Mehr Schutz für Schuppentiere: Das meistgeschmuggelte Säugetier der Welt ist vom Aussterben bedroht

Schuppentiere, auch Tannenzapfentiere genannt, werden häufiger gewildert als Nashörner, Elefanten und Tiger zusammen.Nimm einen Igel, bring ihn auf die Größe eines Wasserballs, überzieh ihn mit Panzerschuppen, gib ihm eine lange, klebrige Zunge und einen dicken Schwanz und fertig ist das Schuppentier (naja, mehr oder weniger). Doch das eigenartige und gleichzeitig so wundervolle Schuppentier ist kein Fantasiewesen: Es ist das meistgeschmuggelte Säugetier der Welt.

Schuppentiere werden häufiger gewildert als Nashörner, Elefanten und Tiger zusammen. Und wie ihre großen Verwandten werden sie an den Rand des Aussterbens getrieben. In den letzten zehn Jahren wurden fast eine Million Tiere illegal gehandelt. Und das trotz eines internationalen Handelsverbots für die vier in Asien existierenden Schuppentierarten. (Weitere vier Arten leben in Afrika. Sie genießen bislang keinerlei Schutz.).

Die Tiere sind heißbegehrt wegen ihres Fleischs und ihrer Schuppen, die in der traditionellen asiatischen Medizin verwendet werden – zumeist in Vietnam und China. In den USA existiert ebenfalls ein großer Markt für Schuppentierteile, der die Krise weiter verschärft, in der diese Art sich inzwischen befindet.

Vertreter aus 29 afrikanischen und asiatischen Verbreitungsländern von Schuppentieren kamen für einen dreitägigen Workshop zusammen.Als Reaktion auf die dramatisch schrumpfende Anzahl an Schuppentieren organisierte der IFAW gemeinsam mit der US-amerikanischen und vietnamesischen Regierung sowie einer Koalition aus internationalen Tierschutzgruppen in der vietnamesischen Küstenstadt Đà Nẵng die erste Konferenz der Schuppentier-Verbreitungsländer.

Vertreter aus 29 afrikanischen und asiatischen Ländern, in denen noch Schuppentiere leben, kamen für einen dreitägigen Workshop zusammen, um über die derzeitige Krise zu beraten und mögliche Schutzmaßnahmen zu entwickeln.

Alle Teilnehmer hatten ein gemeinsames Ziel: den Schuppentieren den Schutz zu geben, den sie so dringend brauchen.

Auf der Konferenz gab es geballtes Fachwissen. Gleichzeitig konnte man die Dringlichkeit dieses Themas spüren. Führende Wissenschaftler wie Nguyen Van Thai, Lisa Hywood und Dr. Leanne Wicker hoben die Einzigartigkeit und die sanfte Natur dieser faszinierenden Art hervor. Außerdem diskutierten die Umweltminister von Botswana, China und Nigeria sowie Handelsexperten des Sekretariats der Bonner Konvention (CITES) und internationale Nichtregierungsorganisationen.

Bei internationalen Konferenzen sind die Teilnehmer oft unterschiedlicher Meinung, wie man die gesteckten Ziele am besten erreicht. Diese Konferenz war da keine Ausnahme. Doch nach tagelangen, teilweise kontroversen Debatten waren sich die Delegierten einig, dass das internationale Handelsverbot auf alle acht Schuppentierarten ausgeweitet werden muss.

Die erste Gelegenheit dafür wird sich bei der kommenden Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens im nächsten Jahr in Südafrika bieten. Die IFAW Regionalbüros in Asien und Afrika arbeiten in ihren Ländern bereits seit Jahren für den Schutz von Lebensräumen und organisieren Kampagnen zur Reduzierung des Handels von Wildtierprodukten. Dazu gehören auch Produkte aus Schuppentieren. Ein höherer Schutzstatus für Schuppentiere unter dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen wäre ein großer Erfolg.

Wir sind stolz, dass wir diese wichtige Konferenz mitorganisieren konnten. Und wir sind optimistisch, dass wir damit ein positives Zeichen setzen konnten. Um das Schuppentier zu retten, müssen Regierungen, Nichtregierungs- und Artenschutzorganisationen zusammenarbeiten.

Wir dürfen nicht tatenlos zusehen, wie eines der großartigsten Geschöpfe der Natur nur aufgrund des verschwenderischen Konsums von Menschen ausgerottet wird.

Peter LaFontaine

Erfahren Sie mehr über die Arbeit des IFAW zum Schutz bedrohter Arten.

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Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
Präsident und CEO
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Dr. Elsayed Ahmed Mohamed, Regionaldirektor Mittlerer Osten
Regionaldirektor Mittlerer Osten
Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
Faye Cuevas, Esq., Vizepräsidentin
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Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
Kelvin Alie, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vizepräsident
Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
Programmdirektor Wildtierkriminalität
Robert Kless, Leiter IFAW Deutschland
Leiter IFAW Deutschland
Staci McLennan, Regionaldirektorin Europäische Union
Staci McLennan, Regionaldirektorin Europäische Union
Tania McCrea-Steele, Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel
Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel, IFAW Großbritannien
Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater für Strategische Partnerschaften und Philanthropie