Sambia: Gerettetes Elefantenkalb kommt wieder zu Kräften

Vorne Muchichili beim Grasen, rechts dahinter Nkala und rechts davon Musolole. Im Hintergrund Zambesi, der mittlerweile in die Kafue Auswilderungsstation gebracht wurde.

Der kleine verwaiste Elefant war ausgezehrt, gestresst und voller Warzen, als er gerettet wurde. Inzwischen hat er zugenommen und scheint sich in seinem neuen Leben in Sambias Elefantenwaisenhaus von Tag zu Tag wohler zu fühlen.

Muchichili (oder Muchi, wie er liebevoll genannt wird) grast friedlich und trinkt mit großem Appetit seine Milch.

Nach der Rettung von Muchichili von einer Insel im Fluss Lower Zambezi am 11. Januar hatten wir uns zunächst große Sorgen um ihn gemacht.

Die ersten beiden Nächte benötigte er Infusionen und Intensivpflege. Aufgrund von wunden Stellen in seinem Mund konnte er nicht aus der Flasche trinken und nur schwer Nahrung aufnehmen. Die Pfleger halfen ihm, indem sie ihm Flüssigkeit aus einem Eimer gaben und die zartesten Gräser für ihn suchten.

Innerhalb einer Woche gewöhnte sich Muchichili dank der gesunden Ernährung und der geschützten Umgebung langsam ein und erholte sich.

Obwoh sich Muchichili inzwischen gut in der Herde eingelebt hat, muss er noch an seiner Beziehung zu dem dreijährigen Nkala arbeiten, der bis zu Muchichilis Ankunft das Nesthäkchen der Herde gewesen war. Nkala verhält sich Muchichili gegenüber oft recht grob und ist eifersüchtig, wenn dieser mit den anderen Elefanten herumtollt. 

Von links: Nkala, Musolole, Muchichili.Die zwei älteren Elefanten, Zambezi und Musolole akzeptieren Muchichili als neues Herdenmitglied. Da beide noch jung und übermütig sind, erhält Muchichili von ihnen jedoch nicht die liebevolle Zuwendung, nach der er sich nach dem schrecklichen Verlust seiner Familie so sehr sehnt.

Dies zeigt, wie wichtig es ist, dass die Pfleger die Rolle der Ersatzmutter für Elefantenwaisen übernehmen, die Opfer der Wilderei wurden. Für Muchichili ist dies umso wichtiger, da die Herde nur aus Jungbullen besteht.

Dank der Hilfe unserer Unterstützer wird Muchichili über den Verlust seiner leiblichen Familie hinwegkommen - so wie die anderen Waisen im Elefantenwaisenhaus. Er wird lernen, seine neue Freiheit inmitten seiner Ersatzfamilie zu genießen. Und irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem er die Chance auf ein Leben in freier Wildnis bekommt.

Sein wachsendes Selbstvertrauen zeigt sich allein dadurch, dass er oftmals den Morgenspaziergang in den Busch anführt. Sein Verhältnis zu Nkala bessert sich ebenfalls allmählich, vor allem seitdem es mit dem Umzug der älteren Elefanten in die Auswilderungsstation keinen Grund zur Eifersucht mehr gibt.

Zudem sieht Muchichili von Tag zu Tag besser aus. Seine Haut, die bei seiner Ankunft noch sehr dünn war, wird dicker. Und langsam wachsen ihm auch seine Stoßzähne.  Diese positiven Entwicklungen sowie seines sozialen Verhalten und die beständige Gewichtszunahme seit seiner Ankunft im Waisenhaus machen uns zuversichtlich, dass er sich weiter normal entwickeln wird.

Wir hoffen, Ihnen bald noch mehr Positives von seiner Entwicklung berichten zu können.

Rachael Murton

Das Elefantenwaisenhaus ist ein Projekt der Organisation Game Rangers International. Es wurde von der David Shepherd Wildlife Foundation in enger Zusammenarbeit mit dem IFAW und der sambischen Naturschutzbehörde ins Leben gerufen.

Mit Ihrer Spende können Sie helfen, Elefantenwaisen wie Muchichili und andere Tiere in Not zu versorgen.

 

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Beth Allgood, IFAW Länderdirektorin USA
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Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
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