Isländischer Walfänger will 1700 Tonnen Walfleisch nach Japan exportieren

Ein Boot des isländischen Walfängers Loftsson mit zwei getöteten Finnwalen.
Dienstag, 19 Mai, 2015
Hamburg

In den letzten Tagen wurde das Transportschiff „Winter Bay“ mit 1700 Tonnen Finnwalfleisch im isländischen Hafen Hafnafjordur nahe Reykjavik beladen. Ziel der brisanten Fracht soll Japan sein.

Kristjan Loftsson, Besitzer der Walfangfirma Hvalur, ließ im Jahr 2014 137 der bedrohten Finnwale töten. Experten nehmen an, dass diese den 1700 Tonnen entsprechen, die nun verschifft werden. Dieses Fleisch will er nun offensichtlich nach Japan exportieren, obwohl es dort kaum einen Markt dafür gibt.

„Herr Loftsson scheint besessen davon zu sein, den internationalen Walfleischhandel wieder zum Leben erwecken zu wollen“, sagt Patrick Ramage, Kampagnenleiter Wale des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds). „Niemand will das Fleisch und die Lager sind voll davon. In Island wird kein Finnwalfleisch gegessen. Wir fordern Herrn Loftsson auf, mit dem sinnlosen und grausamen Schlachten aufzuhören und dieses Jahr keine Finnwale mehr zu jagen.“

2014 hatte Herr Loftsson das Frachtschiff „Alma“ mit 2000 Tonnen Finnwalfleisch beladen lassen. Das Schiff brachte die Ladung nach Japan.

In den Jahren 2006 bis 2010 ließ Loftsson rund um Island 280 Finnwale töten. Nach zwei Jahren Pause nahm er 2013 die Jagd auf Finnwale wieder auf.

Die Welttierschutzunion IUCN führt Finnwale auf ihrer Roten Liste, sie gelten damit als bedroht. Finnwale sind nach den Blauwalen die zweitgrößten Säugetiere und werden 40 bis 70 Tonnen schwer und bis zu 24 Meter lang.

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