New York: Clinton Global Initiative sieht Fortschritte im Elefantenschutz

IFAW Präsident Azzedine Downes (ganz links) während einer Podiumsdiskussion beim jährlichen Treffen der Clinton Global Initiative im Jahr 2013. Thema war der Dreijahresplan zur Bekämpfung der Wilderei Afrikanischer Elefanten. © Julie Larsen Maher

Beim Jahrestreffen der von Hillary Clinton ins Leben gerufenen Clinton Global Initiative werde ich am Dienstag gemeinsam mit anderen Leitern großer Tier- und Naturschutzorganisationen darüber berichten, welche Fortschritte beim Schutz der Afrikanischen Elefanten vor der ausufernden Wilderei gemacht wurden.

Vergangenen September war der IFAW eine der ersten Organisationen, die sich der Initiative Save Africa's Elephants unter dem Dach der Clinton Global Initiative anschloss. Dabei handelt sich um eine einzigartige Koalition aus Nichtregierungsorganisationen und Staatsoberhäuptern, die sich in einem offiziellen Abkommen auf ein koordiniertes Vorgehen im Elefantenschutz verständigt haben.

Seither haben sich zahlreiche weitere Organisationen der Initiative angeschlossen. Die Clinton Global Initiative hat drei Arbeitsbereiche formuliert, über deren Fortschritte regelmäßig öffentlich berichtet wird. Dabei handelt es sich um folgende Bereiche:

Der Schutz der Elefanten in Amboseli-Nationalpark in Kenia

Das IFAW Projekt im Amboseli-Nationalpark in Kenia vereint den Schutz der Elefanten, die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung sowie Forschungsarbeit zur Erhaltung des Ökosystems durch die Sicherung wichtiger Wanderkorridore und Lebensräume für Wildtiere. Gleichzeitig schützen wir durch dadurch auch alle anderen in den Gebieten beheimateten Wildtiere.

Die Sicherung der Wanderkorridore und Lebensräume in den Siedlungsgebieten, die den Nationalpark umgeben, ist unerlässlich, wenn wir die Elefanten im Amboseli-Gebiet wirkungsvoll schützen wollen. Obwohl er zu den kleineren Nationalparks in Kenia gehört, hat er das zweitgrößten Besucheraufkommen. Der Tourismus ist für die Region somit von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Die dort beheimateten Elefanten müssen sich jedoch auch sicher außerhalb der Parkgrenzen bewegen können, da der Park selbst nur zehn Prozent des von den Elefanten genutzten Ökosystems ausmacht.

Aufgrund regelmäßiger Dürreperioden muss den Elefanten auch außerhalb des Parks Zugang zu wichtigen Wasser- und Futterquellen ermöglicht werden. Die unkontrollierte Besiedelung der Gegend in den vergangenen Jahren hat dazu geführt, dass der Amboseli-Nationalpark inzwischen fast vollständig von Farmen der Massai umgeben ist. Eine Zählung im Jahr 2009 hat ergeben, dass im Amboseli-Ökosystem über 1.400 Elefanten leben. Schätzungen von Wissenschaftlern zufolge würde die Population des Parks nur noch aus 300 Elefanten bestehen, wenn die Wanderkorridore und Lebensräume verloren gingen. Die pessimistischsten Schätzungen gehen sogar von nur 50 Tieren aus.

Der IFAW hat daher mit den Massai-Landbesitzern Pachtverträge für die Gebiete abgeschlossen, auf denen sich wichtige Korridore und Lebensräume der Elefanten befinden. Außerdem beziehen wir die lokalen Massai-Gemeinden in unsere Schutzmaßnahmen ein. So haben wir für 20 Massai Wildhüter-Ausbildungen finanziert, damit sie helfen können, Elefanten vor Wilderern zu schützen und Mensch-Elefanten-Konflikte zu vermeiden. In den kommenden zwei Jahren sollen 40 weitere Wildhüter ausgebildet werden.

Kampf gegen den Elfenbeinhandel in China

Die Nachfrage nach Elfenbein in China ist einer der Hauptgründe für die beispiellose Wildereikrise, von der die Afrikanischen Elefanten derzeit betroffen sind. Die Maßnahmen des IFAW zielen sowohl auf eine Reduzierung des Angebots als auch auf eine Eindämmung der Elfenbein-Nachfrage in China. Studien zufolge wäre der überzeugendste Grund für Chinesen, auf den Kauf von Elfenbein verzichten, wenn es verboten wäre. Noch wirksamer wäre das Verbot, wenn es zusätzlich von einem Regierungsvertreter befürwortet würde.

