CITES: Besserer Schutz für Seidenhai und Fuchshai

Hauptursache für die Dezimierung von Seidenhaien ist der Raubbau durch Fischereiunternehmen, die Fischprodukte auf dem Weltmarkt anbieten.Seit Jahrhunderten werden 1.150 Knorpelfischarten (510 Haiarten und 650 Rochenarten) wegen ihres Fleisches, ihres Öls und ihrer Haut gejagt. In letzter Zeit jedoch führte die steigende Nachfrage aus Asien nach Haifischflossen zu einem Raubbau sondersgleichen.

Aufgrund ihrer biologischen Merkmale wie langsamem Wachstum, später Geschlechtsreife, langer Trächtigkeitsdauer und begrenzter Anzahl von Jungtieren pro Wurf stellt die Überfischung für viele Knorpelfischarten eine starke Bedrohung dar.

Die Bestände einiger Arten gingen aufgrund der zunehmenden Überfischung um 90 Prozent zurück.

Da viele dieser Arten an der Spitze der Nahrungskette stehen, könnte deren Rückgang weitreichende Konsequenzen für das Ökosystem mit sich bringen.

Zwei Haiarten wurden nun für die Aufnahme in den zweiten Anhang des CITES-Abkommens vorgeschlagen: Seidenhaie und Fuchshaie. Das würde bedeuten, dass der Handel mit ihren Produkten nur noch eingeschränkt und kontrolliert erlaubt wäre. Abgestimmt wird darüber auf der Konferenz des Washingtoner Artenschutzabkommens im September in Johannesburg.

Trotz ihrer Bedeutung ist über Knorpelfischarten nur wenig bekannt, und wissenschaftliche Forschung ist dringend notwendig. Bisher verfügen wir über folgende Kenntnisse:

Seidenhaie, Carcharhinus falciformis, verfügen über einen schlanken Körper und glatte Haut. Der Bauch ist weiß und die Färbung des Rückens reicht von dunkelgrau bis bronzefarben, wobei die Tiere über einen für viele Haiarten typischen Interdorsalkamm verfügen. Im Durchschnitt werden sie 1,8 bis 2,3 Meter lang, und große Exemplare können Längen von bis zu 3,5 Metern erreichen.

Seidenhaie sind Hochsee- und Küstenhaie, die vor allem am Rand von Festlandsockeln und im offenen Meer außerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) von Küstenstaaten anzutreffen sind. (Die AWZ ist ein im Rahmen des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen beschriebenes Seegebiet, in dem ein Staat über besondere Rechte hinsichtlich Erforschung und Nutzung der Meeresressourcen verfügt.) Seidenhaie sind Raubfische höherer trophischer Ebenen in ozeanischen Ökosystemen, die sich hauptsächlich von Teleosteern (Knochenfischen) und Kopffüßern (Tintenfischen und Kraken) ernähren.

Die größte Bedrohung für Seidenhaie stellt die Fischerei dar. Aufgrund hoher Beifang- und Rückwurfmengen ist der Bestand von C. falciformis an fast allen Fundorten um mehr als 70 Prozent zurückgegangen. Eine Hauptursache dieser Dezimierung ist die übermäßige Ausbeutung durch die Fischereiindustrie, die Fischprodukte für den Weltmarkt herstellt.

Gemäß der Produktivitätskategorie der Ernährungs- und Landwirtschafts­organisation der Vereinten Nationen ist der Bestand der Seidenhaie stark gefährdet und wird sich von der übermäßigen Ausbeutung nur langsam erholen.

Fuchshaie werden in drei Arten unterteilt: den Gemeinen Fuchshai (alopias vulpinus), den Großäugigen Fuchshai (alopias superciliosus) und den kleinsten der Gruppe, den Pazifischen Fuchshai (alopias pelagicus).

Fuchshaie sind extrem weit wandernde Pelagische Haie mit fast weltweiter Ausbreitung in tropischen und gemäßigten Ozeanen und Küstenmeeren.

Aufgrund des extrem langen Oberlappens der Schwanzflosse, der genauso lang sein kann wie der Körper des Hais, sind Fuchshaie äußerst leicht zu identifizieren. Sie verfügen über einen kurzen Kopf mit kegelförmiger Nase. Die erste Rückenflosse ist groß und aufrecht, und die Brustflossen sind länglich.

Fuchshaie nutzen ihren Schwanz, um Opfer zu überwältigen, und ihre lange Schwanzflosse kann sich beim Versuch des Hais, den Köder zu betäuben, in der pelagischen Langleine verfangen.

Fuchshaie sind extrem weit wandernde Hochseehaie mit fast weltweiter Ausbreitung in tropischen und gemäßigten Ozeanen und Küstenmeeren. Großäugige Fuchshaie sind in Ozeanen lebende tropische Raubfische, die sich hauptsächlich von Hochseefischen und Tintenfischen ernähren.

Ein Grund für die Dezimierung des Bestands Großäugiger Fuchshaie ist der hohe Preis seiner Flossen auf dem Weltmarkt.

Aufgrund ihrer besonders geringen Fortpflanzungsrate gehören Fuchshaie zu den vom weltweiten Fischfang am meisten bedrohten Haiarten, sowohl als Zielgruppe als auch als Beifang.

Die Weibchen Großäugiger Fuchshaie sind erst mit 13 Jahren geschlechtsreif, wobei die Tragezeit zwölf Monate beträgt und nur durchschnittlich zwei Junge geboren werden.

Glücklicherweise ging das Angebot an Flossen von Fuchshaien auf dem Markt für Haifischflossen in Hongkong im Laufe der letzten zehn bis fünfzehn Jahre um 77 bis 99 Prozent zurück.

Da der internationale Handel mit den Flossen dieser Arten einen wesentlichen Antrieb für die absolut nicht nachhaltigen und weitgehend unkontrollierten Fischereiaktivitäten darstellt, die zu einem beträchtlichen Rückgang des weltweiten Bestands führten, erfüllen beide Haiarten die Voraussetzungen für die Aufnahme in Anhang II bei CITES.

Die Aufnahme von Seidenhaien und Fuchshaien in Anhang II wird gewährleisten, dass die Versorgung des Weltmarkts durch nachhaltig kontrollierte und ordnungs­gemäß aufgezeichnete Fischereiaktivitäten erfolgt, die sich nicht nachteilig auf den Bestand freilebender Arten auswirken.

--EM

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