Walfang in Japan – CITES bei Importen weiterhin untätig

Montag, 27 November, 2017
Hamburg

Seit 15 Jahre führt Japan Fleisch und andere Bestandteile von Seiwalen zum kommerziellen Verkauf nach Japan ein, was nach CITES streng verboten ist.

Auf einer Konferenz in Genf hat das wichtigste internationale Artenschutzübereinkommen CITES es versäumt, gegen Japan wegen seines Handels mit streng geschützten Seiwalen vorzugehen. Während viele Vertragsstaaten Kritik äußerten, beschloss das Gremium, weitere Informationen von Japan einzuholen und eine Entscheidung bis zur nächsten Konferenz zu vertagen.

„CITES zieht Japan nicht zur Verantwortung“, vermeldet Matt Collis, Leiter Internationale Abkommen beim IFAW (International Fund for Animal Welfare), von der 69. Tagung des Ständigen Ausschusses des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES), die diese Woche in Genf stattfindet.

„Seit 15 Jahre führt Japan Fleisch und andere Bestandteile von Seiwalen zum kommerziellen Verkauf nach Japan ein, was nach CITES streng verboten ist“, kritisiert Collis.

Seiwale sind im Anhang I von CITES gelistet, was bedeutet, dass der internationale Handel mit aus dieser Tierart hergestellten Produkten verboten ist. Japan fängt hauptsächlich auf hoher See außerhalb seines staatlichen Hoheitsgebietes Seiwale, und deshalb gilt dies gemäß den Bestimmungen von CITES als internationaler Handel, wenn die Produkte nach Japan gebracht werden.

„Japan importiert und verkauft seit 2002 Seiwal-Produkte und verstößt somit anhaltend und vorsätzlich gegen die Bestimmungen von CITES. Dennoch haben die CITES-Mitgliedsstaaten heute lediglich beschlossen, weitere Informationen anzufordern, statt festzustellen, dass hier ein Verstoß vorliegt“, führt Collis weiter aus. „Das Abschlachten von Tieren dieser gefährdeten Art geht währenddessen unvermindert weiter. Es ist nur schwer vorstellbar, dass mit einem anderen Thema oder einem anderen Land so umgegangen werden würde.“

Über Jahre hat das Land seinen Walfang als „wissenschaftlich“ deklariert, für CITES ist es jedoch nicht relevant, aus welchem Grund Walfang betrieben wird. Entscheidend ist allein die Endverwendung der Produkte nach ihrer Einfuhr nach Japan. Der größte Teil der einzelnen Seiwale wurde zur rein kommerziellen Verwendung abgepackt, Tausende Tonnen Walfleisch, für die in den letzten 15 Jahren über 1.400 Seiwale sterben mussten. Allerdings verwendet Japan CITES-Bescheinigungen, die nur die Einfuhr einer begrenzten Menge wissenschaftlicher Proben abdecken, um Fleisch und Bestandteile von Seiwalen zum ausdrücklichen Zweck des kommerziellen Verkaufs nach Japan zu importieren.

„CITES benötigt hierzu keine weiteren Informationen. Nicht einmal Japan streitet ab, was letzten Endes mit den Seiwalen passiert, wenn sie nach Japan eingeführt wurden: Das Land fördert aktiv den Verkauf von Walfleisch. Eigentlich sollte das eine einfache Entscheidung für CITES sein. Dass die Regierungen untätig bleiben, legt nahe, dass sie ein Auge zudrücken gegenüber einem Industrieland, das unverhohlen mit gefährdeten Arten handelt. Gleichzeitig wird gegen Entwicklungsländer streng vorgegangen, denen es aus finanziellen Gründen schwerfällt, CITES-Richtlinien umzusetzen“, so Collis.

Der IFAW fordert von den Regierungen eindringlich, bei der nächsten Tagung des Ständigen Ausschusses im Oktober 2018, wenn das CITES-Sekretariat über die eingeholten Informationen Bericht erstatten wird, einen Verstoß Japans festzustellen.

ACHTUNG: Experten des IFAW nehmen an der Konferenz teil und stehen für Interviews und Informationen zur Verfügung.

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