Einsatz für verstärkten Artenschutz auf der UN-Konferenz der Bonner Konvention in Quito

Eisbär auf Spitzbergen im Svalbard-Archipel in Norwegen.

Auf der 11. UN-Konferenz über die Konvention zur Erhaltung wandernder wildlebender Tierarten (auch Bonner Konvention genannt) in Quito, Ecuador, in dieser Woche wird der IFAW eine ganze Reihe von Vorschlägen sehr genau verfolgen. Dabei geht es um die Aufnahme mehrerer gefährdeter Arten in die Anhänge der Bonner Konvention.

Anhang 1 der Bonner Konvention führt die am stärksten gefährdeten Tierarten auf und soll sie schützen, ihren Lebensraum erhalten oder wiederherstellen, Hindernisse für Wanderbewegungen ausräumen und andere Faktoren kontrollieren, die sie gefährden könnten. In Anhang 2 werden Tierarten aufgeführt, die von internationalen Schutzmaßnahmen erheblich profitieren würden.

Mehrere Vertreter des IFAW wie Präsident Azzedine Downes, Regionaldirektorin für Russland und die GUS-Staaten Dr. Maria Vorontsova, Direktor des deutschen IFAW Büros (und Hai-Experte) Dr. Ralf Sonntag, Pressesprecher Michael Booth und ich, Peter Pueschel, werden vor Ort in Quito sein, um uns für den Schutz bedrohter Tiere einzusetzen.

Die internationale Konferenz entscheidet über den Schutz von Vogelarten sowie an Land und im Wasser lebenden Tierarten. Der IFAW setzt sich insbesondere für den Schutz von 21 wandernden Hai- und Rochenarten ein. Wir fordern, dass sie in Anhang 1und/oder 2 der Bonner Konvention aufgenommen werden. Außerdem wollen wir erreichen, dass Eisbären und Afrikanische Löwen in Anhang 2 gelistet werden.

Nicht nur in diesem Forum, sondern beispielsweise auch auf den Konferenzen des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens setzt sich der IFAW schon seit langem für einen verbesserten Schutz dieser speziellen Arten ein. Aufgrund unseres Expertenwissens konnten wir schon bei der Ausarbeitung zahlreicher Beschlussvorlagen wie beispielsweise für den Hai- und Rochenschutz mitwirken.
 

Haie und Rochen:

Haie und Rochen – einschließlich des bekannten Hammerhais, des oft übersehenen Schwertfischs und des Riffmantas (einer der größten Rochen der Welt) – gehören zu den wandernden Tierarten und sind schon von Haus aus durch ihre sehr niedrigen Fortpflanzungsraten prädestinierte Opfer für Überfischung. Gerade Haie und Rochen sind durch nicht-nachhaltigen Fischfang und da sie oft unbeabsichtigt mitgefischt werden, immer stärker vom Aussterben bedroht.

Wir fordern die Vertragsstaaten daher dringend auf, die Listung dieser Arten in Anhang 1 und/oder 2 der Bonner Konvention zu unterstützen. Nur dies ist vereinbar mit unserem Vorsorgeprinzip. Die Aufnahme der Haie und Rochen würde die regionale Zusammenarbeit vereinfachen, Populationen und Lebensräume schützen helfen und die dringend notwendige Wiederherstellung der Lebensräume fördern.

Unterstützt werden wir unter anderem von Ecuador, Costa Rica, Paraguay, Ägypten, Kenia und der EU. Außerdem sind auch die Nichtregierungsorganisationen Shark Advocates International, Humane Society International, Defenders of Wildlife, Project AWARE, Shark Trust, Shark Savers, Manta Trust und PEW auf unserer Seite.
 

Eisbären:

Eisbären, die zu den mächtigsten Raubtieren der Welt zählen, sind durch Klimawandel, Jagd und den kommerziellen Handel mit ihrem Fell vom Aussterben bedroht.  

Der IFAW sieht es deshalb als dringend notwendig an, den Schutz von Eisbären voranzutreiben. Doch auch wenn die Aufnahme von Eisbären in Anhang 2 der Bonner Konvention ein Schritt in die richtige Richtung wäre und die Gefährdung der Eisbären verdeutlichen würde, ist es doch noch kein ausreichender Schutz.
 

Löwen:

Afrikanische Löwen werden von der Weltnaturschutzunion (IUCN) als “gefährdet” eingestuft.  Sie werden durch Trophäenjagd, Zerstörung und Zersiedelung ihres Lebensraumes, Verlust von Beutetieren, Krankheiten und Konflikte mit dem Menschen bedroht. Wir plädieren für die Aufnahme des Afrikanischen Löwen in Anhang 2 der Bonner Konvention. Doch auch hier gilt: Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung, bedeutet aber letztendlich noch keinen ausreichenden Schutz für die Afrikanischen Löwen.  

Der IFAW wird auf der Konferenz ebenso genau verfolgen, welche Maßnahmen im Zusammenhang mit institutionellen Entscheidungen wie dem strategischen Plan 2015 – 2023 ergriffen werden, der die grundsätzliche Ausrichtung der Bonner Konvention in den kommenden acht Jahren bestimmen wird. Und auch die Beschlussvorlage, bei der es um die Verbesserung der Beziehungen zwischen den Mitgliedsstaaten der Bonner Konvention und der Zivilgesellschaft geht, werden wir mit großem Interesse verfolgen, da in diesem Entwurf, offizielle die Rolle von Nichtregierungsorganisationen wie dem IFAW anerkannt wird..

Wir halten Sie auf dem Laufenden. Auch IFAW Präsident Azzedine Downes, der ebenfalls vor Ort ist, wird Ihnen von den Entwicklungen auf der 11. Artenschutzkonferenz in Ecuador weiter berichten.

Peter Pueschel

Post a comment

Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
Präsident und CEO
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Dr. Elsayed Ahmed Mohamed, Regionaldirektor Mittlerer Osten
Regionaldirektor Mittlerer Osten
Dr. Joseph Okori, Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Natursc
Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Naturschutz
Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
Faye Cuevas, Esq., Vizepräsidentin
Vizepräsidentin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
Jeffrey Flocken, Regionaldirektor Nordamerika
Regionaldirektor Nordamerika
Kelvin Alie, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vizepräsident
Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
Programmdirektor Wildtierkriminalität
Robert Kless, Leiter IFAW Deutschland
Leiter IFAW Deutschland
Tania McCrea-Steele, Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel
Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel, IFAW Großbritannien
Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater Strategische Partnerschaften