EU entscheidet über Aktionsplan gegen Wildtierhandel

Der EU Aktionsplan soll den illegalen Elfenbeinhandel unterbinden.
Freitag, 17 Juni, 2016
Hamburg

Am Montag, den 20. Juni, entscheiden die EU-Umweltminister bei der Sitzung des Europäischen Rates über einen Aktionsplan gegen Wildtierhandel, den die Kommission im Februar vorgelegt hat. Der IFAW (International Fund for Animal Welfare) hatte die EU bei der Entwicklung des Plans intensiv beraten.

„Der Wildtierhandel ist ein länderübergreifendes Problem, das wir nur gemeinsam auf EU-Ebene effektiv angehen können“, so Robert Kless, Kampagnenleiter des IFAW (International Fund for Animal Welfare) in Deutschland. „Letzten Monat gab es mehrere große Elfenbeinaufgriffe in Europa. Viele europäische Staaten sind sich inzwischen bewusst, dass sie konsequente Maßnahmen ergreifen müssen. Frankreich beispielsweise geht mit gutem Beispiel voran und wird den Handel mit Elfenbein komplett verbieten. Das nützt aber nur etwas, wenn die Gesetzgebung mit der in den Nachbarländern übereinstimmt, sonst wird der Handel einfach verlagert.“

Der illegale Wildtierhandel gehört zu den lukrativsten internationalen Verbrechen neben dem Drogenhandel, Produkt- und Geldfälschung sowie Menschenhandel. Er bringt im Jahr über 15 Milliarden Euro ein. Wenn der Europäische Rat dem Aktionsplan zustimmt, entscheidet er sich für eine koordinierte, strategische Vorgehensweise gegen den Handel mit geschützten Arten.

Der Aktionsplan definiert den illegalen Wildtierhandel erstmals als schweres Verbrechen und schafft die Voraussetzungen für bessere Durchsetzung von Gesetzen und verstärkte Zusammenarbeit zwischen Polizei und Regierungsbehörden – national und international.

Mehr als 36.700 Bürger und Bürgerinnen, davon 9.067 aus Deutschland, haben ihre EU-Umweltminister per Petition aufgefordert, diesem Aktionsplan zuzustimmen. Das teilt der IFAW den zuständigen Ministern per Brief vor der Sitzung am Montag mit und fordert sie auf, dem EU-Aktionsplan zuzustimmen.

Letzten Monat hat das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODOC) einen Bericht über weltweite Umweltkriminalität vorgelegt. Er bietet einen Überblick über Aufgriffe von Wildtieren oder Wildtierprodukten in 120 Ländern und zeigt, wie die Wilderei und der illegale Handel mit Wildtieren gravierende Umweltprobleme verursachen und die Sicherheit bedrohen.

ACHTUNG: Die Sitzung des Europäischen Rates können Sie hier live verfolgen:

https://www.consilium.europa.eu/en/meetings/env/2016/06/20/

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