Schockierend: Ein Nashorn fällt mitten in Frankreich Wilderern zum Opfer

Ein Breitmaulnashorn ähnlich dem auf dem Foto wurde in einem Zoo in Frankreich von Wilderern getötet.

Pfleger im Zoo von Thiory, 60 Kilometer entfernt von Paris, machten am Morgen eine schreckliche Entdeckung. Eines ihrer drei Breitmaulnashörner war von Wilderern grausam getötet worden. In der Nacht des 6. März brachen die Täter in das Gebäude ein, in dem die Nashörner nachts untergebracht sind. Es befindet sich im Bereich für afrikanische Tiere im hinteren Teil des Zoos. Sie erschossen das gerade erst vier Jahre alte Nashorn namens Vince. Dann sägten sie eines seiner Hörner mit einer Kettensäge ab.

Dies ist das erste Mal, dass ein Tier in einem europäischen Zoo direkt Opfer von Wilderern wurde. Und dies, obwohl fünf Zoomitarbeiter auf dem Gelände wohnen und der Zoo mit Kameras überwacht wird. Weitaus häufiger wird Rhinozeros-Horn aus Museen, Auktionshäusern oder auf Antikmessen gestohlen.

Rhinozeros-Horn ist selten und teuer. Weltweit beläuft sich der Wert geschmuggelten Rhinozeros-Horns auf schätzungsweise 19 Milliarden US-Dollar. Besonders hoch ist die Nachfrage in Asien, wo das Horn für die Herstellung von medizinischen Produkten, Luxusartikeln und neuerdings sogar als Investitionsobjekt dient.

IFAW Präsident Azzedine Downes sagte dazu: "Dies ist eine vollkommen neue Dimension der Wilderei. Bereits seit vielen Jahren werden wildlebende Nashörner von Wilderern gejagt. Dass sie nun auch in Gefangenschaft lebende Nashörner töten, ist entsetzlich. Rhinozeros-Horn verfügt über keinerlei magische oder medizinische Eigenschaften. Und es ist schlimm, dass diese wunderbaren Lebewesen nur wegen ihres Horns grausam getötet werden."

Breitmaulnashörner sind stark bedroht. In Afrika existieren nur noch ungefähr 20.000 Tiere. Die Wilderei dieser Spezies hat im Laufe der letzten Jahre erschreckend zugenommen: Allein 2015 wurden 1.175 Breitmaulnashörner getötet, und vor einigen Wochen wurde das Nashorn­waisenhaus Thula Thula in Südafrika überfallen.

Am 17. August 2016 wurde in Frankreich ein Dekret erlassen, welches sämtlichen Handel mit Rohelfenbein und Rhinozeros-Horn verbietet. Der von der Europäischen Union erlassene EU-Aktionsplan gegen illegalen Wildtierhandel wurde ebenfalls vor mehr als einem Jahr verabschiedet.

Es ist deshalb höchste Zeit, dass die Gesetze wirksam durchgesetzt werden, um ein weiteres sinnloses Abschlachten dieser wunderbaren Tiere zu verhindern.

Aurore Morin

Erfahren Sie mehr über die politische Arbeit des IFAW zum Schutz bedrohter Arten.

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Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
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Beth Allgood, IFAW Länderdirektorin USA
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Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
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Cynthia Milburn, Senior-Beraterin Strategieentwicklung
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Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
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Patrick Ramage, Programmdirektor Meeresschutz
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Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
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