Ukraine-Krise: Hilfe für die Tiere geht trotz des Krieges weiter

Einer der vielen Hunde in der Ukraine, der mit Hilfe des IFAW gerettet wurde.Die IFAW Rettungsteams haben stets die weltweiten Wetterentwicklungen im Auge, um auf eintretende Naturkatastrophen wie Hurrikane, Zyklone, Erdbeben oder Waldbrände vorbereitet zu sein und im Notfall sofort Einsatzkräfte mobilisieren zu können.

In der Ukraine handelt es sich hingegen um eine allein von Menschen verursachte Katastrophe. Ende Juli berichteten wir über das Tierheim "PIF" in Donezk, das 900 Hunden Zuflucht bot, während die Ostukraine von militärischen Angriffen heimgesucht wurde.

Seit Mai unterstützt der IFAW das Tierheim "PIF" dabei, Hunderte weitere Hunde in Donezk zu versorgen. Viele Hunde hatten Besitzer, die vor dem bewaffneten Konflikt fliehen mussten. Andere Hunde stammen aus Tierheimen, die schließen und deren Betreiber ebenfalls fliehen mussten.

Unseren Spendern ist es zu verdanken, dass das Tierheim "PIF" zwei Monate lang Futter und medizinische Versorgung für die Hunde in Donezk und den umliegenden Gemeinden in der Ostukraine bereitstellen konnte.

Momentan berichten unsere Kollegen vom Tierheim "PIF" uns von Luftschlägen rund um die Uhr. Immer wieder finden und retten ehrenamtliche Helfer auf den Straßen verlassene Tiere. Diese Ehrenamtlichen nehmen große Gefahren auf sich. Sie kommen jeden Tag ins Tierheim, um die Hunde zu beruhigen, die unter dem ständigen Kriegslärm genauso leiden wie die Menschen.

Doch die knappen Berichte der mutigen Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer machen deutlich, dass sie von Tag zu Tag entschlossener sind, diesen Krieg zu überleben und die in Not geratenen Tiere zu retten.

Selbst das für die Tiere Notwendigste ist unter den momentanen Umständen schwer zu beschaffen. So war es äußerst schwierig, Trockenfutter zu bekommen, da die Lieferfirmen ihren Fahrern keine sichere Durchfahrt gewährleisten können, um Waren anzuliefern. Es brauchte mehrere Lieferungen, um das gesamte Futter zu bekommen, das so dringend benötigt wurde. Doch schließlich war alles da.

Einige der mutigen Ehrenamtlichen mit vom IFAW bereitgestellten Futtervorräten.Obwohl es ein schwerer Kampf gewesen war, das Futter zu beschaffen, zögerte das Team am 15. September nicht eine Sekunde, als es darum ging, zwanzig Säcke an die bereits fast verhungerten Hunde im ehemaligen Tierheim von Jasinowataja abzugeben.

Die Geschichte des Tierheims von Jasinowataja ist so traurig wie sein derzeitiger Zustand. Es war eines der größten Heime für Hunde in Europa und befindet sich auf einem Fabrikgelände. Der Leiter der Fabrik unterhielt das Tierheim viele Jahre lang, bis er vor einigen Jahren verstarb.

Und jetzt, im Jahr 2014, reagierte das Tierheim "PIF" auf einen verzweifelten Hilferuf aus Jasinowataja. Die „PIF“-Mitarbeiter fanden dort mehr als 200 Hunde vor, die frei auf dem Gelände streunten. Viele waren schon so schwach, dass sie nicht mehr stehen konnten, andere Tiere waren verletzt. Und sie alle waren völlig verängstigt.

Die bewaffneten Parteien auf beiden Seiten willigten in einen vierzigminütigen Waffenstillstand ein, um dem Rettungsteam die Möglichkeit zu geben, so viele Hunde wie möglich einzufangen. Das mitgebrachte Futter überließen die Helfer den Flüchtlingen, die auf dem Gelände eine Zuflucht gefunden haben. Sie versprachen, die verbleibenden Tiere täglich zu füttern.

Nur 15 Hunde konnten gerettet werden, bis der Kugelhagel wieder einsetzte. Sie wurden schnell ins Tierheim "PIF" gebracht, um sie dort zu behandeln. Doch auch die übrigen Tiere auf dem Fabrikgelände in Jasinowataja haben jetzt Futter.

Wir fühlen uns heute mehr denn je verpflichtet, dem Tierheim "PIF" zu helfen. Wir wissen, mit welchem Mut und welchem Engagement sich die Mitarbeiter einsetzen, um den Tieren zu helfen, die Opfer dieses schrecklichen Krieges geworden sind.

Bei unseren Katastropheneinsätzen in allen Teilen der Welt wird mir immer wieder bewusst, dass die Entschlossenheit, Tieren in Not zu helfen, überall existiert – völlig unabhängig von Sprache, Kultur und Art der Katastrophe. Denn alle Lebewesen haben ein Recht auf ein Leben frei von Schmerzen, Angst und Krankheit.

Wir sehen jeden Tag voller Sorge die Nachrichten, in der Hoffnung, dass die Kämpfe bald vorüber sein mögen. Doch leider ist noch kein Ende der Gefechte in Sicht.

Wenn die Sicherheitslage es wieder zulässt, dass die Mitarbeiter des Tierheims "PIF" nach Jasinowataja fahren, wird ihnen der IFAW bei der Rettung der auf dem Fabrikgelände verbliebenen Hunde helfen.

Bis dahin müssen sie dank des dort verbliebenen Futters zumindest nicht mehr hungern. Und den Flüchtlingen, denen sie bereits ans Herz gewachsen sind, spenden sie bei ihrem gemeinsamen Kampf ums Überleben ein wenig Trost.

Die Hunde in der Ukraine brauchen dringend Hilfe. Helfen Sie den Tieren mit einer Spende.

Shannon Walajtys

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Experten

Kampagnenberater
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Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Veterinarian, DVM, PhD - IFAW Beijing
Tierärztin, DVM, PhD
Katie Moore, Leiterin Marine Mammal Rescue and Research
Programmdirektorin Tierrettung
Shannon Walajtys, Leiterin IFAW Katastrophenhilfe
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe
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Senior-Berater Strategische Partnerschaften