Aufklärung von Gemeinden in Südafrika über Eulen und Affen

Immer wenn den Mitarbeitern des CLAW-Projekts etwas von einer Begegnung mit Wildtieren zu Ohren kommt, nutzen sie die Gelegenheit, um Aufklärungsarbeit zu leisten. In den Townships und Außenbezirken von West Rand in Südafrika, wo wir unser kommunales Tierschutzprojekt CLAW (Community Led Animal Welfare) durchführen, sind Begegnungen zwischen Menschen und Wildtieren keine Seltenheit. Es gibt dort Schlangen, Wildvögel, Paviane und Grüne Meerkatzen. Und hin und wieder bekommt man auch einen Schakal oder einen sehr menschenscheuen Erdwolf zu Gesicht.

Immer wenn den Mitarbeitern des CLAW-Projekts etwas von einer Begegnung mit Wildtieren zu Ohren kommt, nutzen sie die Gelegenheit, um Aufklärungsarbeit bei den Menschen vor Ort zu leisten. Cora Bailey, Leiterin des CLAW-Projekts, das sich in Südafrika in erster Linie um Menschen und ihre Haustiere kümmert, erfuhr vor kurzem von einer verletzten Eule, die in einem nahegelegenen Township am Boden krabbelte, weil sie nicht mehr fliegen konnte.

Eulen gelten in der Region einem Aberglauben nach als böse. Die CLAW-Mitarbeiter freuten sich deshalb umso mehr, dass sich ihre Aufklärungsarbeit ausgezahlt hatte und sie von den Bewohnern um Hilfe gebeten wurden, statt das Tier gleich zu töten.

Als Cora Bailey mit dem Team im Township eintraf und das Tier fand, war es seinen Verletzungen traurigerweise schon erlegen. Doch die tote Eule wurde von den Anwohnern neugierig in Augenschein genommen. Daher gab Cora spontan für die etwa fünfzig Anwesenden eine kleine Schulung. Ihre Botschaft: Eulen sind nicht nur harmlos, sie sind sogar sehr nützlich.

Sie erklärte, dass es viel weniger Ratten gäbe, wenn in jedem Stadtteil eine Eule wäre. Dies war ein Argument, das wirklich saß. Denn die Gegend leidet stark unter Ratten, die manchmal sogar Menschen beißen.

Ein echtes Schlüsselerlebnis war für viele, als sie das Gefieder der toten Eule berühren sollten. Die direkte Berührung und die Weichheit der Federn rief große Begeisterung hervor.

Die direkte Berührung und die Weichheit der Federn rief große Begeisterung hervor. Die Angst war verschwunden.

Am nächsten Tag sah CLAW-Mitarbeiter Makhwenkwe, wie sich eine Gruppe Jugendlicher der Klinik näherte. Er rief sie und bat sie, sich auf der Wiese zu versammeln. Auch ihnen zeigte er die tote Eule. Alle Augen waren auf ihn gerichtet, als er ihnen erklärte, wie wertvoll Eulen sind. Und auch hier drängelten wieder alle, um die Eule zu berühren.

In einer von CLAW aufgestellten Lebendfalle wurde wenig später in einem vornehmen Vorort von Johannesburg ein Affe gefangen.

Ausnahmsweise handelte es sich um ein Weibchen. Denn meistens sind es die Männchen, die ihre Gruppe verlassen, um auf Entdeckungsreise zu gehen. Das Affenweibchen musste an einen sicheren Ort umgesiedelt werden.

Gerettete Meerkatzen und Paviane werden vom CLAW-Team grundsätzlich in eine Auswilderungsstation außerhalb von Johannesburg gebracht. Diesmal kamen zwei ehrenamtliche Helfer mit, um mehr darüber zu erfahren, wie man Affen wieder auswildert. Denn auch sie sind der Stadt in Gefahr und könnten in die Fänge abergläubischer Bewohner geraten.

Die Mitarbeiter der Auswilderungsstation haben viel Erfahrung, was die Rettung von Primaten betrifft. Die Gehege dort sind voll von Meerkatzen, die als Haustiere oder Glücksbringer gehalten wurden, bis sie begannen zu beißen. Auch gibt es dort viele Affen mit körperlichen Behinderungen, die nie wieder in die Wildnis zurückkehren können.

Meisie (das bedeutet Mädchen) war hingegen ein wild lebender Affe und daher prädestiniert, um wieder ausgewildert zu werden. Sie kam in ein Gehege mit einer gemischten Gruppe junger Affen. Einer von ihnen war ein junges Männchen namens Warrior. Seine früheren Besitzer hatten ihn kastriert, in dem Irrglauben, dass er dadurch ruhiger würde.

Als Meisie im Gehege freigelassen wurde, rannte sie wild umher und schrie. Am Ende ließ sie sich auf einer hohen Plattform nieder. Dort schrie sie weiter, was das Zeug hielt. Warrior gesellte sich zu, was ihr Schreien noch verstärkte. Doch er wollte ihr nur die Hand auf den Kopf legen und ihr damit zu verstehen geben, "Beruhig dich. Alles wird gut."

Als das CLAW-Team aufbrach, war Meisie bereits ruhiger. Und schon nach wenigen Tagen kümmerte sie sich mütterlich um die Meerkatzenbabys und Warrior war ihr bester Freund geworden.

Mandi Smallhorne

Erfahren Sie mehr über das CLAW-Projekt des IFAW.

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Kampagnenberater
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Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
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