Aus diesem Grund ist der IFAW bestrebt, Politiker und andere Meinungsführer für den Elefantenschutz zu gewinnen. Über einflussreiche Personen aus Gesellschaft und Politik, die sich für einen gesellschaftlichen Wandel und für Gesetzesänderungen einsetzen, und über Aufklärungskampagnen wollen wir auch auf höchster politscher Ebene Druck erzeugen, um den Elfenbeinhandel öffentlich zu ächten.

Der IFAW plant, seine Zusammenarbeit mit Unternehmen, Medien und einflussreichen Personen aus allen Bereichen der Gesellschaft in Zukunft weiter zu intensivieren, um das Konsumverhalten langfristig zu beeinflussen und Gesetzesänderungen herbeizuführen. Ziel ist die gesellschaftliche Ächtung des Konsums von Elfenbein.

Wir werden die Fortschritte unserer Bemühungen anhand von Umfragen bei chinesischen Verbrauchern überprüfen und beobachten, wenn Politiker und andere Meinungsführer den Elfenbeinkonsum zunehmend öffentlich verurteilen oder Gesetzesänderungen zugunsten des Elefantenschutzes umsetzen.

Netzwerk zur Bekämpfung des Wildtierhandels am Horn von Afrika

Besonders am Horn von Afrika ist der illegale Wildtierhandel ein akutes Problem. Durch ihre strategisch günstige Lage ist die Region zugleich Herkunftsort und wichtige illegale Transitroute für Elfenbein, Rhinozeros-Horn, lebende Tiere, Haiflossen und andere Wildtierprodukte.

Der IFAW, die African Wildlife Foundation (AWF) und die Freeland Foundation (FF) haben gemeinsam ein Fünfjahresprogramm zur Bekämpfung des illegalen Wildtierhandels in der Region entwickelt. Dieses Programm basiert auf dem Wunsch der Länder am Horn von Afrika, die gemeinsam das Netzwerk Horn of Africa Wildlife Enforcement Network (HAWEN) ins Leben gerufen haben. Mitglieder des Netzwerks HAWEN sind zurzeit Äthiopien, Dschibuti, Eritrea, Kenia, Somalia, Südsudan, Sudan und Uganda. Ein Programm zur Unterstützung von HAWEN wurde unter der Bezeichnung "Africa's Response to Endangered Species Trafficking" (ARREST) entwickelt.

Das Programm unterstützt HAWEN in seiner Aufbauphase personell und mit einem Sekretariat als zentrale Koordinierungsstelle. Die HAWEN-Mitgliedstaaten erhalten außerdem finanzielle Unterstützung, damit sie ihre Vertreter zu jährlichen Treffen schicken und Maßnahmen auf nationaler Ebene ergreifen können.

Die Länder erhalten außerdem Hilfe bei der Implementierung von Strukturen, die es ihnen ermöglichen, besser gegen Wildtierschmuggel durchzugreifen. Dazu zählen die Bestimmung nationaler und regionaler Erfordernisse, Wildtierschutz-Trainings für Vollzugsbehörden, Schulungen zur nationalen Gesetzgebung, eine von INTERPOL geleitetet Untersuchung zur Festnahme von Straftätern sowie Aufklärungskampagnen, um die Bevölkerung zur Unterstützung der Polizeiarbeit anzuregen.

Ich freue mich sehr, dass wir Teil dieser Kooperation sind und dem Ziel, das wir uns gemeinsam mit der Clinton Global Initiative gesetzt haben, von Tag zu Tag ein Stück näher kommen. Bis wir dieses Ziel erreicht haben, setzen wir jedoch auch unsere eigenen Projekte zum Schutz der Elefanten fort. Dazu gehören unter anderem:

  • Ausbildung von Rangern in Kenia und von Wildhütern in Tansania
  • Bau von Zäunen und Förderung alternativer Existenzgrundlagen in Malawi
  • Aufklärungskampagnen in der Republik Kongo und Trainings für Mitarbeiter der Vollzugsbehörden
  • Zusammenarbeit mit INTERPOL bei Polizeioperationen gegen den Wildtierschmuggel
  • Zusammenarbeit mit dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES in China zur Bekämpfung des illegalen Wildtierhandels

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Azzedine Downes

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Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
Präsident und CEO
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Dr. Elsayed Ahmed Mohamed, Regionaldirektor Mittlerer Osten
Regionaldirektor Mittlerer Osten
Dr. Joseph Okori, Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Natursc
Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Naturschutz
Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
Faye Cuevas, Esq., Vizepräsidentin
Vizepräsidentin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
Kelvin Alie, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vizepräsident
Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
Programmdirektor Wildtierkriminalität
Robert Kless, Leiter IFAW Deutschland
Leiter IFAW Deutschland
Staci McLennan, Regionaldirektorin Europäische Union
Staci McLennan, Regionaldirektorin Europäische Union
Tania McCrea-Steele, Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel
Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel, IFAW Großbritannien
Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater Strategische Partnerschaften