Elefantenwilderei in Malawi: Operation Safe Haven schützt Elefanten vor Drahtfallen

Nicht instand gehaltene Zäune sind das perfekte Material für Drahtfallen.Kilometerlange marode Zäune, die eigentlich dazu dienen sollen, Wildtiere zu schützen, liefern Wilderern in Afrika das Material, um die Tiere zu töten.

In Gebieten wie dem Liwonde-Nationalpark – einem Aushängeschild unter Malawis Naturschutzgebieten – benutzen Wilderer Zaundraht, um daraus Fallen herzustellen.

Bei der unter Mitarbeit des IFAW durchgeführten Operation Safe Haven wurden innerhalb von sechs Monaten 3.500 Fallen entdeckt und 30 Wilderer festgenommen.

Dank erfolgreicher Ermittlungsarbeit, der Einrichtung einer Einsatzzentrale und eines Funknetzes sowie Wildhüter-Trainings konnten außerdem Fangeisen und anderweitige Wildererausrüstung beschlagnahmt werden.

Mangelnde Investitionen in die Instandhaltung haben Afrikas Infrastruktur in einen maroden Zustand versetzt. Afrikanische Regierungen betrachten Naturschutz in der Regel eher als Nebensache. Die Folgen tragen die Schutzgebiete.

Da ist Malawi als eines der ärmsten Länder Afrikas keine Ausnahme. Malawis Bevölkerung wird auf 16 Millionen Einwohner geschätzt. Somit ist es zwar bevölkerungsreicher als das benachbarte Sambia, seine Fläche beträgt jedoch nur ein Siebtel der Fläche Sambias. Malawis Naturschutzgebiete werden oft als "kleine Inseln der Wildnis in einem Menschenmeer" bezeichnet.

Inzwischen sind Malawis Schutzgebiete enorm unter Druck geraten. Menschliche Siedlungen breiten sich immer weiter direkt an den Außengrenzen der Parks aus. Zudem dringen die Menschen auf der Suche nach Nahrung und Wasser auch in die Parks ein. Um die Naturschutzgebiete von den besiedelten Gebieten abzugrenzen und Menschen und Wildtiere voneinander fernzuhalten, hat die Naturschutzbehörde die Parks mit Zäunen versehen. Die Zäune dienen zur Abschreckung. Besonders für Wildtiere wie Elefanten, die Felder plündern, ist dies sinnvoll. Allerdings sind die Zäune das perfekte Material für Fallen, wenn sie nicht instand gehalten werden.

Dank der Operation Safe Haven und mit Hilfe unseres IFAW Projekts in Chikolongo, wo wir unter anderem Gemeindemitglieder ausbilden und beschäftigen, um die Zäune zu bewachen und instand zu halten, können wir die „Inseln der Wildnis“ schützen.

Die Zäune sind die erste Hürde, um Unbefugten den Zugang zu den Schutzgebieten zu erschweren und Wilderer abzuschrecken. Damit können natürlich nicht alle Wilderer abgehalten werden, aber die Sichtbarmachung gesetzlicher Grenzen soll den Wilderern auch demonstrieren, dass das Risiko größer ist als die Ausbeute.

Im Jahr 2014 wandte der britische Geschäftsmann und Naturschützer Mark Hiley sich an den IFAW. Er hatte mit eigenen Augen gesehen, was die Drahtschlingen anrichten können und wollte etwas dagegen unternehmen.

Der IFAW engagiert sich schon seit langem im Liwonde-Nationalpark. Zudem setzen wir uns seit 2010 innerhalb und außerhalb des Parks für den Schutz der Lebensräume der Elefanten ein.

Um den Nationalpark und die darin beheimateten Elefanten besser zu schützen, haben wir Sicherheitsleute im Park stationiert und Initiativen für die lokale Bevölkerung zum Aufbau alternativer Einkommensquellen ins Leben gerufen. Auf Basis eines Konzepts von Mark Hiley und mit Hilfe des Know-hows des IFAW sowie dank unserer Spender konnte gemeinsam mit der Regierung ein Plan beschlossen werden, um die immense Zahl an Drahtfallen im Park zu beseitigen.

Als Erstes wurde der Park komplett nach Drahtschlingen abgesucht, um die Wildtiere vor der unmittelbarsten Gefahr zu befreien. Da Drahtfallen jedoch nur ein Symptom eines größeren Problems – nämlich der Wilderei –sind, waren weitere Maßnahmen nötig. Wir mussten dafür sorgen, dass die Wilderer gefasst und bestraft werden. Dafür war die Ausbildung von Wildhütern, die Motivation der Parkmitarbeiter und die Bereitstellung neuer Ausrüstung zur Durchführung effektiver Patrouillen notwendig. Denn die Strafverfolgung und die ständige Präsenz von Wildhütern im Park machen das Auslegen von Fallen schwieriger und riskanter und schrecken Wilderer ab. Mit dem Beschluss, diese beiden Maßnahmen umzusetzen, war Operation Safe Haven geboren.

Ein gutes Verständnis der Funktionsweise solcher Fallen und die Identifizierung der bevorzugten Orte für Fallen durch die Patrouillen sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor. In der Regel legen Wilderer bereits neue Fallen aus, während Wildhüter noch dabei sind, das buchstäbliche "Minenfeld" zu räumen. Wildhüter müssen deshalb wissen, wie sie den Wilderern so schnell wie möglich auf die Spur kommen.

Zum Plan gehörte die Durchsuchung des gesamten Parkgebiets, die Ausbildung der Wildhüter im Patrouillieren und in der Spurensuche, die Bereitstellung von Ausrüstung, Funknetzen für eine bessere Koordination sowie die Reparatur von Fahrzeugen, mit denen Wildhüter im Park stationiert und abgeholt werden können.

Da die Anzahl der Drahtfallen besorgniserregende Ausmaße hatte, entschieden wir, die verschiedenen Maßnahmen zeitgleich umzusetzen. Dass bei der Durchsuchung des Parks das Training gleich mit stattfand, half den Wildhütern, das Gelernte direkt anzuwenden. Gleichzeitig konnten die Fallen entfernt und Gefahr sofort abgewandt werden. Den Teams wurden jeweils Abschnitte des Parks zur Durchsuchung zugewiesen. Zu jedem Abschnitt konnten so exakte Erkenntnisse gesammelt und Aussagen über das Verhalten der Wilderer getroffen werden.

550 Quadratkilometer Nationalpark nach Fallen zu durchsuchen, ist eine Herausforderung. Genau wie Landminen sind Drahtfallen schwer aufzuspüren. Im Vorfeld Aussagen darüber zu treffen, wie viele Fallen vorhanden sind, ist im Prinzip unmöglich, da sie von den Wilderern willkürlich ausgelegt werden.

Solche Erfolge kann der IFAW nur dank der Hilfe seiner Unterstützer erreichen. Ihre großartige Unterstützung hilft uns dabei, Wildtiere zu schützen und Lebensräume zu erhalten.

Neil Greenwood

Erfahren Sie mehr darüber, wie der Elefanten schützt.

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Faye Cuevas, Esq., Vizepräsidentin
Vizepräsidentin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater für Strategische Partnerschaften und Philanthropie