Sieg für Schuppentiere bei CITES

Mittwoch, 28 September, 2016
Johannesburg

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Die CITES-Delegierten haben heute für dringend benötigten höheren Schutzstatus für Schuppentiere gestimmt. Alle acht Schuppentierarten werden von Anhang II auf Anhang I hochgestuft. Der internationale Handel mit allen Körperteilen von Schuppentieren ist somit verboten. Das Schuppentier ist das am häufigsten illegal gehandelte Säugetier der Welt.

"Dies ist ein deutlicher und entscheidender Sieg für alle Schuppentierarten", freut sich Mark Hofberg, IFAW Campaigner und Pangolin-Experte. "Hoffentlich wird diese Entscheidung dazu führen, dass dieser einzigartigen Tierart in Zukunft mehr Ressourcen und Aufmerksamkeit zu ihrer Rettung gewidmet werden."

Schuppentiere kommen in Asien und Afrika vor. Sie sind eine kleine bis mittelgroße Säugetierart, deren Hauptmerkmal das namensgebende Schuppenkleid ist. Insgesamt gibt es acht Schuppentierarten, vier in Asien und vier in Afrika. Schuppentierpopulationen leiden besonders stark unter Übernutzung, weil sie sich nur sehr langsam fortpflanzen. Aufgrund ihrer Schutzreaktion gegen Raubtiere, sich zu einem Ball zusammenzurollen, sind sie ein besonders leichtes Opfer für Wilderer.

Ihre Schuppen werden in der traditionellen asiatischen Medizin verwendet und ihr Fleisch gilt als wertvolle Delikatesse. Mehr als eine Million Schuppentiere wurden in den letzten zehn Jahren illegal in der Wildnis gefangen. Die Populationen in China und Vietnam haben bereits starke Rückgänge erlitten und Wilderer wenden sich jetzt schon anderen Gebieten in Südostasien und Indien zu. Auch das afrikanische Schuppentier wird immer mehr zum Ziel von Wilderern.

Zwar wurde für die vier asiatischen Schuppentierarten im Jahr 2000 eine Exportquote von 0 verhängt, für Vollzugsbeamte ist es jedoch kaum möglich zu bestimmen, von welcher Art einzelne Schuppen stammen. Um den illegalen Handel einzudämmen, ist ein Handelsverbot für alle acht Schuppentierarten unabdingbar.

"Wir freuen uns sehr, dass die CITES-Vertragsstaaten endlich entschieden haben, vor dem Schicksal dieser wenig bekannten und einzigartigen Tierart nicht mehr die Augen zu verschließen", so Hofberg. "Sie ist eine der am stärksten bedrohten Arten der Welt und es ist höchste Zeit, dass wir aufwachen und etwas für seine Rettung tun."

Alle Schuppentierarten sind seit 1994 auf CITES-Anhang II gelistet. Auch in den Verbreitungsstaaten sind sie meist durch nationale Gesetze geschützt. Diese Gesetze werden jedoch kaum durchgesetzt und ein Verstoß wird in vielen Ländern zu mild bestraft." Auf der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN sind die Populationen Chinas und Vietnams als "stark gefährdet" eingestuft. Die beiden anderen asiatischen Arten gelten als "gefährdet" und die vier afrikanischen Arten als "verletzlich".

Die Anträge wurde einstimmig angenommen. Offiziell wird die Abstimmung erst in der Vollversammlung gegen Ende der Konferenz bestätigt.

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