Erfolge des IFAW beim Wolfsschutz in Deutschland und Polen helfen auch in den Niederlanden

Die Entwicklung der Zentraleuropäischen Wolfspopulation ist erfreulich positiv.Der Blick schweift über die weite, flache Landschaft. Viel Wasser und niedrige Gehölzbereiche wechseln mit weitläufigen Wiesen, die extensiv von Schafen und Rindern beweidet werden. Ich stehe inmitten eines Naturschutzgebietes in den Niederlanden, in unmittelbarer Nähe zur deutschen Grenze.

Ich bin mit einer Gruppe aus Schäfern, anderen Nutztierhaltern, Vertretern von Behörden und Naturschutzorganisationen dort. Wir reden darüber, was wäre, wenn hier der Wolf auftauchen würde. Es bestünde tatsächlich Handlungsbedarf, denn die aktuelle Zäunung ist bei weitem nicht wolfsicher.

Der Gedanke an Wölfe ist hier keineswegs abwegig, denn gar nicht weit entfernt wurde vor einiger Zeit ein Wolf gesichtet. Die Entwicklung der Zentraleuropäischen Wolfspopulation ist erfreulich positiv. Es nur eine Frage der Zeit, bis die Wölfe über Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen auch die Niederlande und Belgien dauerhaft erreichen. Dafür gilt es vorbereitet zu sein.

Ich bin einer Einladung meines niederländischen Kollegen gefolgt, um bei einer Wolfstagung in den Niederlanden von meiner langjährigen Erfahrung in der Wolfsarbeit zu berichten und insbesondere über Erfahrungen mit effektiven Herdenschutzmaßnahmen, die mögliche Übergriffe von Wölfen auf Nutztiere verhindern können. Meine Empfehlung: Einsatz von gut arbeitenden Herdenschutzhunden (mindestens 2 pro Herde) in Kombination mit geeigneten Elektrozäunen.

Ich erzähle den niederländischen Kollegen auch davon, dass der IFAW gemeinsam mit dem Land Brandenburg und der AG Herdenschutzhunde e.V. (HSH) einen Leitfaden zum richtigen Einsatz von Herdenschutzhunden herausgebracht hat und dass wir gemeinsam mit dem italienischen Futtermittelhersteller Almo Nature den Schäfern der Arbeitsgruppe Herdenschutzhunde insgesamt 20 Tonnen hochwertiges Futter für deren Hunde bis Juni 2015 zur Verfügung stellen werden. Dies ist ein wichtiger Beitrag, um einige der aktuellen Konflikte mit dem wieder heimgekehrten Wolf zu entschärfen.

Schließlich erkläre ich den Kollegen, warum es so wichtig ist, Nutztierhalter in akuten Fällen auch durch kompetente Beratung vor Ort zu unterstützen, um auf die individuellen Problemstellungen eingehen zu können.

In der Diskussion und in Gesprächen wird klar, dass die Sorgen und Gedanken der Schäfer und der Bevölkerung in den Niederlanden ganz ähnlich sind wie die in Deutschland. So können wir also unsere Erfahrungen bei der Monitoring-Arbeit in Polen, bei der Aufklärung der Bevölkerung und bei der Beratung und Unterstützung von Schäfern und anderen Nutztierhaltern auch in den Gebieten außerhalb Deutschlands anwenden, in denen der Wolf bald zu erwarten ist.

Wir werden uns dafür einsetzen, dass sich die positive Entwicklung für Wölfe in Europa auch in diesem Jahr weiter fortsetzt.

Erfahren Sie mehr über die Arbeit des IFAW zum Schutz der Wölfe.

Robert Kless

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Experten

Robert Kless, Leiter IFAW Deutschland
Leiter IFAW Deutschland