Playa del Carmen: Rettung einer mexikanischen Hündin aus dem Abwasserkanal

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Was für ein Morgen! Ich hatte das Glück bei einem wirklich außergewöhnlichen Rettungseinsatz dabei zu sein, bei dem unser Team und einige Anwohner großartige Arbeit geleistet haben.

Es begann hektisch wie an jedem Morgen: Ich kam gerade mit meiner IFAW Kollegin Erika Flores von einer Schule zurück. Wir hatten dort Unterrichtsmaterial aus unserem Animal Action Education Programm abgegeben. Jetzt stand eigentlich ein Planungsmeeting an.

Als wir gerade mit dem Meeting begonnen hatten, erhielten wir plötzlich die Nachricht, dass unser Kollege Ulises Vidal auf dem Weg zu einem Einsatz war. Eine Frau namens Yolanda hatte sich gemeldet, weil sie gesehen hatte, wie ein Hund in einen Gully gestürzt war.

Nun saß der Hund im Abwasserkanal fest und kämpfte darum, über Wasser zu bleiben. Wir machten uns sofort auf zum Ort des Geschehens. Der Abwasserkanal, in dem der Hund gefangen war, befand sich direkt neben einer großen Straße. Unser Kollege Ulises war schon dort, hatte unsere mobile Tierarztpraxis geparkt und die Unfallstelle mit Leitkegeln abgesichert.

Bei der Hündin unten im Kanal handelte es sich um einen großen, schweren Pitbull-Mischling. Sie war schon sehr erschöpft. Nach Aussage von Yolanda – der Frau, die uns angerufen hatte, war sie schon mindestens zwei Stunden dort unten.

Was dann passierte, ist genau der Grund, weshalb ich immer wieder sehr glücklich und stolz bin, mit derart engagierten Tierschützern zusammenarbeiten zu dürfen: Ulises zögerte keine Sekunde und schritt zur Tat. Er zog alle unnötige Kleidung aus und holte ein langes Seil und ein Hundegeschirr, das wir in unserem Transporter für genau solche Situationen aufbewahren. Es gab Stufen hinab in den Gully, doch sie waren rostig und scharf und somit unbenutzbar. Man konnte sich also nur am Seil hinunterlassen.

Ulises begann vorsichtig mit dem Abstieg. Als wir dazu stießen, war Ulises schon unten im Wasser und hielt den Hund fest. Sie können sich sicher den Gestank vorstellen. Doch das störte weder Ulises noch die Anwohner, die uns halfen.

Als der Hund das Geschirr anhatte, begannen wir sofort, ihn am Seil hochzuziehen. Innerhalb von Sekunden hatte ich vier Helfer an meiner Seite, die sich nicht scheuten, sich schmutzig zu machen.

Ganz langsam und vorsichtig zogen wir die Hündin nach oben. Obwohl sie sehr erschöpft war, schüttelte sie sich erst einmal kräftig und spritzte alle Umstehenden mit schmutzigem Kanalwasser nass. Das sorgte natürlich für großes Gelächter.

Einen Hund hochzuziehen ist die eine Sache. Doch einen schweren Kerl wie Ulises hochzuhieven, ist noch ungleich schwieriger. Ein Nachbar fuhr deshalb schnell nach Hause und holte eine Leiter. So konnte Ulises sich selbst befreien.

Als Ulises aus dem Kanal auftauchte, begannen alle zu hupen, zu klatschen und ihm zuzujubeln – selbst diejenigen, die die Rettung vom Auto aus beobachtet hatten. Er hatte es verdient! Um weitere derartige Unfälle zu vermeiden und besonders weil die Straße nachts sehr dunkel ist, schoben wir den schweren Deckel zurück über die Öffnung.

Meine Kollegin Erika Flores brachte den Hund in die nächste Tierklinik, um ihn dort gründlich untersuchen zu lassen und ordentlich zu baden. Ich brachte Ulises zu mir nach Hause, damit auch er sein wohlverdientes Bad nehmen konnte.

Im August 2012 hatten wir Ihnen bereits von dem Hund Kaab erzählt, der ebenfalls in einen Gully gestürzt war. Auch ihn hatten wir retten können. Doch die Gemeindeverwaltung sollte durch diese Vorfälle alarmiert sein und diese Gefahrenquelle beseitigen.

Die Hündin ist mit ein paar Kratzern davongekommen. Sie wird kastriert und danach wird sie ein Zuhause finden. Ulises Heldentat verbreitete sich über die sozialen Netzwerke wie ein Lauffeuer. Am nächsten Tag erschien sogar ein Artikel in der lokalen Zeitung. Vielen Dank an Ulises und alle, die geholfen haben, die Hündin zu retten!

Joaquin de la Torre

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Kampagnenberater
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Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
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Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
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Programmdirektorin Tierrettung
Shannon Walajtys, Leiterin IFAW Katastrophenhilfe
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe
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Senior-Berater für Strategische Partnerschaften und Philanthropie