sind real und ernst. Sambias Nationalparks, darunter auch Kafue, sind bei Wilderern auf der Suche nach illegalem Buschfleisch und Elfenbein gefragte Jagdgründe. Viele von ihnen zögern nicht eine Sekunde, Schusswaffen, Messer und sogar Speere zu gebrauchen, um einer Festnahme zu entgehen.

Sport Beattie, Leiter und Gründer von Game Rangers International, erläutert, dass das Training speziell darauf ausgerichtet sei, die Arbeit der Sambischen Naturschutzbehörde effektiver zu machen und den Beamten im Kampf gegen die Wilderei hilfreiche Werkzeuge an die Hand zu geben.

"In den vergangenen fünfzehn Monaten der Zusammenarbeit mit der Spezialeinheit gegen Wilderer und dank der Hilfe des IFAW und anderer Unterstützer, konnten wir bereits viele Erfolge erzielen", erzählt Beattie, während er sich in einer Unterrichtspause im Schatten eines großen Baumes erholt. "Wir haben 86 Wilderer festgenommen, 71 davon wurden bereits verurteilt. Wir haben 21 Stoßzähne und 19 Waffen verschiedenster Kaliber beschlagnahmt, von selbstgebauten Flinten und Donnerbüchsen bis hin zu AK47-Gewehren. Und wir haben jede Menge Munition und mehr als 3.500 Kilo Buschfleisch konfisziert. Mit dem Training können wir auf diesen Erfolgen aufbauen.“

Außerdem  betreibt Game Rangers International in Sambia ein Projekt für Elefantenwaisen, das der IFAW gemeinsam mit der David Shepherd Wildlife Foundation finanziell unterstützt. Die Versorgung der Elefanten beginnt zunächst auf der Babystation in Lilayi, bevor sie in der Auswilderungsstation in Kafue mit älteren Elefantenwaisen zusammengebracht werden. Oft sind Wilderei oder menschliche Konflikte dafür verantwortlich, dass die Tiere zu Waisen werden. In der Station werden die verwaisten Elefantenkälber versorgt und aufgezogen.

Mike Cadman

Erfahren Sie mehr darüber, was der IFAW tut, um den illegalen Wildtierhandel zu stoppen.

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Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
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Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Dr. Elsayed Ahmed Mohamed, Regionaldirektor Mittlerer Osten
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Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
Faye Cuevas, Esq., Vizepräsidentin
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Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
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Kelvin Alie, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vizepräsident
Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
Programmdirektor Wildtierkriminalität
Robert Kless, Leiter IFAW Deutschland
Leiter IFAW Deutschland
Staci McLennan, Regionaldirektorin Europäische Union
Staci McLennan, Regionaldirektorin Europäische Union
Tania McCrea-Steele, Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel
Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel, IFAW Großbritannien
Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater für Strategische Partnerschaften und Philanthropie