Mexiko: Die Geschichte von Cirquera, der Hündin auf der Schnellstraße

Odessa, Olivia und OliverAlso ich vor ein paar Wochen mit einer Freundin die Schnellstraße entlang fuhr, spazierte plötzlich ein mittelgroßer weißer Hund mitten auf die Straße.

Alle Autos stoppten, um das Tier nicht zu überfahren.

Wir parkten unseren Wagen, um uns die Hündin näher anzusehen, aber sie lief davon. Da bemerkte ich, dass sie Blutstropfen verlor: Ein ziemlich sicheres Anzeichen dafür, dass sie läufig sein musste. Ich folgte dem Tier ein paar Häuserblocks weit und fragte, ob jemand sie kenne.  

Man schickte mich zu einem Wohnblock, wo ich auf einen Mann traf, der die Hündin kannte. Er sagte, sie heiße „Cirquera“ (das bedeutet auf Deutsch „Zirkusmädchen“) und sie habe schon früher schon einmal Mal Welpen bekommen.

Von ihrem ersten Wurf, der aus 12 Welpen insgesamt bestanden hatte, hatte nur die Hälfte überlebt. Bis auf einen, fanden sie alle ein neues Heim. Nur der letzte Welpe blieb bei seiner Mutter. Die Nachbarn nannten sie „Canela“ (Zimt). Vom zweiten Wurf, der ebenfalls aus 12 Welpen bestanden hatte, überlebten nur drei.

Nachdem ich Cirquera schließlich gefunden hatte, untersuchte ich sie und fand heraus, dass sie doch nicht läufig war, wie ich zunächst vermutet hatte.

Ich vermutete, dass sie einen venerischen transmissiblen Tumor hatte (auch TVT genannt). Wir versorgten Cirquera und ihre Welpen zunächst mit Futter und kehrten ein paar Tage später zurück, um die kleine Familie zur Entwurmung und Sterilisation in die Tierklinik mitzunehmen.

Das Einfangen der Hunde gestaltete sich schwierig, da sie sich unter einem Holzhaufen versteckten. Dennoch schafften wir es trotz ihrer großen Angst vor Fremden, sie mit ein wenig Futter hervorzulocken. Nur Canela ließ sich nicht überlisten und lief davon. Wir brachten die Hündin und ihre drei Welpen in die Tierklinik, wo alle die bestmögliche tiermedizinische Versorgung erhielten.

Die vier Hunde wurden geimpft, entwurmt und sterilisiert. Außerdem behandelten wir Cirqueras Tumor und versahen sie mit Halsband und Plakette, bevor wir sie wieder nach Hause brachten.

Canela war überglücklich, als wir ihre Mama zurückbrachten.

Die beiden freuten sich so unbändig, einander wieder zu haben, dass sie gar nicht mehr aufhören wollten, herumzuspringen.

Doch die Welpen konnten wir auf keinen Fall zurück auf die Straße schicken. Deshalb behielten wir sie bei uns, um ihnen ein neues Zuhause zu suchen. Es stellte sich heraus, dass sie gerade in einer sehr wichtigen Sozialisierungsphase waren. Wir gaben ihnen daher jede Menge Zeit zum Spielen und viele Kuscheleinheiten. Jetzt suchen wir nach einem neuen Zuhause für die Kleinen.

Die drei wurden von uns auf die Namen Odessa, Olivia und Oliver getauft.

Bisher hat nur Odessa, die ohne Schwanz geboren wurde, ein neues Zuhause gefunden. Doch wir sind sicher, dass auch die anderen bald ein liebevolles Zuhause finden werden, wo sie ihren neuen Familien viel Freude bereiten werden.

Erfahren Sie mehr über die weltweite Arbeit des IFAW für notleidende Hunde und Katzen.

Erika Flores

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