Südafrika erlaubt nationalen Handel mit Rhinozeros-Horn

Donnerstag, 26 November, 2015
Hamburg

Nashörner sind in Südafrika bedrohter denn je

Der Oberste Gerichtshof in Südafrika hat heute entschieden, den nationalen Handel mit Rhinozeros-Horn mit sofortiger Wirkung wieder zuzulassen – und gibt damit privaten Nashorn-Züchtern Recht, die dies vehement gefordert hatten.

„Die Frage ist: Gibt es überhaupt einen Markt für Rhinozeros-Horn in Südafrika?” so Robert Kless, Leiter der Wildtierhandelskampagne des IFAW (International Fund for Animal Welfare) Deutschland. „Dies ist Teil einer großangelegten Kampagne, die auf den internationalen Handel abzielt und entspringt wirtschaftlichen Motiven einzelner Personen, die sich an Nashorn-Horn bereichern wollen.“

Ein Untersuchungsausschuss der südafrikanischen Regierung prüft gerade die Möglichkeiten eines internationalen Handels mit Rhinozeros-Horn. Aufgrund des Ergebnisses wird die Regierung entscheiden, ob sie auf der nächsten Artenschutz-Konferenz (CITES) 2016 in Johannesburg den Antrag stellen wird, den internationalen Handel mit Nashorn-Horn wieder zu erlauben. Das hat aber nur Aussicht auf Erfolg, wenn es bereits einen legalen nationalen Markt in Südafrika gibt.

„Die Nashorn-Züchter haben die erste Runde gewonnen, aber wir hoffen, dass die Studie des Untersuchungsausschusses gegen den Handel ausfallen und der Umweltminister daraufhin das heutige Urteil anfechten wird“, so Kless weiter. „Zu einem Zeitpunkt, an dem Nashörner in nie dagewesenem Ausmaß wegen ihres Horns abgeschlachtet werden, muss man diesen legalen Vorstoß einer kleinen Gruppe von Profiteuren aufs Schärfste verurteilen. Es geht ihnen nicht um den Schutz der Nashörner, sondern um ihren persönlichen Gewinn. Die Nashörner werden den Preis für dieses Gerichtsurteil bezahlen.“

Im August veröffentlichte die südafrikanische Regierung die letzten Zahlen zur Nashorn-Wilderei. 749 Tiere wurden landesweit getötet, 544 davon allein im Krüger-Nationalpark. Im Vorjahr waren es zur gleichen Zeit 716 landesweit und 459 im Krügerpark.

Grund für die Wilderei ist vor allem die Nachfrage aus Asien, insbesondere Vietnam, wo dem Horn medizinische Wunderwirkung nachgesagt wird. Das Artenschutzübereinkommen CITES verbot 1977 den internationalen Handel mit Nashorn-Horn. Südafrika führte jedoch erst 2009 ein Moratorium für den nationalen Handel ein.

 

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