Norwegen stoppt Subventionen für die kommerzielle Robbenjagd

Dürfen Norwegens Robben nun weiterleben?
Dienstag, 28 Oktober, 2014
Hamburg

Die norwegische Regierung hat angekündigt, die kommerzielle Robbenjagd in Norwegen nicht länger finanziell zu unterstützen. Als Grund gibt sie an, andere wirtschaftliche Prioritäten zu setzen. Damit fallen umgerechnet 1,43 Millionen Euro an Subventionen für die Robbenjagd weg.

„Das sind fantastische Neuigkeiten“, so Dr. Ralf Sonntag, Direktor des IFAW-Deutschland. „Diese Entscheidung wird zehntausende Robben vor einem qualvollen Tod bewahren. Sie zeigt aber auch, wie wirkungsvoll das EU-Handelsverbot für kommerzielle Robbenprodukte ist. Indem wir unsere Märkte für Produkte aus grausamen Jagden schließen, beenden wir die Grausamkeit auch in anderen Ländern.“

Vor einem Jahr bestätigte die Welthandelsorganisation (WTO), dass die EU aufgrund moralischer Bedenken die Einfuhr von Robbenprodukten verbieten darf. Kanada und Norwegen hatten das Handelsverbot vor der WTO angefochten.

„Mit Robbenhandelsverboten in inzwischen 34 Ländern ist die Zeit der kommerziellen Robbenjagd einfach vorbei“, so Sonntag weiter. „Es scheint so, dass die norwegische Regierung das eingesehen hat.“

Genau wie Kanada pumpte Norwegen seit Jahren Geld in die sterbende Robbenindustrie. In den letzten Jahren betrug die Jagdquote etwa 32.000 Sattelrobben. Da dieses Jahr nur noch drei Boote an der norwegischen Robbenjagd teilgenommen haben, verwundert es nicht, dass die Regierung ihre Prioritäten überprüft und es vorzieht, sinnvollere Aktivitäten zu unterstützen.

Der IFAW begrüßt diese Entscheidung und hofft, dass die kanadische Regierung dem Beispiel Norwegens folgen wird. Kanada unterstützt die dortige Robbenjagd seit Jahrzehnten mit großen Summen, konnte sie aber nicht vor dem Niedergang bewahren. Es ist Zeit, den Robbenjägern, zumeist Fischer, wirtschaftliche Alternativen anzubieten.

Post a comment

Pressekontakt

Dörte von der Reith
Telefon:
040-86650033
Mobiltelefon:
0160-90486493
E-Mail:

Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
Programmdirektor Wildtierkriminalität
Sheryl Fink, Direktorin Wildtier-Kampagnen, IFAW Kanada
Direktorin Wildtier-Kampagnen, IFAW Kanada
Sonja Van Tichelen, Vizepräsident für internationale Koordination
Vizepräsident für internationale Koordination
Staci McLennan, Regionaldirektorin Europäische Union
Staci McLennan, Regionaldirektorin Europäische Union