Walfangkonferenz startet: Japans Walfang im Fokus

Auswirkungen des sogenannten wissenschaftlichen Walfangs Japans.
Freitag, 12 September, 2014
Hamburg

Vom 15. bis 18. September treffen sich Delegierte von über 80 Mitgliedsstaaten der Internationalen Walfangkommission (IWC) zu ihrer alle zwei Jahre stattfindenden Vollversammlung in Portorož, Slowenien. Der umstrittenste Punkt auf der 65. IWC-Konferenz ist die Bestrebung Japans, seinen „wissenschaftlichen“ Walfang in der Antarktis wieder aufzunehmen.

„Neuseeland hat vielleicht die wichtigste Resolution eingereicht. Sie zielt darauf ab, das Urteil des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag aus dem März 2014 zu stärken.“ erklärt Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds). „Der Vorschlag soll verhindern, dass erneut Genehmigungen für wissenschaftlichen Walfang erteilt werden, die dem Gerichtsurteil widersprechen.“

Im März 2014 hatte der Internationale Gerichtshof geurteilt, dass Japans wissenschaftliches Walfangprogramm in der Antarktis illegal ist und beendet werden muss. Japan hatte zunächst erklärt sich an das Urteil halten zu wollen und hatte seinen Walfang in der Antarktis eingestellt. Nun ließ Japan verlauten, dass es seinen sogenannten wissenschaftlichen Walfang rund um die Antarktis wieder aufnehmen wolle und entwickelt eigens zu diesem Zweck ein neues Forschungsprogramm.

„Wir müssen verhindern, dass Japan seine Pläne umsetzen kann.“ so Sonntag weiter. „Die kommende Woche wird zeigen, ob die Mitgliedsstaaten der IWC und insbesondere die EU sich weiterhin für die Wale und den konsequenten Walschutz stark machen. Die EU darf einen Kuschelkurs mit Japan nicht zulassen und muss darauf dringen, dass das eindeutige Urteil des Internationalen Gerichtshofs beachtet wird.“

In der kommenden Woche werden weitere Themen behandelt wie die Schaffung eines Walschutzgebiets im Südatlantik, Japans Versuch, einen Küstenwalfang zu legitimieren und zu etablieren und die Idee, andere große internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen beim Thema Walfang zu involvieren.

Achtung Redaktionen: Dr. Ralf Sonntag wird während der Konferenz vor Ort in Portorož sein und steht für Interviews zur Verfügung. Sie erreichen ihn unter +49 172 4390538.

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