Schweiz verbietet Robbenprodukte

Der IFAW kann einen weiteren Sieg für die Robben feiern: Die Schweiz hat als 35. Land, Robbenprodukte verboten!

Nach der EU, Russland, Kasachstan, Weißrussland, Taiwan, Mexiko und den USA hat nun auch die Schweiz ein Importverbot für Produkte eingeführt, die aus der grausamen kommerziellen Robbenjagd in Kanada stammen.

Das Verbot tritt am 1. April in Kraft. Der Import jeglicher kommerzieller Robbenprodukte wie Häute, Felle, Fleisch, Öl und Organe ist ab dann verboten. Wie auch beim EU-Verbot wird es jedoch zwei Ausnahmen geben: Die Robbenjagd indigener Völker zur Selbstversorgung sowie Robbenprodukte, die Urlauber als Souvenir mitbringen, bleiben erlaubt.

Die kommerzielle Robbenjagd in Kanada beginnt in diesem Monat. 400.000 Sattelrobben werden in diesem Jahr voraussichtlich zur Jagd freigegeben. Mit Knüppeln und Gewehren werden zwischen drei Wochen und drei Monate alte Jungtiere grausam getötet - wegen ihres Fells und der Fettschicht unter ihrer Haut. Gleichzeitig werden 92 Prozent des Fleisches aus der Jagd amtlichen Statistiken zufolge weggeworfen.

Die Robbenjagd ist ein aussterbender Industriezweig. Die Norweger haben die Jagd bereits aufgegeben, nachdem schmelzendes Eis, schrumpfende Märkte und rückläufige Subventionen der grausamen und unnötigen Industrie schwer zugesetzt hatten. 2016 wurden während der Robbenjagd in Kanada 66.504 Robben getötet. Das kommerzielle Robbentöten brachte 1,6 Millionen kanadische Dollar ein. Im Jahr 2006 waren es noch 34,3 kanadische Millionen Dollar gewesen. Diese Zahlen spiegeln den Zerfall dieses Industriezweigs wider, weshalb Kanadas Robbenindustrie genau wie die Norwegens in den letzten Jahren stark auf staatliche Unterstützung und Hilfskredite angewiesen war.

Inzwischen muss man in Kanada befürchten, dass die Politik bald einen Nationalfeiertag für Robbenprodukte einführt. Eine solche rein politisch motivierte Maßnahme würde jedoch weder die Robbenindustrie wiederbeleben, noch den kommerziellen Robbenjägern zu einer alternativen Beschäftigung verhelfen.

Sheryl Fink

Erfahren Sie mehr über die Arbeit des IFAW zum Schutz der Robben.

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
Programmdirektor Wildtierkriminalität
Sheryl Fink, Direktorin Wildtier-Kampagnen, IFAW Kanada
Direktorin Wildtier-Kampagnen, IFAW Kanada
Sonja Van Tichelen, Vizepräsident für internationale Koordination
Vizepräsident für internationale Koordination